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Mittelmeerküche

Orangen-Fenchel-salat und Pistazien-Tiramisu – so schmeckt Sizilien

Pistanzien-Tiramisu

Orangen-Fenchel-Salat und Pistazien-Tiramisu entführen dich kulinarisch nach Sizilien, wo die Aromen Arabiens auf den Geschmack des Mittelmeers treffen. Zwei wunderbare Rezepte aus Sizilien.

Eine Ewigkeit ist seither vergangen und trotzdem erinnere ich mich lebhaft an meine erste Begegnung mit der Küche Siziliens und den Aromen des Südens. Bis heute gehört die Cucina povera der Mittelmeerinsel, diese schlichte Küche mit besten Produkten, für mich zu den Lieblingsküchen rund ums Mittelmeer.

Erstkontakt mit der Küche Siziliens 

Ich war 17 Jahre alt und allein auf Interrail-Tour unterwegs durch Italien. Im Zug lernte ich eine sizilianische Familie kennen, die mich spontan einlud, sie in ihrem Dorf bei Catania zu besuchen. Ein paar Tage später stand ich dort vor der Tür. Die Mama, die mir die Tür öffnete, sprach kein Wort Englisch, ich kaum ein Wort Italienisch. Sie ging aber davon aus, dass ich hungrig sein müsse, und setzte mir einen großen Teller Pasta vor. Die köstlichste Pasta, die ich je in meinem Leben gegessen hatte! Pasta alla Norma mit Auberginen und Tomaten. 

In einem italienischen Kochbuch las ich später zuhause, dass das Gericht nach der Oper Norma von Vincenco Bellinider aus Catania stammte, benannt wurde. Wenn ich die „Norma“ heute koche, spiele ich italienische Opernarien. Damals in der Küche auf Sizilien dudelte ein Italo-Schlager im Radio. Jedes Mal, wenn mir die Aromen Siziliens auf der Zunge zergehen, denke ich an die Mama aus Misterbianco, Sizilien, und meine erste Begegnung mit der Küche der Insel.

Das arabische Erbe in der sizilianischen Küche 

Sizilien sah im Laufe ihrer Geschichte viele Eroberer. Das spiegelt sich bis heute in der Küche wieder. Spannend ist vor allem der Einfluss der Araber, die 800–1000 auf Sizilien waren, auf die Speisekarten. Die Aubergine – Hauptzutat von Pasta alla Norma – holten sie aus Indien, sie pflanzten außerdem Zitronen- und Orangenbäume, Zuckerrohr und Dattelpalmen. Auch Pistazien, Mandeln, Granatäpfel und Gewürze wie Zimt und Safran, die manches Gericht à la Sicilia veredeln, verdanken die Sizilianer eindeutig den Eroberern aus dem Osten.

Ich habe für heute Abend ein sizilianisch inspiriertes Mini-Menü geplant – mit einer Mischung aus Tradition und Eigeninspiration. Nein, Pasta alla Norma ist heute (noch) nicht dabei. Das Rezept reiche ich in Kürze nach.

Heute gibt es einen köstlichen Fenchel-Orangen-Salat, der ein prima Auftakt zu jedem italienischen Essen ist. Mit Brot taugt er aber auch als Hauptspeise. Und weil der Salat leicht und luftig ist, bleibt noch Platz für eine Nachspeise: ein Pistazien-Tiramisu, das eine Lieblingszutat sizilianischer Süßspeisen mit dem Dessert-Klassiker aus Venetien vermählt.

Orangen-Fenchel-Salat 

Zutaten (für 4 Personen als Vorspeise, für 2 Personen als Hauptgericht)

  • 2 Fenchelknollen
  • 2 Orangen
  • 100 g kernlose schwarze Oliven
  • 2 EL bestes Olivenöl
  • Salz und Pfeffer

Zubereitung

Das Fenchelgrün von den Knollen abtrennen und beiseitestellen. Die Fenchelknollen putzen und in dünne Scheiben schneiden. Die Orangen filetieren, dabei den Saft auffangen. 

Die Orangenfilets mit den Fenchelstreifen, den Oliven, dem Orangensaft und dem Olivenöl in einer Schüssel gut vermengen.

Abschmecken und ein paar Stunden durchziehen lassen. Vor dem Servieren auf Teller verteilen und mit dem Fenchelgrün garnieren.

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Pistazien-Tiramisu

Tiramisu stammt aus Venetien, findet sich aber seit Jahrzehnten auf der Liste der beliebtesten Dessert-Klassiker in aller Welt. Was mir darin gar nicht schmeckt, sind die Löffelbisquits, die mir einfach zu labbrig sind. Stattdessen verwende ich für Tiramisus aller Art Cantuccini, die knackig und nussig sind und den Biss haben, den ich mir in diesem Dessert wünsche.

Im Frühsommer liebe ich Tiramisu mit Erdbeeren und/oder Rhabarber oder später im Sommer mit Himbeeren. Im Winter ist diese Variante mit Pistazien wunderbar. Die Pistaziencreme gibt es in vielen Supermarkt-Regalen als Fertigprodukt. Weil sie bereits gesüßt ist, könnt ihr auf zusätzlichen Zucker verzichten oder sparsam damit umgehen.

Zutaten (für 4 Portionen)

  • 250 g Mascarpone
  • 50 ml Milch
  • 1 EL Vanillezucker
  • 150 ml Espresso
  • Amaretto nach Geschmack
  • 100 g Cantuccini
  • 120 g Pistaziencrème (Fertigprodukt)
  • gemahlene Pistazien zum Dekorieren

Zubereitung

Mascarpone mit Milch, Vanillezucker und nach Belieben einem Schuss Amaretto verrühren. Die Pistaziencreme zugeben und gründlich unterheben. 

Den Espresso zubereiten und abkühlen lassen. Nach Belieben auch hier einen Schuss Amaretto dazugeben und einrühren.

Die Cantuccini grob zerbröseln und auf vier Gläser verteilen (s. Foto). Mit dem Espresso (bzw. der Espresso-Amaretto-Mischung) beträufeln. Die Cantuccini sollten leicht feucht, aber nicht komplett durchfeuchtet sein. Die Mascarpone-Pistazien-Masse darauf verteilen. 

Im Kühlschrank ein paar Stunden kalt stellen. Vor dem Servieren mit den gemahlenen Pistazien dekorieren.

Mehr Desserts: Du bist auf der Suche nach ungewöhnlichen Nachspeisen? Bestimmt gefällt dir mein Rezept für schwarzen Kokosmilchreis mit Tropenfrüchten aus Bali.

2 Kommentare

  • Lena
    9. März 2021 at 21:36

    Sieht köstlich aus! Vielen Dank für das tolle Rezept!

    Antwort
    • Elke
      9. März 2021 at 21:39

      Dann viel Spaß beim Nachkochen, liebe Lena!

      Antwort

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