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Fernostkost

Ein Streetfood-Klassiker aus Indonesien: Gado Gado – köstlicher Mischmasch mit Erdnusssoße

Gado Gado aus Indonesien

Resteküche mit Soße habe ich als Kind geliebt. Daran erinnert mich das indonesische Gado Gado („Mischmasch“), das Gemüse, Sprossen und Tofu mit superköstlicher Erdnusssoße vereint und zu den Streetfood-Klassikern auf der Insel Java gehört. Hier findest du das Rezept für eines meiner veganen Lieblingsrzepte aus der Asia-Küche.

Unverzichtbar für Gado Gado ist Tempeh, das bei uns gerade im Kommen ist – ein proteinreicher und leckerer Fleischersatz aus fermentierten Sojabohnen. Du findest Tempeh in Asiashops, aber inzwischen auch in vielen Bioläden.

Ein vegetarisches Lieblingsgericht der indonesischen Küche

Die Kinder in Indonesien lieben ihr Gado Gado wie ich damals Mutters Mischmasch mit Soße. Es gehört zu den fleischlosen Klassikern in einem Land, in dem es weniger Vegetarier gibt als in buddhistisch oder hinduistisch geprägten Ländern Asiens. Die Mehrheit der über 200 Millionen Indonesier sind nämlich Muslime. Sie verzichten auf Schweinefleisch, mögen aber Rindfleisch oder Hühnchengerichte ausgesprochen gern. So wurde Gado Gado, als ich in den 1980er-Jahren zum ersten Mal auf der indonesischen Hauptinsel Java war und Gerichte ohne Fleisch suchte, schnell mein Lieblingsessen. 

Warung in Yogyakarta
Warung in Yogyakarta

Schnelle Küche am Warung

Wie die Einheimischen habe ich es mir damals in Yogyakarte an einem der Warungs entlang der Hauptstraße Malioboro geholt. Diese mehr oder weniger improvisierten Stände oder mobilen Restaurants sind das Zentrum der indonesischen Esskultur – die Kneipe oder das Café des Indonesiers. Oft serviert ein Warung nur ein einziges Gericht, das aber in Vollendung. Man hockt sich auch heute mit seinem Essen auf Bänke oder auf den Boden, hält ein Schwätzchen mit dem Nachbarn und zieht weiter. Wer nach einem Gado Gado noch hungrig ist, holt sich vielleicht noch ein paar Sate-Spieße am Warung nebenan oder gebratene Bananen zum Dessert. 

Schülerinnen am Warung
Schülerinnen am Warung

Der Duft Indonesiens

Anders als heute griff damals fast jeder indonesische Mann nach dem Essen zur Zigarette. Nicht zu den bekannten Marken aus dem Westen, die viel zu teuer waren, sondern zur Kretek – einheimische Glimmstängel mit Gewürznelken, die wie Räucherstäbchen duften. Der Trend zum Nichtrauchen hat sich auch in Indonesien durchgesetzt, aber diesen ganz besonderen Duft der Nelkenzigaretten, der so charakteristisch für das Land war, vermisse ich ein bisschen.

Mehr Asia-Küche

Zurück zum Gado Gado: Neben Gemüse und Sojaprodukten gehören traditionell hartgekochte Eier dazu, die für Farbe auf dem Teller sorgen. Wer vegan lebt, lässt sie einfach weg. Als kleine Beilage gibt es in Indonesien Krupuk, Krabbencracker, die ihr hier im Asia-Laden bekommt. Die können Vegetarier durch Brot oder Reis ersetzen, wenn sie den „Mischmasch-Salat“ als Hauptgericht servieren. Wie in Indonesien kommt Gado Gado bei mir wie ein Gemüsesalat übrigens lauwarm auf den Tisch. 

Zutaten Erdnusssoße

  • 250 g geröstete, ungesalzene Erdnusskerne
  • 4 Schalotten
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1–2 rote Chilischoten 
  • 2 TL Palmzucker (oder brauner Zucker)
  • 2 EL süße Sojasoße (Kecap Manis)
  • 1 EL Tamarindenpaste oder 1 EL Limettensaft
  • Salz nach Geschmack

Zubereitung Erdnusssoße

  1. Die Erdnusskerne in einem Mörser zerreiben. 
  2. Knoblauch und Schalotten schälen und feinhacken, zu den zerriebenen Erdnüssen geben und alles zu einer Paste zerreiben.
  3. Die Chilischote(n) entkernen, kleinhacken und mit der Erdnuss-Zwiebel-Paste zerreiben. Wenn du keinen Mörser im Schrank hast, kannst du auch mit dem Zauberstab arbeiten, die besondere stückige Konsistenz geht dann allerdings verloren.
  4. Die Erdnusspaste mit Palmzucker, Sojasoße, Tamarindenpaste (oder Limettensaft) und Salz vermengen.
  5. Die Mischung nach Belieben mit warmem Wasser verdünnen. Wer es gehaltvoller mag, kann auch Kokosmilch statt Wasser verwenden. 

Shortcut: Wenn du es eilig hast, einfach die Abkürzung nehmen und, statt Erdnüsse zu zerreiben, Erdnussbutter aus dem Glas verwenden. Aber unbedingt auf Qualität achten!

Die fruchtige Variante: Wenn du die Schärfe ein bisschen abmildern möchtest, kannst du auch Mangostücke in die Soße geben. Das ist nicht traditionell, aber erprobt und lecker.

Zutaten Gemüsesalat (für vier Personen)

  • 250 g Tempeh
  • 250 g fester Tofu 
  • 2 EL süße Sojasoße (Ketjap manis) 
  • 2 EL Erdnussöl oder Sesamöl
  • 4 Eier 
  • 150 g grüne Bohnen
  • 150 g Sojabohnensprossen
  • 3–4 Kartoffeln
  • außerdem Gemüsereste je nach Kühlschrankinhalt wie Karotten, Weißkohl, Spinat oder Salat
  • 1 Salatgurke

Zubereitung

  1. Tempeh in feine Scheiben schneiden, Tofu würfeln. Beides in einer Mischung aus süßer Sojasoße (Ketjap Manis) und 1 EL Öl mindestens 10 Minuten marinieren. Ihr könnt Erdnussöl oder Sesamöl verwenden, beides schmeckt neutral. Ich verwende aber besonders gern geröstetes Sesamöl für zusätzlichen Geschmack. 
  2. Die Eier hart kochen.
  3. In der Zwischenzeit die Kartoffeln schälen und kochen. Das restliche Gemüse putzen, in mundgerechte Stücke schneiden und nacheinander in kochendem Wasser kurz blanchieren. Die Sprossen ebenfalls blanchieren. Mit einem Schaumlöffel die einzelnen Gemüsesorten aus dem Topf heben und abtropfen lassen. Das Gemüse sollte noch bissfest sein.
  4. Die Salatgurke in Scheiben schneiden.
  5. Die marinierten Tempeh-Stücke und Tofuwürfel nacheinander in einer Pfanne im restlichen Sesam- oder Erdnussöl anbraten. Aufpassen, dass nichts anbrennt! 
  6. Die ausgekühlten Kartoffeln in Scheiben schneiden. Die Eier abschrecken, schälen, in je zwei Hälften schneiden. 
  7. Gemüse, Tempeh, Tofu und Eier auf einem Teller anrichten und mit Erdnusssoße und evtl. Krupuk oder Reis servieren.

Tipp: Wenn Erdnusssoße übrig bleibt, versucht doch mal mein Rezept für vegane Sate-Spieße mit Erdnusssoße.

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