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Fernostkost

Vegane Sate-Spieße mit Erdnusssoße aus Indonesien

Die Straßen Yogyakartas, der Sultansstadt im Herzen der indonesischen Hauptinsel Java, füllen sich mit Menschen und Wohlgerüchen. Viele stehen Schlange für die besten Sate-Spieße mit Erdnusssoße, einen Klassiker in der Küche Indonesiens. Die Warungs, mehr oder weniger improvisierte Garküchen unter freiem Himmel, bauen nach Sonnenuntergang ihre Bänke und Feuerstellen auf den Gehsteigen auf. Jung und Alt sitzen beim Schein der Öllampen zusammen, um zu schlemmen und zu schwatzen. Es duftet nach den über dem Holzkohlenfeuer brutzelnden Sate-Spießen mit Hähnchenfleisch und dem Kokosöl, in dem die Garküchenmeister Gemüse, Fisch oder Bananen frittieren. Aber es geht natürlich auch ohne Fleisch. Hier kommt das Rezept für vegane Sate-Spieße.

Yogyakarta – Studentenstadt mit alter Kulturtradition

Unzählige junge Leute knattern auf ihren Motorrädern durch die Hauptstraße Jalan Malioboro. Yogyakarta, kurz Yogya, ist quirlige Studentenstadt, aber auch eine alte Kulturstadt mit Sinn für Geschichte. Seit mehr als 250 Jahren schlägt im Sultanspalast das Herz der zentraljavanischen Metropole. Er ist eine Stadt in der Stadt und ein Hort der Tradition, wenn auch kein Ort der Erstarrung. So wie der Sultan kein weltfremder Märchenprinz, sondern erfolgreicher Geschäftsmann ist, gehen Tradition und Moderne in Yogya Hand in Hand. Javanischer Tanz und Gamelan-Musik werden an Akademien gepflegt, aber junge Künstler verstehen es auch meisterhaft, alte Techniken wie Schmiedekunst und Batik mit modernem Design zu mischen. Und wie eh und je kann man in Yogya wunderbar essen.

Yogya war nach Jakarta die erste Station auf meiner ersten Indonesienreise Mitte der 1980er-Jahre. Obwohl ich schon damals kein Fleisch aß – der Duft der Sate-Spieße mit Erdnusssoße in den Garküchen war würzig und exotisch und sicher ein Grund, warum ich mich sofort in die Stadt verliebte. Viel Zeit ist vergangen, Yogya ist viel großstädtischer als damals. Inzwischen gibt es auch Eissalons und Sushi-Lokale, aber immer noch treffen sich die Menschen abends am liebsten in den Warungs – auf ein paar Sate-Spieße zum Beispiel.

Sate-Spieße mit Erdnusssoße für Vegetarier und Veganer

Ich habe nach meiner Rückkehr mit einer vegetarischen Variante der Spieße experimentiert. Vor allem mit Tofu, denn Tempeh, ein proteinreicher und leckerer Fleischersatz aus fermentierten Sojabohnen, war bei uns damals noch nicht aufzutreiben. Momentan ist Tempeh gerade im Kommen. Man findet es in Asia Shops, aber auch in vielen Bioläden. Und vor Tofu und Lupinenfilets ist Tempeh mein eindeutiger Favorit, wenn es um vegetarische Spieße geht, die übrigens auch vegan sind. Wer das Ganze lieber klassisch mit Fleisch zubereitet, nimmt statt Tofu und/oder Tempeh Hähnchenbrust.

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Ich bereite meine Sate-Spieße in der Grillpfanne zu, im Sommer kannst du die Fleischvariante zumindest auch auf den Grill legen. Mit den veganen Spießen habe ich das noch nicht probiert.

Zutaten Erdnusssoße 

  • 250 g geröstete, ungesalzene Erdnusskerne
  • 4 Schalotten
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1–2 rote Chilischoten 
  • 2 TL Palmzucker (oder brauner Zucker)
  • 2 EL süße Sojasoße (Kecap Manis)
  • 1 EL Tamarindenpaste oder 1 EL Limettensaft
  • Salz nach Geschmack

Zubereitung Erdnusssoße

  1. Die Erdnusskerne in einem Mörser zerreiben (alternativ mit dem Pürierstab). 
  2. Knoblauch und Schalotten schälen und feinhacken, zu den zerriebenen Erdnüssen geben und alles zu einer Paste zerreiben oder zermahlen.
  3. Die Chilischote(n) entkernen, kleinhacken und mit der Erdnuss-Zwiebel-Paste zerreiben oder in der Schüssel pürieren. 
  4. Die Erdnusspaste mit Palmzucker, Sojasoße, Tamarindenpaste (oder Limettensaft) und Salz vermengen.
  5. Die Mischung nach Belieben mit warmem Wasser verdünnen. Wer es gehaltvoller mag, kann auch Kokosmilch statt Wasser verwenden. 

Shortcut: Wer es eilig hat, nimmt eine weitere Abkürzung und verwendet, statt Erdnüsse zu zerreiben, Erdnussbutter. Aber unbedingt auf Qualität achten! 

Zutaten Sate-Spieße (für 4 Portionen)

Vegane Sate-Spieße
Vegane Sate-Spieße
  • 500 g Tempeh (oder 250 g Tempeh und 250 g Tofu /oder 500 g Hähnchenbrust)
  • 2 EL süße Sojasoße (Ketjap manis)
  • 2 EL Erdnussöl (oder ein anderes neutrales Speiseöl)

Zubereitung

  1. Tempeh (und/oder Tofu oder Hähnchenbrust) in 2 cm große Würfel schneiden. Sojasoße und Öl in einer Schüssel verrühren und die Würfel darin ca. 20 Minuten marinieren.
  2. In der Zwischenzeit Holzspieße wässern, damit Sie nicht anbrennen, und auf jeden Holzspieß einige Tempehwürfel (und/oder Tofu- oder Hähnchenwürfel) stecken.
  3. Die Sate-Spieße in einer heißen Pfanne von beiden Seiten anbraten, bis sie appetitlich gebräunt sind. Wenn ihr Hähnchenfleisch verwendet, darauf achten, dass es durchgegart ist. 
  4. Die Spieße mit der Erdnusspaste servieren.

Beilagen: Sate-Spieße mit Erdnusssoße schmecken mit Reis und rohem Gemüse wie in Scheiben geschnittenen Gurken oder Möhren.

Lavasteinmörser contra Pürierstab

Ich bereite die Erdnusssoße in meinem Mörser aus Lavastein zu, den ich vor vielen Jahren auf dem Markt von Jimbaran auf Bali gekauft habe. Ein unglaublich schweres Trump, aber perfekt zum Herstellen von Gewürzpasten oder Soßen. Wer du keinen solchen Mörser im Schrank hast (und wer hat das schon …), nimmst du stattdessen den Pürierstab. So ist die Soße ruckzuck fertig und die Konsistenz viel feiner. Aber ich bilde mir ein, sie schmeckt besser, wenn ich wie eine javanische Hausfrau auf dem Dorf die Zutaten mit dem Lavastößel in mühevoller Handarbeit zermahle.

Tipp: Wenn Erdnusssoße übrig geblieben ist, probiere doch an einem der nächsten Tage mein Rezept für einen anderen indonesischen Klassiker: Gado-Gado mit Erdnusssoße.

8 Kommentare

  • Stefan
    22. März 2021 at 11:33

    Herrlich! Da werden Erinnerungen wach. Wir müssen ungefähr zur gleichen Zeit dort gewesen sein. Avocados im Obstsalat – Batik-Bilder kaufen und den Preis verhandeln – Kinder plantschen im 20 cm hohen Wasser in der Gasse vor dem Guesthouse nach einem Schauer – und natürlich die leckere Erdnusssoße zu den Satay. Das sind meine Erinnerungen an Yogya.

    Antwort
    • Elke
      22. März 2021 at 11:35

      Ja, Seufz … wäre toll, mal wieder nach Yogya zu kommen!

      Liebe Grüße
      Elke

      Antwort
  • Netreisetagebuch
    22. März 2021 at 11:50

    Mmh… das sieht lecker aus. Und es ist ja anscheinend viel einfacher, als ich dachte. Da weiß ich ja, was es demnächst bei uns geben wird. Vielen Dank für das tolle Rezept.
    Viele Grüße
    Annette

    Antwort
    • Elke
      22. März 2021 at 11:57

      Dann lass es dir schmecken, liebe Annette!
      Liebe Grüße
      Elke

      Antwort
  • Thomas
    22. März 2021 at 12:07

    Hallo Elke,
    bei Yogyakarta denke ich automatisch an den Vulkan Bromo. Von Yogya sind wir zum Bromo gestartet und haben in den Krater geblickt. Am nächsten Tag den Sonnenuntergang dort erlebt. Die Reise in Indonesien hat uns begeistert.
    Sate-Spieße mögen wir auch sehr. Haben wir auch in Thailand, Malaysia und Singapur gegessen.
    Liebe Grüße
    Thomas

    Antwort
    • Elke
      22. März 2021 at 12:14

      Hallo Thomas,
      ja, so ein tolles, vielfältiges Land! Ich war früher als Reiseleiterin mehrmals im Jahr auf den Inseln unterwegs – momentan schwelge ich leider nur kulinarisch in Erinnerungen …
      Liebe Grüße
      Elke

      Antwort
  • Sabine von Ferngeweht
    24. März 2021 at 8:50

    Oh, wie lecker. Und ich habe sogar einen echten Mörser! Dann weiß ich ja jetzt, was ich demnächst mal kochen werde… Danke für das Rezept! (Und Gado Gado sowie Laksa mag ich auch gern – Letzteres gab es sehr viel auf Borneo. )

    Antwort
    • Elke
      24. März 2021 at 8:55

      Noch ein Indonesien-Fan – wie schön! Und wenn du sogar einen Mörser hast, kann ja nichts mehr schiefgehen … Viel Spaß beim Ausprobieren und Genießen!
      Liebe Grüße
      Elke

      Antwort

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