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Bayern / Münchner Voralpenland / Wanderungen

Wanderung auf den Jochberg – ein Aussichtsberg der Spitzenklasse

Blick vom Jochberg auf den Walchensee und Karwendel

Nein, ein Geheimtipp ist die Wanderung auf den Jochberg sicher nicht. Der Aussichtsgipfel gehört zu den Münchner Hausbergen und an schönen Wochenenden wird’s voll. Der Aufstieg lohnt sich dennoch unbedingt: Vom Gipfelkreuz in 1565 m schweift der Blick über unzählige Alpengipfel sowie die Seenplatte im Voralpenland. Bilderbuchbayern liegt unter dir.

Und wenn du antizyklisch wanderst – möglichst unter der Woche, möglichst früh oder möglichst spät – musst du den Gipfel außerdem mit deutlich weniger Menschen teilen. Am Ufer des Walchensee klingt die Rundwanderung aus, die definitiv zu den schönsten Panoramawanderungen im Voralpenland zählt.

Aufstieg durch den Bergwald

Infokasten zur Wanderung auf den Jochberg

  • Länge der Tour: 10,3 km
  • Höhenmeter: ca. 700
  • Dauer der Wanderung: ca. 4 Std.
  • Charakter: Rundwanderung

Meist schattige Waldpfade bergauf und bergab. Die rund 700 m Höhenmeter sind bei solider Grundkondition gut zu bewältigen. Trittsicherheit und Bergschuhe sind jedoch erforderlich. Empfohlen von Mitte Mai bis Mitte Oktober. Wenn der Herbst milde ist, kann man auch im November noch aufsteigen.

Der Einstieg zur Wanderung auf den Jochberg liegt gegenüber vom Parkplatz. Recht flott schlängelt sich der Weg gleich aufwärts durch den schattigen Bergwald – immer den gelben Wegweisern zum Jochberg folgend. Treppenstufen aus Holzbohlen hier und da mildern die Steigung.

Aufstieg zum Jochberg
Aufstieg zum Jochberg

Kann schon sein, dass dir Gruppen von Wanderern schon entgegenkommen, auch wenn du zeitig unterwegs bist. Sie sind bei Dunkelheit zum Sonnenaufgang aufgestiegen. Gerade bei jungen Leuten gerade ziemlich angesagt.

Nach einer knappen Stunde taucht zur Linken zum ersten Mal der Kochelsee auf. Wie ein riesiges blaues Auge liegt er inmitten der Voralpenlandschaft. Die meisten Wanderer zücken die Kameras für die ersten Selfies – aber es kommt noch viel besser! 

Blick vom Jochberg auf den Kochelsee
Blick vom Jochberg auf den Kochelsee

Nach einer weiteren halben Stunde erreichst du auf der Wanderung zum Jochberg eine Lichtung, wo Wegweiser u.a. zur Jocheralm weisen. Wir halten uns links, dem Wegweiser „Jochberg“ folgend. Nach insgesamt etwa anderthalb Stunden erreichen wir die Baumgrenze. Durch ein Weidegatter führt der Weg auf eine Almwiese. Hier rückt erstmals der Walchensee in den Blick, der oberhalb des Kochelsees liegt. Der Jochberg liegt genau dazwischen. Hier kannst du ein paar Minuten verschnaufen und das Panorama schon mal ausgiebig genießen und Kraft tanken für die letzte Etappe. 

Gipfelsturm

Noch 20 Minuten geht es recht steil bergauf, dann liegt der Gipfel vor dir. Geschafft – du kannst stolz auf dich sein! Oben am Gipfelkreuz schweift der Blick in alle Richtungen: Auf der einen Seite liegt die Seenplatte mit Ammersee, Riegsee, Staffelsee und dem Kochelsee ganz vorne vor dir. Auch den Hohenpeißenberg mit dem Sendemast kannst du erspähen. Und mit viel Glück siehst du, wie sich München in der Ferne aus dem Dunst schält. 

Auf der anderen Seite macht sich der Walchensee vor der Kulisse des Karwendelgebirges, der Stubaier Alpen und des Wettersteingebirges mit der Zugspitze breit. Wenn du im Frühsommer unterwegs bist, sind die meisten Gipfel vom Winter noch weiß überpudert. Im Herbst ist eventuell in den Bergen schon Neuschnee gefallen. Im Osten liegen die Benediktenwand, die Jachenau und dahinter Bergspitzen wie der Wilde Kaiser, die schon in Österreich liegen. Ein Panorama, das schwindelig macht! 

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Gipfelpicknick oder Brotzeit auf der Alm?

Bist du auf dem Gipfel auch nicht allein – am Hang finden alle Wanderer ihr Picknickplätzchen. Die Brotzeit schmeckt in klarer Bergluft – entrückt vom Alltag – einfach herrlich.

Der Abstieg führt an der Jocheralm vorbei, die du von oben schon erspäht hast. Ein schmaler Pfad führt recht steil direkt über die Weide zur Alm, auf der sich im Sommer Kühe an Bergkräutern laben. Alternativ gehst du ein Stück zurück und läufst – der Beschilderung zur Jocher-Alm folgend – auf einem breiten Wanderweg abwärts. 

Blick auf die Jocher-Alm
Blick auf die Jocheralm

Im Biergarten vor der Alm sitzt du herrlich – im Sommer bei Kuhglockengebimmel – und wirst bestens versorgt. Kann aber sein, dass du warten musst, bis Plätze frei werden. 

Rückweg am Walchensee entlang

Für den Rückweg nimmst du den breiten Zufahrtsweg, der nach rechts in Richtung Urfeld führt. Nach rund 500 m folgst du aber dem Wegweiser nach rechts auf einen Waldweg, der sich über Stock und Stein abwärts windet. Der Weg ist größtenteils schattig, teilweise recht schotterig und führt vorbei an Kollektionen von Steinpyramiden, die Wanderer errichtet haben. An Biegungen halten wir nach dem Wegweiser nach Urfeld oder dem rot-weißen Pfeil Ausschau halten.

Auf dem letzten Stück bergab glitzert der Walchensee schon türkisfarben durch die Bäume. Er ist mit einer Tiefe von bis zu 190 m einer der tiefsten Alpenseen Deutschlands. Mit einer Sichtweite von 40 m unter Wasser und mehreren Wracks zieht er viele Taucher an. Thermische Winde bieten außerdem ideale Bedingungen für Windsurfer, Kitesurfer und Segler.

Fußbad im Walchensee nach der Wanderung
Fußbad im Walchensee nach der Wanderung
Im Herbst haben die Boote am Walchensee Ruhepause
Im Herbst haben die Boote am Walchensee Ruhepause

Wir suchen ein Plätzchen am Kiesstrand, kühlen die wandermüden Füße im eiskalten Wasser und schauen dabei den Windsurfern zu, die fast immer über den See flitzen. Zurück zum Ausgangspunkt geht es auf einem befestigten Weg ca. 30 Minuten am Seeufer entlang nach Urfeld. Wenn du öffentlich unterwegs bist, kannst du –bei herrlichem Seeblick – zum Beispiel im Café am See mit großer Seeterrasse auf den Bus warten.

Der schnellste Weg zurück zum Parkplatz verläuft entlang der Straße. Die schönere Variante führt auf einem Weg, der gegenüber vom Café am See seinen Ausgang nimmt, zum Ausgangspunkt der Wanderung. 

Wie kommst du zur Wanderung auf den Jochberg?

PKW: Der Parkplatz am Kesselberg hinter Kochel besteht aus mehreren kleinen Parkbuchten in der Kehre am Kesselbergsattel, die sich im Laufe des Vormittags schnell füllen. Wenn die Sonnenaufgangswanderer zurückkehren, kannst du aber mit ein bisschen Glück einen ihrer Parkplätze übernehmen.

ÖPNV: Zugverbindung München-Kochel. Am Bahnhof Kochel wartet bei Ankunft der Bus (Linie 9608), der Wanderer zum Ausgangspunkt der Wanderung bringt.

Wo kannst du einkehren?

  • Jocheralm: Auf 1382 m kommen in der Berghütte köstliche regionale und hofeigene Produkte des Jachenauer Seppenbauernhofs auf den Tisch. Öffnungszeiten: tgl. außer Mo von Mitte Mai bis Mitte Oktober.
  • Café am See: uriges Selbstbedienungslokal mit selbstgebackenen Kuchen und tollem Seeblick von der Terrasse. Urfeld 27, direkt am Walchensee.

Sehenswertes auf dem Weg

Walchenseekraftwerk 

Das 1924 in Betrieb genommene Walchenseekraftwerk nutzt das natürliche Gefälle von gut 200 m zwischen Walchensee und Kochelsee zur Stromerzeugung. Feiner Ökostrom also. Auf der Rückfahrt Richtung Kochel lohnt ein Abstecher zum Besucherzentrum.

Franz-Marc-Museum

Die Region um den Kochelsee ist Franz-Marc-Land. Hier lebte der Künstler und schuf einige seiner wichtigsten Werke. Auf der Rückfahrt über Kochel bietet sich ein Abstecher zum dortigen Franz-Marc-Museum an.

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