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Ein Wochenende in Nürnberg: Tipps zu Sehenswürdigkeiten, Küche & Museen

Wochenende in Nürnberg: Fachwerkensemble mit Albrecht-Dürer-Haus

Franken ist eine faszinierende Region voller Geschichte, Kunst und Kultur. Letztes Jahr habe ich Bayreuth und Bamberg ausführlich erkundet, dieses Jahr hatte ich große Lust auf Nürnberg – mit 500.000 Einwohnern eindeutig die Frankenmetropole. Bei zwei Besuchen in der Stadt habe ich nicht nur die Sehenswürdigkeiten in der Nürnberger Altstadt erkundet, sondern auch spannende Museen, Erinnerungsstätten und mehr besucht. Doch die große Entdeckung war, dass Nürnberg auch ein tolles Ziel für Genießer ist. Nürnberger Lebkuchen und Nürnberger Rostbratwürste kennst du bestimmt. Aber wusstest du, dass Nürnberg neun Restaurants mit Michelin-Sternen und etliche andere Fine-Dining-Adressen zu bieten hat? Mehr dazu in meinem Artikel Nürnberg kulinarisch.

Mit seiner kompakten Altstadt ist Nürnberg perfekt für einen Wochenendtrip. Zu meinen Tipps für dein Wochenende in Nürnberg gehören ein paar Café- und Gasthof-Adressen für Pausen auf dem Stadtrundgang sowie Lieblingsmuseen, die nicht nur bei Regenwetter lohnen. Außerdem habe ich drei Stadttouren getestet – für alle, die sich gern führen lassen. Viel Spaß in Nürnberg!

Altstadtspaziergang zu allen Sehenswürdigkeiten in Nürnberg

Zum Start in dein Wochenende in Nürnberg am besten erstmal treiben lassen, ins Café setzen oder Bratwurst essen und die Stadt auf dich wirken lassen. Am nächsten Vormittag kannst du deine Altstadterkundung etwas strukturierter angehen. Mein Tipp: An der Kaiserburg (Tram 4,Haltestelle Tiergärtnertorplatz, oder Bus 36 Haltestelle Burgstraße) beginnen. Das macht historisch Sinn, denn dort liegen die Anfänge Nürnbergs. Bequemer ist es außerdem, denn du läufst von der Burg bergab durch die Quartiere rund um St. Sebald und St. Lorenz bis zum Handwerkerhof

Die Kaiserburg thront über der Nürnberger Altstadt; © Uwe Niklas, Nürnberg Tourismus
Die Kaiserburg thront über der Nürnberger Altstadt; © Uwe Niklas, Nürnberg Tourismus

Interessant zu wissen: Die Nürnberger Altstadt wurde im Zweiten Weltkrieg zu 90 Prozent zerstört. Die wichtigsten mittelalterlichen Bauten in der Altstadt entstanden nach alten Plänen aus den Trümmern neu. Ein Lob auf die Restauratoren, die tolle Arbeit leisteten!

Kaiserburg Nürnberg

Das Wahrzeichen Nürnbergs liegt auf einem Hügel oberhalb der Altstadt. Von der Aussichtsplattform Freiung hast du einen großartigen Blick über die Stadt. Wenn du am liebsten Rundumblick hast, kannst du den Sinwellturm besteigen.

Sehenswürdigkeiten in Nürnberg:
Blick von der Kaiserburg über die Altstadt
Blick von der Kaiserburg über die Altstadt

Die Burg selbst mit Rittersaal und Kapelle kannst du natürlich vom Burghof aus auch besichtigen. Sie atmet an jeder Ecke Geschichte, denn hier waren die Kaiser des Heiligen Römischen Reichs gern zu Besuch. Im Mittelalter regierten die Herrscher nicht von einer Hauptstadt aus, sondern reisten von Ort zu Ort, um Reichstage abzuhalten. Nürnberg war jedoch eine Art Hauptquartier, denn 1356 bestimmte die „Goldene Bulle“ von Kaiser Karl IV., dass jeder neu gewählte Herrscher seinen ersten Reichstag in Nürnberg abhalten müsse. Dass die Stadt 1524 protestantisch wurde, gefiel den katholischen Kaisern natürlich gar nicht. 

Info: Kaiserburg Nürnberg, Burg 17; Öffnungszeiten: März bis 3. Oktober täglich 9-18 Uhr, 4. Oktober bis 28. März täglich 10-16 Uhr; www.kaiserburg-nuernberg.de

Quartier Burgviertel: Tiergärtnertorplatz

Das Tiergärtnertor war im Mittelalter eines der Stadttore. Davor breitet sich ein langgezogener Platz – mein Lieblingsplatz in Nürnberg! – mit mehreren Fachwerkhäusern aus, über den tagsüber unzählige Reisegruppen spazieren. Ein moderner Hingucker inmitten der Fachwerkpracht: die Skulptur „Der Hase“, eine Anspielung auf Dürers weltberühmte Grafik mit dem Feldhasen und doch recht verstörend, wenn du genau hinschaust.

Pausentipps

  • Sehr nett sitzt du vorm Café Wanderer (Beim Tiergärtnertor 2–6) unter der Kastanie bei Kaffee und Kuchen oder Aperol Spritz. An Sommerabenden verabreden sich die Einheimischen hier zum Sundowner. Das Bier holst du dir im dazugehörigen Bieramt nebenan, das früher Fuhrmannsstube mit Pferdetränke war. Und wenn an den Tischen kein Platz mehr frei ist, hockst du dich einfach auf den Boden. Immer tolle Stimmung!
  • In der Hausbrauerei im Altstadthof (Bergstraße 19) ist das Bierbrauen noch Handarbeit und Familiensache. Ganz traditionell in Kupferkesseln werden Nürnberger Bierspezialitäten wie das Original Nürnberger Rotbier und andere Sorten gebraut. Außerdem reift in Fässern eine neuere Nürnberger Spezialität: der preisgekrönte AYRER’s Single Malt Whisky. In der Gaststube gibt’s deftige Bierküche.
Sommerabend am Tiergärtnertorplatz; © Steffen-Oliver Riese, Nürnberg Tourismus
Sommerabend am Tiergärtnertorplatz; © Steffen-Oliver Riese, Nürnberg Tourismus

Am Tiergärtnertorplatz liegt aber auch ein besonderes Gebäude, das unbedingt eine Innenbesichtigung lohnt: das Albrecht-Dürer-Haus (siehe Museen in Nürnberg).

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Das Albrecht-Dürer-Haus (in der Mitte)

Quartier Weinmarkt: Sebalduskirche

Die Sebalduskirche gehört zu den drei wichtigsten Kirchen der Stadt und wurde im 13. Jahrhundert auf den Grundmauern einer spätromanischen Kirche erbaut. Ein Paradox: Der größte Schatz der evangelischen Stadtkirche ist das Grab eines katholischen Heiligen, des heiligen Sebaldus. Das ist nicht ganz so verwunderlich, wenn du weißt, dass er der Schutzpatron Nürnbergs ist.

Pausentipp

  • Im Café Maulbeere im Sebalder Pfarrhof (Albrecht-Dürer-Platz 1, Dienstag bis Samstag 11–18 Uhr), das rosa Gebäude schräg gegenüber der Kirche, sitzt du im Innenhof paradiesisch ruhig bei Kaffee und hausgemachten Kleinigkeiten.
Sehenswürdigkeiten in Nürnberg: Sebalduskirche
Sehenswürdigkeiten in Nürnberg: Tympanon an der Sebalduskirche
Eine der schönsten Kirchen der Stadt: St. Sebaldus

Info: St. Sebaldus, Albrecht-Dürer-Platz 1; Öffnungszeiten: Januar bis März täglich 9.30–16 Uhr, April bis Dezember täglich 9.30–18 Uhr

Quartier Weinmarkt: Weißgerbergasse

Die meistfotografierte Straße in Nürnberg ist ziemlich sicher die Weißgerbergasse mit ihrem Ensemble von historischen Handwerkerhäusern, meist mit Fachwerk. Sie überlebten den Krieg unversehrt, gehören also zu den seltenen Fachwerk-Originalen in Nürnberg. Im Mittelalter verarbeiteten, wie der Name schon sagt, Weißgerber hier Tierhäute von Kälbern, Schafen oder Ziegen zu Leder. Es duftete sicher nicht lieblich. Heute steigt dir dagegen möglicherweise das Aroma von frisch geröstetem Kaffee in die Nase.

Pausentipps

  • Richtig guten Kaffee kannst du in der Kaffeerösterei Bergbrand (Weißgerbergasse 38) an Ort und Stelle genießen oder als Souvenir mit heimnehmen. Auch der Kuchen ist super!
  • An warmen Sommertagen lieber ein Eis? Die kleine Eismanufaktur (Weißgerbergasse 28) ist für viele Nürnberger die beste Adresse für Milcheis und Sorbets.
Wochenende in Nürnberg: Fachwerkensemble in der Weißgerbergasse
Wochenende in Nürnberg: Fachwerkensemble in der Weißgerbergasse
Fachwerkensemble in der Weißgerbergasse

Empfehlenswerte Führungen in Nürnberg

Ich gehe gern allein auf Entdeckungsreise, aber manchmal buche ich zum ersten Kennenlernen auch eine geführte Tour mit einem Stadtkenner. In Nürnberg habe ich an drei Führungen teilgenommen, die ich alle uneingeschränkt empfehlen kann.

  • Klassische Führung* zu allen Sehenswürdigkeiten in der Altstadt von Nürnberg. Buchen
  • Foodtour durch Nürnberg*. Eine Stadttour, auf der du wie bei anderen Rundgängen in die Stadtgeschichte eintauchst, aber zusätzlich die kulinarischen Highlights Nürnbergs wie Bratwurst, Lebkuchen und Rotbier kennenlernst und auch probierst. Buchen
  • Führung über das Reichsparteitagsgelände*. Die Tour über das riesige Gelände wäre allein ein Krampf gewesen. Der Guide war Historiker, super kompetent und beantwortete alle Fragen zum gestern und heute zwischen Kongresshalle und Zeppelinfeld. Buchen

*Kennzeichnung von persönlichen Empfehlungen in Form von sogenannten Affiliate Links. Wenn du über diese Links eine Führung buchst, erhalte ich eine kleine Provision, die mir hilft, den Blog zu finanzieren. Für dich bleibt der Preis gleich. Vielen Dank für deine Unterstützung!

Hauptmarkt mit Frauenkirche und Schönem Brunnen

Der Nürnberger Hauptmarkt ist der zentrale Platz in der Altstadt, aber die Nachkriegsbauten ringsum gewinnen keinen Schönheitspreis. Lediglich die Frauenkirche, die anders als die beiden anderen Hauptkirchen der Altstadt katholisch ist, wurde wieder aufgebaut. Davor findet von Montag bis Samstag der Wochenmarkt statt, der nur ab und Events weichen muss.

Wochenende in Nürnberg: Frauenkirche am Hauptmarkt
Hauptmarkt mit Frauenkirche und Wochenmarkt

Ein Hingucker ist auf jeden Fall der Schöne Brunnen, ein farbenfrohes gotisches Schmuckstück, um das sich viele kleine Anekdoten ranken. Das Gitter, das den Brunnen einrahmt, ist oft von Besuchern umlagert. Sie sind auf der Suche nach dem goldenen Ring. Es soll Glück bringen, ihn zu drehen, erzählen die Stadtführer. Hast du ihn entdeckt?

Wochenende in Nürnberg: Schöner Brunnen am Hauptmarkt
Schöner Brunnen am Hauptmarkt

Pausentipps

Der Hunger meldet sich? Rund um den Hauptmarkt gibt es gleich mehrere traditionelle Bratwurst-Adressen. Nürnberger Rostbratwurst ist seit 1998 eine geschützte Herkunftsbezeichnung wie Parmaschinken oder Champagner. Das heißt: Was drin sein darf und muss, ist festgelegt. Aber natürlich entscheidet der Metzger, ob es eine Prise Majoran mehr oder weniger sein darf. Die feinen Unterschiede sorgen dafür, dass die meisten Nürnberger Wurstliebhaber einen Favoriten haben. Leider gab’s für mich keine Bratwurst, denn die renommierten Bratwurstküchen produzieren wegen der strengen Auflagen (noch?) keine veganen Würste.

  • Bratwurst Röslein, Rathausplatz 6
  • Bratwursthäusle, Rathausplatz 1
Wochenende in Nürnberg: Nürnberger Rostbratwürste
Nürnberger Rostbratwurst ist eine geschützte Herkunftsbezeichnung

Nürnberger Rostbratwürste

Seit dem 14. Jahrhundert bereits ist die Bratwursttradition in Nürnberg belegt. Im Vergleich zu anderen Frankenwürsten sind die Nürnberger winzig. Die Legende behauptet, dass geschäftstüchtige Händler im mittelalterlichen Nürnberg auch nach der Sperrstunde hungrige (und zahlungswillige) Kunden beliefern wollten. Deshalb mussten die Würste so klein sein, dass sie durch ein Schlüsselloch passten. Eine echte Nürnberger Rostbratwurst darf nur im Stadtgebiet Nürnberg nach der festgeschriebenen Rezeptur hergestellt werden und muss Standards erfüllen (etwa 8 Zentimeter lang, 20–25 Gramm schwer und über Buchenholzscheiten gegrillt). Um die zwei Millionen Stück werden täglich in Nürnberg hergestellt und in alle Welt exportiert. Für große Fans gibt es sogar ein Bratwurstmuseum (Bratwurstgasse 1, https://nuernberger-bratwuerste.de)

Wurst-Knigge: Im Lokal orderst du 6, 8, 10 oder 12 Original Nürnberger Rostbratwürste mit
Meerrettich und Sauerkraut oder Kartoffelsalat. Sie werden aber auch im Zwiebel-Essig-Sud als „Blaue Zipfel“ serviert. Zum Mitnehmen bestellst du „3 im Weggla“ (im Brötchen).

Rund um die Pegnitz: Kettensteg

Die Pegnitz teilt Nürnbergs Altstadt in zwei Hälften und sorgt für Romantik im Stadtbild. Hier liegen nämlich eine ganze Reihe von historischen Gebäuden und charakteristische Brücken, die sie verbinden.

Wenn du von der Weißgerbergasse zur Pegnitz spazierst, kommst du am Kettensteg vorbei, einer Fußgängerbrücke. Ausnahmsweise kein Relikt aus dem Mittelalter, sondern die älteste erhaltene eiserne Hängebrücke auf dem europäischen Festland – ein Meilenstein der Industriegeschichte aus dem Jahr 1824! 

Wochenende in Nürnberg: der Kettensteg, eine eiserne Hängebrücke
Wochenende in Nürnberg: der Kettensteg, eine eiserne Hängebrücke über die Pegnitz
Fachwerk trifft Industriegeschichte des 19. Jahrhunderts an der Pegnitz

Rund um die Pegnitz: Weinstadel und Henkersteg

Das Ensemble aus Weinstadel, Henkersteg und Henkerturm ist heute beliebter Fotospot. Im Mittelalter nicht gerade eine feine Gegend. Der Weinstadel, eines der größten Fachwerkhäuser Deutschlands, lag Mitte des 15. Jahrhunderts außerhalb der Stadtbefestigung. Hier waren damals Leprakranke untergebracht, später lebten dort Handwerker und arme Familien, und im Keller lagerten die Weinvorräte der Stadt. Heute bestens renoviert ein Studentenwohnheim mit Flair.

Über den Henkersteg, einen Holzsteg auf der anderen Seite der Pegnitz, erreichte der Henker – nicht gerade ein angesehener Bürger der Stadt – seine Dienstwohnung im Henkerhaus. Sie ist heute Museum (Trödelmarkt 58, www.henkerhaus-nuernberg.de).

Wochenende in Nürnberg: Weinstadel und Henkersteg
Weinstadel und Henkerbrücke

Rund um die Pegnitz: Heilig-Geist-Spital

Ein reicher Patrizier stiftete im 14. Jahrhundert das Heilig-Geist-Spital für 200 Kranke und Alte. Das größte Sozialprojekt im mittelalterlichen Deutschland. Es kam zu besonderen Ehren, als hier von 1423 bis 1796 die Reichskleinodien verwahrt wurden, der wichtigste Schatz des Heiligen Römischen Reiches. Die Nürnberger hüteten sie wie ihren Augapfel, bis man sie aus Angst vor den Franzosen nach Regensburg auslagerte. Anschließend kamen sie nach Wien, wo sie bis heute (abgesehen von einer kurzen Rückkehr nach Nürnberg im Dritten Reich) aufbewahrt werden.

Wochenende in Nürnberg: Heilig-Geist-Spital
Heilig-Geist-Spital – einst Verwahrungsort der Reichsinsignien

Augustinerhof

Mitten in der Altstadt entstand vor einigen Jahren mit dem Augustinerhof ein ganz neues Quartier mit Läden, Lokalen, einem Hotel und dem Zukunftsmuseum (siehe Museen in Nürnberg). Auch wenn die Baupläne bei vielen Nürnbergern zunächst wenig Anklang fanden – der moderne Komplex fügt sich erstaunlich gut ins Altstadtensemble ein.

Pausentipp

  • Im Café Pique Nique (Augustinerplatz 1), direkt neben dem Hotel Karl August, gibt es französische Backwaren bester Qualität. Zum Dahinschmelzen! Wenn es voll ist, kannst du auf Tische in der Hotellobby ausweichen.
  • Im Sommer ist das Eis in der Ice Cream Bar Bonbon, schräg gegenüber, der Renner. Mit besten Zutaten und kreativen Sorten.
Nürnberg: Augustinerhof an der Pegnitz
Augustinerhof an der Pegnitz

Quartier Lorenzer Platz: Lorenzkirche

Zu den großen drei der Nürnberger Kirchen gehört natürlich die Lorenzkirche, ein Schatzkästchen der Hochgotik. Zwei Meisterwerke: das fast 19 Meter hohe Sakramentshaus des Nürnberger Bildhauers Adam Kraft und die Holzplastik Englischer Gruß von Veit Stoß.

Im Innenraum glaubst du dich auf einer Insel der Stille und Schönheit mitten im Shopping-Viertel der Stadt mit seinen meist gesichtslosen Nachkriegsbauten. Wenn du Orgelmusik liebst und unter der Woche in Nürnberg bist, solltest du dir unbedingt eines der Mittagskonzerte am Dienstag und Mittwoch um 12.15 Uhr gönnen. Die Lorenzer Orgel gehört mit ihren mehr als 12.000 Pfeifern und 165 Registern zu den größten Orgeln der Welt – mit entsprechender Klangfülle.

Pausentipp

  • Die Nürnberger mögen Eis! Nördlich der Lorenzkirche liegt ein weiteres Eisparadies, wo nur beste Zutaten verwendet werden. Im Lo3 (Lorenzer Platz 3) gibt es außerdem immer einige vegane Sorten.
  • Das Café Arte (Kartäusergasse 1) im Germanischen Nationalmuseum kannst du auch besuchen, ohne den Eintritt fürs Museum zu zahlen. Den Innenraum im Keller finde ich ein bisschen trist, aber wunderbar sitzt du bei schönem Wetter draußen im Kleinen Klosterhof.
Sehenswürdigkeiten in Nürnberg: Lorenzkirche

Info: Lorenzkirche, Lorenzer Platz 1; Öffnungszeiten: Montag bis Samstag 9–17.30 Uhr und Sonntag 13 bis 15.30 Uhr; Mittagskonzerte Dienstag/Mittwoch 12.15 Uhr

Quartier Lorenzer Platz: Germanisches Nationalmuseum und Straße der Menschenrechte

Zwischen Lorenzkirche und Handwerkerhof liegt das berühmteste Museum der Stadt, das Germanische Nationalmuseum (siehe Museen in Nürnberg), in dem sich alles um Kunst und Kultur dreht. Auf dem Weg zum Haupteingang passierst du zwangsläufig die Straße der Menschenrechte, ein begehbares Kunstwerk des israelischen Künstlers Dani Karavan (1930–2021). 27 weiße Rundpfeiler von acht Metern Höhe, zwei Bodenplatten, eine Säuleneiche und ein Torbogen verbinden Kornmarkt und Stadtmauer. Auf jedem Element ist ein Menschenrechtsartikel in Kurzform – auf Deutsch und in einer anderen Sprache – zu lesen. Das Kunstwerk klagt die Verbrechen der Nationalsozialisten an und mahnt gleichzeitig zur Achtung der Menschenrechte überall auf der Welt.

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Straße der Menschenrechte von Dani Karavan

Handwerkerhof

Wenn du von der Kaiserburg durch die Nürnberger Altstadt spaziert bist, ist der Handwerkerhof letzte Station. Er liegt direkt hinter der Stadtmauer, und wenn du vom Bahnhof kommst, betrittst du ihn durch ein Stadttor. Mir war es dort ein bisschen zu rummelig, aber die Idee hinter dem Quartier ist super: ein Viertel für traditionelles wie zeitgenössisches Handwerk. Wenn du dir Zeit zum Stöbern in den Werkstätten nimmst, kannst du auf jeden Fall Entdeckungen machen und manchem Handwerker auf die Finger schauen.

Um die Ecke liegen das Neue Museum (siehe Museen in Nürnberg) und der Skulpturengarten (10–18 Uhr), eine Ruheinsel mit alten Bäumen und neun Skulpturen zeitgenössischer Künstler.

Pausentipp

  • Im Café in der 12 (Königstraße 82) im ehemaligen Glasschleiferhäuschen gibt es richtig guten Kaffee, Süßes und Snacks.
Sehenswürdigkeiten in Nürnberg: Eingang zum Handwerkerhof
Eingang zum Handwerkerhof

Meine Top 4 Museen in Nürnberg

Hoffentlich scheint an deinem Wochenende in Nürnberg nur die Sonne! Ich hatte zweimal ein bisschen Wetterpech und wusste die tollen Museen zu schätzen. Aber auch bei Sonnenschein lohnt der Besuch der Sammlungen natürlich. Ich bin sicher: Jeder findet sein Lieblingsmuseum.

Germanisches Nationalmuseum

Was für ein großartiges Museum! Und ein Muss, wenn du dich für Kunst und Kultur interessierst. Die Ausstellungsräume verbinden den modernen Trakt mit den Räumlichkeiten eines mittelalterlichen Kartäuserklosters, und die unzähligen Schätze von der Frühzeit bis zur Moderne sind stimmungsvoll präsentiert. Meine Highlights sind eindeutig die Werke aus dem Mittelalter und der frühen Neuzeit, der Blütezeit der Handelsmetropole Nürnberg – darunter ein paar Originale von Albrecht Dürer und der großartige Behaim-Globus des Kaufmanns und Entdeckungsreisenden Martin Behaim. Ein Meilenstein in der Geschichte der Kartografie als älteste erhaltene Darstellung der Erde in Kugelform – noch ohne die Neue Welt.

Info: Germanisches Nationalmuseum, Kartäusergasse 1; Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10–18 Uhr, Mittwoch 10–20.30 Uhr; www.nmn.de

Albrecht-Dürer-Haus

Für mich auch ein Must-see-Museum, in dem sich alles um den wohl berühmtesten Nürnberger dreht. Albrecht Dürer (1471–1528) war schon zu Lebzeiten gefeierter Maler, aber auch Kunsttheoretiker und Grafiker. Vor allem durch Verkäufe seiner Drucke war er – der Erfindung der Druckerpresse sei dank! – ein wohlhabender Mann. Sein standesgemäßes Wohnhaus, in dem er fast 20 Jahre lebte und arbeitete, überlebte wie durch ein Wunder den Krieg. In der Ausstellung gibt es keine Dürer-Originale, aber per Audioset kannst du in die Welt des Meisters eintauchen.

Info: Albrecht-Dürer-Haus, Albrecht-Dürer-Straße 39; Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag 10–17 Uhr, Samstag und Sonntag 10–18 Uhr; www.nmn.de

Zukunftsmuseum (Deutsches Museum Nürnberg)

2021 eröffnete das Zukunftsmuseum im neuen Quartier Augustinerhof als Zweigstelle des Deutschen
Museums in München
. Es wagt einen Blick in die Zukunft und beschäftigt sich mit der Frage, wie wir in zehn, 20 oder 50 Jahren leben werden. Wie werden unsere Städte aussehen? Wie werden wir uns fortbewegen? Wohin führt der KI-Boom? An interaktiven Stationen können Erwachsene wie Kinder in die Zukunft vorausreisen.

Info: Zukunftsmuseum (Deutsches Museum Nürnberg), Ausgustinerhof 4; Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10–18 Uhr; www.nmn.de

Museen in Nürnberg: Zukunftsmuseum
Museen in Nürnberg: Zukunftsmuseum
Das Zukunftsmuseum ist eine Filiale des Deutschen Museums in München

Neues Museum

Das Museum für Kunst und Design präsentiert auf 3.000 Quadratmetern Kunstwerke von den
1950er-Jahren bis zur Gegenwart. Darunter in der Dauerausstellung Gemälde, Skulpturen, Designstücke und Installationen von Stars der Szene, aber immer auch Wechselausstellungen. Das Gebäude selbst begeistert Architekturfans mit seiner geschwungenen Glasfassade an der Altstadtmauer. Auch ein Hingucker: die spiralförmige Wendeltreppe.

Info: Neues Museum, Luitpoldstraße 5; Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10–18 Uhr, Donnerstag 10–20 Uhr; www.nmn.de

Museen in Nürnberg: Spiraltreppe im Neuen Museum
Spiraltreppe im Neuen Museum

Außerhalb der Altstadt

Stadtviertel St. Johannis

Ein gemütliches Wohnviertel mit Läden, Cafés und Restaurants in der Nordstadt, in dem du Nürnberg (fast) ohne Touristen erleben kannst. Ein Schmuckstück ist der Friedhof St. Johannis mit seinen sehr einheitlichen steinernen Gräbern, auf dem immer noch Nürnberger bestattet werden. Hier liegen aber auch Nürnberger Promis wie Albrecht Dürer begraben. Im Sommer vor allem blüht es an allen Ecken, und die Rosensträucher sind ein Traum.

Friedhof St. Johannis
Friedhof St. Johannis: Grab von Albrecht Dürer
Friedhof St. Johannis mit dem Grab von Albrecht Dürer

Ein Ort zum Entspannen während des Stadtspaziergangs sind die Hesperidengärten fast nebenan, eine barocke Gartenanlage, die in den 1980er-Jahren wiederbelebt wurde.

Stadtviertel St. Johannis: Hesperidengärten
Stadtviertel St. Johannis: Hesperidengärten
Ein Schmuckstück: die barocken Hesperidengärten

Pausentipp

  • Du läufst in 15–20 Minuten durch die Pegnitzauen von der Altstadt nach St. Johannis. Unterwegs liegt eine sehr coole Location: das Schnepperschütz (Am Hallertor 3), eine Café-Bar in einem ehemaligen Toilettenhäuschen, wo man sich gern auf einen Aperol Spritz oder einen Kaffee trifft. Wer keinen Platz an einem der Tisch findet, hockt sich auf die Treppenstufen.
Schnepperschütz: Bar im ehemaligen Toilettenhäuschen
Schnepperschütz: Bar im ehemaligen Toilettenhäuschen

Reichsparteitagsgelände

Kein Ort zum Wohlfühlen und doch unbedingt sehenswert. Hitler machte Nürnberg zur Stadt der NSDAP-Parteitage. Warum gerade Nürnberg? Zum einen, weil die Frankenmetropole für den „Führer“ die „deutscheste aller deutschen Städte“ war, erzählte der Stadtführer. Zum anderen aus praktischen Gründen: Der riesige Bahnhof ermöglichte die Anreise von Menschenmassen. Die Pläne für das Reichsparteitagsgelände, das nur teilweise bebaut wurde, zeugen von Gigantomanie. Ich habe das riesige Gelände im Rahmen einer sehr empfehlenswerten Führung erkundet, die von der nicht fertig gestellten Kongresshalle zum Zeppelinfeld führte.

Die unfertige Kongresshalle war nach dem Krieg lange Lagerplatz, inzwischen ist eine Nutzung für kulturelle Zwecke beschlossen. Teilweise nutzen Künstler einzelne Räume bereits als Ateliers und Proberäume. Ein Bereich beherbergt schon seit 2001 das Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände mit einer Dauerausstellung, die einen Beitrag zur Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit leistet. Sie wird (bis Herbst 2025) grundlegend überarbeitet, und eine Interimsausstellung informiert vorübergehend in verkürzter Form über die NS-Zeit in Nürnberg.

Nürnberg: Kongresshalle auf dem Reichsparteitagsgelände
Nürnberg: Kongresshalle auf dem Reichsparteitagsgelände
Die unvollendete Kongresshalle aus der NS-Zeit

Was macht man mit nationalsozialistischer Architektur, die so kompakt ist, dass eine Sprengung unmöglich ist? Anfang der 2010er-Jahre verständigten sich die Stadt Nürnberg, der Freistaat Bayern und die Bundesrepublik Deutschland darauf, das Ensemble aus Zeppelintribüne und Zeppelinfeld, wo sich bei Parteitagen bis zu 1 Million Menschen versammelten, zu einem Lern- und Begegnungsort zu entwickeln. Die Außenanlagen mit Reflexionsorten sollen bis 2030 fertiggestellt sein.

Nürnberg: Zepellinfeld auf dem Reichsparteitagsgelände
Nürnberg: Zepellinfeld auf dem Reichsparteitagsgelände
Zeppelinfeld und Foto eines Parteitags

Info: Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände, Bayernstraße 110; Öffnungszeiten: Montag bis Sonntag 10–18 Uhr; https://museen.nuernberg.de/dokuzentrum

Memorium Nürnberger Prozesse

Das Memorium Nürnberger Prozesse erinnert an das Militärtribunal gegen die Hauptkriegsverbrecher des NS-Regimes. Zunächst besuchst du den historischen Gerichtsort, Saal 600, des Nürnberger Justizpalastes. Dort liefert eine Medieninstallation Hintergrundinfos, zeigt aber auch die Vorbildfunktion der Nürnberger Prozesse für Völkerrechtsprozesse der Gegenwart auf. Die Ausstellung im zweiten Stock erläutert ausführlich Vorgeschichte, Verlauf und Folgen des Strafverfahrens.

Info: Memorium Nürnberger Prozesse, Bärenschanzstraße 72; Öffnungszeiten: Montag und Mittwoch bis Freitag 9–18 Uhr, Samstag und Sonntag 10–18 Uhr; https://museen.nuernberg.de/memorium-nuernberger-prozesse/

Übernachten in Nürnberg

Beste Lage fürs Wochenende in Nürnberg: Hotel Karl August

Ich habe zwei Nächte im Hotel Karl August im Augustinerhof gewohnt. Es liegt fast direkt am Hauptmarkt und damit super zentral. Wenn du ein Zimmer zur Straße hast, kann es abends und morgens ein bisschen lauter werden. Das ist aber auch schon der einzige Nachteil.

Die Zimmer sind geräumig und gemütlich. Das Frühstück wird nebenan in der Brasserie Nitz serviert, und was mir richtig gut gefiel: Du musst dich nicht in die Schlacht am Büffet stürzen, sondern wirst bedient. Es gibt einen Brotkorb und eine Etagere mit lauter Köstlichkeiten, dazu warme Gerichte zum Bestellen. Alles von bester Qualität. Wenn du kein großer Frühstücker bist, kein Problem. Die Alternative: Zimmer ohne Frühstück buchen und Kaffee und ein süßes Teilchen im Café Pique Nique auf der anderen Seite der Rezeption holen. Auch sehr cool: Nach einem langen Sightseeing-Tag kannst du im Dachgeschoss im Pool oder in der Sauna entspannen. 


Offenlegung

Der Artikel entstand in Kooperation mit Nürnberg Tourismus (im Rahmen der Kampagne #DiningAffairs). Ich war frei in der Berichterstattung und meine Meinung ist und bleibt sowieso meine eigene.

Mehr Städteziele in Deutschland
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Hallo, ich bin Elke. Schon als kleines Mädchen immer mit dem Finger auf der Landkarte unterwegs. Als Reisejournalistin, Reisebuchautorin und Reiseleiterin heute Berufsreisende. Mit viel Know-how zu Asien und Neuseeland, aber auch leidenschaftlich gern vor der Münchner Haustür – in Oberbayern oder im Allgäu – unterwegs. Am liebsten mit Wanderstiefeln oder mit dem Fahrrad. Auch wenn ich schon einiges von der Welt gesehen habe – die Entdeckerlust ist immer noch endlos. Wo ich mich aktuell herumtreibe, erfahrt ihr auf meinem Insta-Profil.

8 Kommentare

  • Elisa
    12. Juli 2024 at 9:12

    Klingt nach einem perfekten Wochenende. Vielen Dank für die Tipps zum Tagesprogramm neben der Kulinarik.

    Antwort
    • Elke
      12. Juli 2024 at 9:41

      Sehr gern, liebe Elisa :-). Ich wünsche dir ein tolles Wochenende in Nürnberg!
      Liebe Grüße
      Elke

      Antwort
  • Marion Golder
    13. Juli 2024 at 14:02

    So viele tolle Anregungen für meinen nächsten Besuch in Nürnberg. Neben den bekannten Sights gibt es noch so viele, unbekanntere Ecken zu entdecken, Danke für die vielen Tipps!. Klasse auch die Vorschläge für Restaurants und Cafés, da werde ich sicherlich, etwas da von ausprobieren beim nächsten Besuch. Und auch das Hotel hört sich vielversprechend an.

    Antwort
    • Elke
      13. Juli 2024 at 14:13

      Liebe Marion,
      freut mich, wenn ich dich ein bisschen inspirieren konnte. Nürnberg hat wirklich viel zu bieten!
      Liebe Grüße
      Elke

      Antwort
  • Antje
    14. Juli 2024 at 14:31

    Liebe Elke,
    bei dem Durchlesen deines Artikels habe ich richtig Lust auf einen Wochenendtrip nach Nürnberg bekommen. Vielleicht bekomme ich es dieses Jahr ja noch unter.
    Viele Grüße,
    Antje

    Antwort
    • Elke
      14. Juli 2024 at 22:03

      Liebe Antje,
      freut mich sehr! Nürnberg ist auch wirklich ein tolles Ziel für einen Wochenendtrip.
      Liebe Grüße
      Elke

      Antwort
  • Uwe
    16. Juli 2024 at 15:27

    Nürnberg steht für dieses Jahr noch auf unserer Liste. Vielen Dank für deine Tipps – waren ein paar richtig gute Anregungen dabei!

    Viele Grüße

    Antwort
    • Elke
      16. Juli 2024 at 22:07

      Hallo Uwe,
      freut mich zu hören – dann wünsche ich euch ein tolles Wochenende in Nürnberg!
      Liebe Grüße
      Elke

      Antwort

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