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Essen gehen in Singapur, der Lieblingsstadt der Foodies

Citytrip Singapur: Durian in Chinatown

Currys, Chili Crabs und High Tea – Singapurs Küche ist so multikulti wie der Stadtstaat selbst und Essen gehen in Singapur ist das reinste Vergnügen. Chinesen, Malaien, Inder und Europäer rühren in ihren Kochtöpfen und machen die Stadt zum Sehnsuchtsziel für Foodies. Hier verrate ich, welche Gerichte du beim Städtetrip in Singapur unbedingt probieren solltest, in welchen Food Courts du supergut und günstig essen kannst. Außerdem die Adressen meiner Lieblingsrestaurants in Singapur. Einige habe ich schon 1986, bei meinem ersten Stopover in Singapur, entdeckt und schaue bei jedem Besuch in der Stadt mindestens einmal vorbei. Für ein paar Singapore Dollar schwebst du dort direkt in den Genießerhimmel.

Essen gehen in Singapur: Sterneküche zum Schnäppchenpreis

Durch den Chinatown Food Complex windet sich eine Menschenschlange zur Hühnerbraterei von Hawker Chan: eine Handvoll Touristen, jede Menge Einheimische, ich mittendrin. „Du wirst sehen, das Warten lohnt sich“, schwärmt Peter Wang, eine typische Singapur-Mischung mit chinesischem Vater und malaiischer Mutter. Wie die meisten Singapurer ist er Feinschmecker („Essen ist meine Leidenschaft!“) und kann sich als Food-Blogger glücklicherweise ausgiebig seinem Lieblingsthema widmen.

Citytrip Singapur: Hawker Chan in Chinatown
Hawker Chan in Chinatown

Während er mich für seinen You-Tube-Kanal zur deutschen Küche befragt, vergeht die Zeit, bis wir endlich den Chicken Rice kosten können, den Michelin-Tester 2016 mit einem Stern adelten. Hawker Chan kocht das in ganz Singapur beliebte Gericht anscheinend so gut wie kein anderer. Sein kleiner Stand, an dem das günstigste Sternegericht der Welt ganze 2,80 SGD kostete, war plötzlich weltberühmt. Den Stern verlor Hawker Chan im Sommer 2021 wieder, aber die Hähnchen sind immer noch köstlich. Und die Schlangen künftig hoffentlich ein bisschen kürzer. 

Singapur durfte sich aber auch 2021 über einen Sternesegen freuen. Aber auch jenseits von Michelin-Sternen gilt: In einer der teuersten Städte der Welt kann man für wenig Geld wunderbar essen. Es wäre eine Sünde, hier im Burger- oder Pizza-Lokal zu stranden.

Essen gehen in Singapur: Die besten Hawker Center der Stadt

Foodies haben vor Jahren schon Asiens Streetfood für sich entdeckt. Kein Wunder: Es ist gut und günstig. Auch in einer teuren Stadt wie Singapur. Aus hygienischen Gründen organisierte man Singapurs Garküchen vor Jahrzehnten schon in Food Courts, die man hier Hawker Center nennt. Sie werden ständig vom Gesundheitsamt überprüft und sind absolut vertrauenswürdig. Keine bösen Überraschungen erwarten dich beim Essen gehen in Singapur nach dem Genuss.

Die Etikette im Hawker Center ist einfach: Du reservierst einen Platz mit einer Packung Papiertaschentücher oder sogar dem Smartphone und stellst dich bei einem der Stände an. Wie du das beste Essen findest? Wo die Schlangen am längsten sind, schmeckt es am besten. Das gilt für alle Hawker Center der Stadt. Die Singapurer kommen in Gruppen – Freunde, Kollegen, Familie –, und stellen alle lauter kleine Köstlichkeiten (ab 2 SGD) zum Teilen auf den Tisch. 

Eine Auswahl der besten Hawker Center:

  • Lau Pa Sat Market 18 Raffles Quay. Schlemmen zwischen viktorianischen Säulen mitten im Financial District. Dort gibt es 24 Stunden am Tag Hawker-Küche an zahlreichen Ständen. Abends baut man in der Boon Tat Street nebenan Grills auf und alles duftet verführerisch nach Sate-Spießen mit Hähnchenstücken, die man mit Erdnusssoße serviert.
  • Tekka Center Bukit Timah Rd. Nach Curry und frisch gebackenen Brotfladen duftet es im Food Court von Little India. Würzig: die indische Reisspezialität Nasi Biryani.
  • Chinatown Food Complex 335 Smith Street. Gleichzeitig Markthalle und Food Court mit dem besten Chicken Rice der Stadt (2016–2021 Michelin-Stern) bei Hawker Chan (s.o.).
  • Maxwell Food Center 1 Kadayanallur Street. Hier speisen mittags die Angestellten der Büros ringsum, die genau wissen, was gut schmeckt. Du kannst dich in dem beliebten Hawker Center in Chinatown durch die traditionellen Aromen Singapurs snacken, aber auch Neuentdeckungen machen. Zu den Favoriten zählen folgende Stände: Tian Tian Hainanese Chicken Rice und Rojak, Popiah & Cockle mit legendären Frühlingsrollen und scharf-saurem Obstsalat. 
  • Tiong Baru Market 30 Seng Poh Road. Hier frühstücken die Bewohner des gleichnamigen Trendviertels, bevor sie auf dem Gemüsemarkt im Erdgeschoss einkaufen. Mit vielen traditionsreichen Ständen. Unbedingt probieren: Hong Heng (#02-01) mit aromatischen Fried Sotong Prawn Mee (Garnelennudeln) oder Tiong Bahru Hainanese Boneless Chicken (#02-82), wo die Betreiber zartes Hähnchenfleisch mit hausgemachter Chilisauce servieren. 
  • Changi Village Hawker Center 2 Changi Village Rd. Dörflich und gemütlich im Dorf Changi unweit des Flughafens. Unbedingt probieren: die Süßigkeiten aus Kokosmilch und Palmzucker bei Cendol Melaka.

Essen gehen in Singapur: Eine kulinarische Reise durch Asien

Alle Küchen Chinas sind in Singapur vertreten, aber vor allem Gerichte der kantonesischen Küche wie Dim Sum, gefüllte Klößchen, die perfekt zum Brunch oder als Mittagssnack sind. Auch die Hokkien-Küche ist populär mit Gerichten wie Hokkien Mee (Gelbe Nudeln mit Garnelen). 

Die Singapurer mit indischen Wurzeln stammen vor allem aus dem Süden des Subkontinents und brachten Spezialitäten wie Masala Dosa (dünne Pfannkuchen mit Kartoffelfüllung) mit oder Roti Prata – Pfannkuchen, die außen knusprig, innen weich sind. Der Prata-Bäcker wirbelt den Teig gekonnt durch die Luft und zieht an allen Enden, bis er hauchdünn ist. Dann wird der Fladen auf einem gefetteten Blech gebacken und meist mit Fisch- oder Lammcurry serviert. 

Stars der indonesisch-malaiischen Küche sind Sate-Spieße aus Hähnchenfleisch, die man über dem Holzkohlenfeuer grillt. Ein weiterer Klassiker: Nasi Lemak, in dem Reis auf Kokosmilch und Pandan-Blätter trifft, begleitet von frittiertem Fisch oder Hähnchenflügeln, Erdnüssen, Eiern, Gurkenscheiben und Sambal, einer scharfen Chilipaste. Auch die malaiischen Süßigkeiten sind eine Sünde wert: Ondeh-Ondeh zum Beispiel, mit klebrigem Palmzucker gefüllte Kugeln aus Reismehl und Kokosraspeln, oder Putu Piring, Küchlein aus gedämpftem Reis. 

Köstliche Asia-Küche

Preisniveau der Restaurants

  • $$$ teuer
  • $$ mittel
  • $ günstig

Essen gehen in Singapur: Indische Restaurants für jedes Budget

  • Tiffin Room $$$ 1 Beach Rd, Grand Lobby, Raffles Singapore. Einmal im Raffles, einem der berühmtesten Kolonialhotels Asiens, tafeln? Der ehrwürdige Tiffin Room verwöhnt mit feiner Maharadscha-Küche aus Nordindien. Auch Vegetarier kommen auf ihre Kosten. Den Dresscode solltest du beachten (keine Shorts und Flip Flops), dann wirst du gebührend verwöhnt.
  • Liebling Nr. 1: Komala Vilas $ 76–78 Serangoon Road. Eine Institution in Little India mit vegetarischer Küche vom Feinsten. Wie eh und je serviert man hier das südindische Rice Meal mit würzigen Currys und Sößchen auf dem Bananenblatt – und traditionell isst man mit der rechten Hand. Aber auch das Dosai (indische Reis-Crêpes mit Kartoffel-Füllung) sind ein Gedicht! Im Haus Nr. 82 gibt es die süßen Sachen für danach. Eines meiner absoluten Lieblingsrestaurants in Singapur.
  • Liebling Nr. 2: Singapore Zam Zam $ 697 North Bridge Road. Das einfache indisch-muslimische Lokal im arabischen Viertel Kampong Glam serviert seit 1908 Klassiker, die zum kulinarischen Pflichtprogramm einer Singapur-Reise gehören: Der Biryani-Reis mit Fleisch oder Gemüse ist genauso köstlich wie Murtabak (gefüllte Pfannkuchen) oder Roti Prata (südindisches Fladenbrot), die du in würzige Currysaucen tunkst. Viel Hunger mitbringen! Auch hier schaue ich auf jeder Singapurreise mindestens einmal vorbei.

Essen gehen in Singapur: Chinesische Restaurants für jedes Budget

  • Empress $$ 1 Empress Pl., #01-03 Asian Civilisations Museum. Der Asia-Schick mit viel Holz und Rattan passt perfekt zum Geist des Hauses. Alternativ sitzt du auf der Terrasse mit Blick auf den Singpore River. Es kommen Klassiker der chinesischen Küchen auf den Tisch – von Dim Sum bis Pekingente. Immer mit einem besonderen Twist.
  • Sum Yi Tai $$ 25 Boon Tat Street. Edle Restaurantbar im Retrostil mit chinesischen Tapas wie knusprigen Schweinrippchen oder würzigen Chicken Wings in einem klassischen chinesischen Shop House. 
  • Spring Court $–$$$ 56 Upper Cross Street. Großes Lokal mit authentisch chinesischer Atmosphäre (laut!) und Klassikern der kantonesischen Küche von einfachen Reis- und Nudelgerichten bis zu hochpreisigen Spezialitäten wie Haifischflossen, Seegurken und Vogelnestern. Mittags kommen Kenner wegen der hervorragenden Dim Sum.
  • Din Tai Fung $–$$ 2 Bayfront Avenue Galleria #B1 – 01. Die Singapurer lieben kantonesische Dim Sum, gedämpfte kleine Köstlichkeiten. Din Tai Fung mit mehreren Filialen im Stadtgebiet gehört zu den Favoriten. Während des Wartens kannst du den Dim-Sum-Meistern bei der Arbeit zuschauen.
  • Five Insights Dining Hall $ Untergeschoss des Tooth Relic Temple in Chinatown. Chinesisch-vegetarische Küche. Mit einem Essen hier unterstützt du den Tempel, die Einkünfte wandern in die Spendenbox.

Von Peranakan-Küche bis Fischkopfcurry – Singapurer Spezialitäten

Singapur hat aber auch eigene Kreationen zu bieten. Eine Besonderheit der Stadt ist die so genannte Peranakan-Küche, die chinesische und malaiische Kochtraditionen und Zutaten mischt. Ein Beispiel dafür ist der Suppenklassiker Katong Laksa, eine Kokosmilchsuppe mit frittiertem Tofu, Bohnensprossen und Garnelen, die süchtig macht. Unbedingt probieren!

Ein weiteres Singapur-Original: Chili Crabs in würziger Sauce – ein Gericht, das der Betreiber einer Garküche 1956 erfand. Sind die Krabben selbst schon vorzüglich, der Star des Gerichts ist die Soße: Süß trifft auf herzhaft und eine Prise Chilischärfe. Man isst die Krabben gern mit Mantou (gedämpfte Brötchen), mit denen du die köstliche Soße aufsaugen kannst.

Im Mittelpunkt des Hainanese Chicken Rice steht zartes Hähnchenfleisch, das auf der Zunge zergeht. Die Kunstfertigkeit des Kochs zeigt sich aber vor allem in der Zubereitung der Chilisauce und der Reisbeilage, für die man den Reis in Hühnerbrühe mit Ingwer und Pandan-Blättern kocht. 

Das abgewandelte Gericht der frühen chinesischen Einwanderern von der Insel Hainan an der Südküste Chinas bekommt man im Gourmetrestaurant genauso wie im Hawker Center – zum Beispiel bei Hawker Chan (s.o.)

Ein weiteres Gericht, das man nur in Singapur kennt, ist Fischkopfcurry. Ein Koch erfand das Gericht in den 1960er-Jahren in einem kleinen indischen Restaurant, um chinesische Gäste anzulocken. Es kombiniert nämlich eine würzige südindische Currysauce mit einem Fischkopf, wie man ihn in der chinesischen Küche schätzt. 

Essen gehen in Singapur: Peranakan-Küche

  • Candlenut $$–$$$ Block 17A Dempsey Road, Dempsey Hill. Küchenchef Malcolm Lee erkochte einen Michelin-Stern mit seinem Peranakan-Restaurant, in dem er die einzigartige Fusion-Küche der chinesisch-malaiischen Bevölkerungsgruppe auf höchstem Niveau kocht. Einen hervorragenden Überblick über die Küchenschätze der Peranakan gibt das Tasting-Menü. 
  • True Blue $$ 47/49 Armenian Street. Verspieltes Lokal im Peranakan-Stil, wo Chef Baba Ben den Kochlöffel schwingt und wunderbare Peranakan-Gerichte nach den Rezepten seiner Mutter Nonya Daisy Seah auf den Tisch bringt. Manch einer kommt nur wegen der berühmten Kuchen, für die Nyonya Irene Ong zuständig ist.
  • The Blue Ginger $–$$ 97 Tanjong Pagar Road. Das Traditionslokal mit Michelin-Empfehlung serviert klassische Speisen der Peranakan-Küche, die die Geschmacksknospen zum Tanzen bringen. Zu den Vorzeigegerichten zählen Bakwan Kepiting (Fleischbällchen aus Krebs- und Schweinefleisch), Assam Gulai (scharf-saurer Fischtopf) und Beef Rendang (würziges Rindfleischcurry).
  • Liebling Nr. 3: 328 Katong Laksa $ 216 East Coast Road. Für viele die beste Suppenküche der Stadt – nicht erst, seit die Besitzer den britischen Starkoch Gordon Ramsay in einem Kochwettbewerb schlugen. Und tatsächlich schmeckt die Laksa – eine Suppenspezialität mit Nudeln, Garnelen und Kokosmilch – in dem unscheinbaren Lokal göttlich.

Essen gehen in Singapur: Chili Crabs

  • Jumbo Seafood $–$$ 30 Merchant Road #01-01/02, Riverside Point. Die Filiale der berühmten Kette am Singapore River ist kein Platz für den romantischen Abend zu zweit, hier sitzt man unter chinesischen Großfamilien. Glückselig schwelgen alle Besucher in den Früchten des Meeres. Der Hit sind die Chili Crabs, eines der Nationalgerichte der Stadt. 

Essen gehen in Singapur: Fischkopfcurry

  • Banana Leaf Apolo $$ 54 Race Course Rd. Mal typisch indisch-singapurisch essen? Dann solltest du eines der Nationalgerichte Singapurs bestellen: Fischkopfcurry. Wer sich lieber an Bekanntes hält, wird mit Chicken Masala oder Tandoori Chicken glücklich. Serviert wird, wie der Name des Lokals schon sagt, stilecht auf dem Bananenblatt.

Essen gehen in Singapur: Teatime auf britisch 

Bei aller Liebe zu den grandiosen Küchentraditionen Asiens – es gibt auch Erinnerungen an die Kolonialzeit. So zelebrieren Kolonialhotels das Raffles oder das Fullerton die Teatime – „very british“ mit Scones, dem mürben Lieblingsgebäck der Engländer, Sandwiches und feinen Teespezialitäten. Und in manchem Pub kannst du dir zum süffigen Ale Fish ‚n‘ Chips schmecken lassen.

  • Landing Point $$ 80 Collyer Quay Singapore. Die vornehme Adresse im Fullerton Bay Hotel mit Blick auf die Uferpromenade ist erste Wahl für einen klassischen Afternoon Tea auf britische Art mit feinen Tees, Scones, Schnittchen und Petit Fours. Das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt. 
  • Grand Lobby im Raffles $$$ 1 Beach Rd, Raffles Singapore. Eine feine Adresse: Zwischen viktorianischen Säulen zelebriert man hier die Tea Time. Auf Wunsch auch mit einem Glas Champagner.

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