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Bayern / Münchner Voralpenland / Wanderungen

Eine traumhafte kleine Wanderung am Riegsee mit Badepause und Kraftplatz

Wanderung am Riegsee

Der Loisachgletscher hat die Landschaft rund um Murnau aufs Feinste modelliert. In einem der Gletscherbecker, die er hinterließ, liegt der bildschöne Riegsee. Die gleichnamige Gemeinde am See ist ein stiller Urlaubsort im Blauen Land fernab von den Besucherscharen in Murnau. Er ist Ausgangspunkt für diese wunderbare kleine Wanderung am Riegsee, die gegen Ende auch an ein paar Badeplätzen vorbeiführt.

Eine aussichtsreiche Runde mit herrlichen Blicken über den See bis zur Zugspitze. Ich gehe sie am liebsten abends an einem dieser endlosen Sommertage, wenn die meisten Urlauber längst beim Abendessen sitzen. Dann hast du das Panorama fast für dich allein und kannst ganz nach Lust und Laune auf dem Rückweg noch in den See hüpfen. Aber eigentlich eine schöne Wanderung zu jeder Jahreszeit.

Wanderung am Riegsee
Wanderung am Riegsee

St. Stephan in Riegsee – Ausgangspunkt für die Wanderung am Riegsee

Der Turm von St. Stephan spiegelt sich im Wasser des Riegsees. Hier beginnt die Wanderung. Schnell noch ein Blick in die Kirche, bevor du losläufst. Im 15. Jahrhundert errichtet, aber 300 Jahre später barockisiert – das kennst du von vielen Kirchen in Bayern. Hingucker ist der Hochaltar, der in drastischen Bildern die Steinigung des hl. Stephanus zeigt, dem Patron der Kirche.


Infokasten zur Wanderung am Riegsee

  • Länge der Tour: 7,5 km
  • Höhenmeter: 70
  • Dauer der Wanderung: 2 Std.
  • Charakter: Rundwanderung
  • Wegebeschaffenheit: Asphaltierte Straßen, Schotterwege und Uferwege mit wenig Auf und Ab. Allerdings kein Schatten.
  • Jahreszeit: Zwischen Frühjahr und Herbst und auch an milden, schneefreien Wintertagen eine wunderbare Runde.
  • Parken: Öffentlicher Parkplatz der Gemeinde Riegsee (Dorfstr. 43, am Haus des Gastes).
  • GPS-Track

Dann gehst du vor an die Hauptstraße, der du 50 m nach rechts folgst, um gleich links ins Kirchfeld abzubiegen. Wo sich der Weg gabelt, läufst du erst geradeaus, dann links auf einen schmalen Feldweg. Von der Weide grüßen ein paar Alpakas.

Alpakafarm
Alpakafarm

Nach ein paar Minuten mündet der Weg wieder in die Hauptstraße. Du läufst rechts und biegst gegenüber vom Verkehrsamt gleich wieder rechts in die Straße Breiten abDiese schlängelt sich mal asphaltiert, mal als Schotterweg durchs Bauernland mit Wiesen und Weiden. Eine stille unaufgeregte Landschaft. Ein verwittertes Schild weist nach einer Weile nach rechts. Du folgst ihm und bleibst auf dem asphaltierten Weg. 

Wanderung am Riegsee
Wanderung am Riegsee

Wenn du spät unterwegs bist, durchbricht in der warmen Jahreszeit meist nur das Bimmeln der Kuhglocken hier und da die Stille. Allerdings mögen auch Radler die Strecke. Am frühen Abend sind sie aber in der Regel längst auf dem Heimweg. 

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Panoramablick auf Alpen und Riegsee

Mit der Zeit weitet sich der Blick. Zur Linken taucht bei 11 Uhr, wenn du dir den Horizont als Ziffernblatt vorstellst, der langgezogene Hohe Peißenberg im Pfaffenwinkel auf. Er ist kaum 1000 m hoch und doch ein wunderbarer Aussichtsberg, auf dem eine Wallfahrtskirche thront. Auch ein tolles Wanderziel für alle Jahreszeiten. Nun geht es leicht bergauf und du läufst geradewegs auf eine Bank zu. Daumen drücken, dass sie frei ist! Der Blick ist zu schön, um gleich weiterzulaufen.

Der Riegsee

2,4 km lang und 1 km breit ist der Riegsee und misst an seiner tiefsten Stelle etwa 18 m. Im Sommer erwärmt er sich schnell und erreicht oft schon im Mai Badetemperatur. Weil See und Ufer unter Landschaftsschutz stehen, ist das Baden nur an wenigen Plätzen erlaubt. Die nördliche Bucht mit dem angrenzenden Schilfgebiet ist Vogelschutzgebiet. Um die Vögel nicht bei der Brut zu stören, darfst du den Bereich im Sommer nicht betreten. Mit Glück und Geduld kannst du am Ufer ab und zu Teichrohrsänger, Blässhühner, Haubentaucher, Zwergtaucher, Zwergdommeln und andere Vogelarten beobachten.

Die Alpenkulisse, vor der sich der Riegsee ins Tal kuschelt, schiebt sich nach und nach ins Bild. Links ganz markant das Ettaler Mandl, das sich wie ein Finger in die Höhe streckt. Und dann natürlich Jochberg, Herzogstand, Heimgarten, die sich im Blauen Land rund um Murnau häufig sehen lassen. Und dennoch: ein Panorama, an dem ich mich nie sattsehen kann. Der Ort Riegsee mit seiner weißen Kirche, Ausgangspunkt der Wanderung am Riegsee, kannst du in der Ferne erspähen.

Riegsee mit Alpenkulisse
Riegsee mit Alpenkulisse

Dann liegt auch schon der kleine Ort Aidling vor dir. Er thront etwa 60 m über dem See wie auf einer Aussichtsterrasse. Du läufst durch den südlichen Ortsteil bis zur Hauptstraße. Diese überquerst du und läufst aufs Feuerwehrhaus zu. Dann geht es links in die Sackgasse, die Mesnerhaustraße. Der Weg verläuft leicht erhöht und du hast wieder freien Blick – diesmal auf den Riegsee aus anderer Perspektive. An Tagen mit klarer Sicht türmt sich im Hintergrund das Zugspitzmassiv auf. 

Mesnerhauskapelle: ein Kraftort mit Ausblick

Du läufst direkt auf einen Bauernhof zu, den du rechts umgehst. Weiter geht es auf einem Feldweg schnurstracks auf die winzige Mesnerhauskapelle zu. Ein Schild weist darauf hin, dass wir nun auf dem Ammergauer Meditationsweg unterwegs sind. Das passt. Meditative Stille umgibt dich hier oben fast immer. Dazu das göttliche Panorama! Für mich ein kleiner Kraftort. 

Meditationsweg Ammergauer Alpen
Meditationsweg Ammergauer Alpen

Das haben wohl auch schon unsere Vorfahren so empfunden. Die Sage erzählt, dass an dieser Stelle bereits eine Kultstätte für die germanische Frühlingsgöttin Ostara lag, die das Neuerwachen der Natur nach einem langen Winter symbolisierte. Ob es eine Göttin dieses Namens je gab, ist in der Forschung umstritten. Dass dieser besondere Platz schon früh ein Ort für besondere Zeremonien war, ist nachvollziehbar. 

Riegsee mit Zugspitze
Riegsee mit Zugspitze

Mit der Ankunft des Christentums ersetzte man die frühen Heiligtümer durch Kapellen. Die Tradition der Feld- und Hauskapellen reicht in der Region weit zurück. Der Kirchenbesuch war für die Bewohner weit abgelegener Höhe – zumal im Winter – nur unter Mühen möglich. So baute man sich in der Nähe einen Ort der Einkehr und des Gebets. Rührend ist der winzige Innenraum mit der Marienfigur. Ich zünde immer eine Kerze an – ein kleines Ritual.

Vor der Kapelle steht eine Bank, die auf dich wartet. Ein echter Seelenplatz. Hier kannst du das Panorama aufsaugen und vielleicht deine Brotzeit aus dem Rucksack holen. 

Mesnerhauskapelle mit Blick über den Riegsee
Mesnerhauskapelle mit Blick über den Riegsee

Auf dem Feldweg läufst du dann von der Kapelle bergab in Richtung See. Bald stehst du an der Hauptstraße, der du ein kurzes Stück weiter folgst, bevor der Wanderweg links zum Riegsee abzweigt. Bis zum Ziel sind es nun noch 2,1 km und nach wenigen Minuten kommt das Seeufer in Sicht. 

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Blick zurück auf die Mesnerhauskapelle

Am Seeufer entlang – die letzte Etappe der Wanderung am Riegsee

Nach einer Weile biegst du rechts in den Weg ab, der für Autos gesperrt ist, und steuerst direkt auf die erste Badestelle am See zu. Hier gibt es eine Liegewiese und einen Steg. Perfekt für eine kurze Abkühlung! Ist der Riegsee auch kein klassischer Badesee, sondern eher eine stille Schönheit – es gibt ein paar verschwiegenen Badestellen, von denen du einige auf dem Weg am Ufer entlang passierst. 

Badestelle am Riegsee
Badestelle am Riegsee

Schwimmende Inseln

Ein einzigartiges Phänomen im bayerischen Oberland sind die schwimmenden Inseln des Riegsees. Verlandungsgürtel mit Niedermoor- und Bruchwald ragen als „schwimmende Balkone“ oft weit in den See hinein. Bei Sturm und starkem Wellengang lösen sie sich und es entstehen kleine Inseln, von denen einige schon quer über den See getrieben sind.

Vor dem Ende der Wanderung geht es durch einen Campingplatz. Hier liegt ein Lokal mit Sonnenterrasse, Seeblick und ein paar bayerischen Klassikern auf der Karte, wo du dich stärken kannst. Dann bist du auch schon wieder im Ort Riegsee und läufst zurück zum Ausgangspunkt. 

Lust auf eine weitere Wandertour im Blauen Land?

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