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Süße Sünden

Very British: TeaTime mit Scones

Scones zum Afternoon Tea

Ich mag English Breakfast Tea, Porridge, Herrenhäuser, Gardening und die Queen. Außerdem Fish & Chips im Pub, die Beatles, britische Serien, die Küsten von Cornwall, Crab Sandwiches, Orangenmarmelade, Jane Austen, die Last Night of the Proms, britischen Humor und britische Höflichkeit und dass mich jede Supermarktkassiererin „Darling“ nennt. Kurz: so ziemlich alles, was das Königreich ausmacht. Und ganz besonders mag ich Teatime mit Scones.

Bye-bye, Britain!

Ein bisschen eigen und spleenig waren sie natürlich immer, die Briten. Winston Churchill brachte es auf den Punkt: „Der Kanal ist keine Wasserstraße, sondern eine Weltanschauung.“ Als die Briten sich 2016 aus der EU wählten, saß ich trotzdem fassungslos in Cornwall. Wo war mein cooles, weltoffenes Großbritannien geblieben?

Scones gegen den Brexit-Blues

Jahrelang habe ich auf ein Wunder gehofft. Vergeblich. Nach dem endgültigen Bye-bye des Königreichs habe ich mich mit Scones getröstet, diesen wunderbar mürben Gebäckstücken, die die Briten mit Clotted Cream – einer streichfesten Sahne – und Konfitüre bestreichen. Zusammen mit Tee ergeben sie einen Cream Tea („Sahnetee“) – ein Gedeck, das man am Wochenende gern im Tea Room eines Gartens oder Herrenhauses zelebriert. Mindestens einmal auf jeder Reise ins Königreich gönne ich mir diese wunderbare Kalorienbombe.

Erst die Sahne oder erst die Konfitüre? 

Berühmt sind Cream Teas vor allem in Devon und Cornwall, den beiden westlichsten Grafschaften des UK. Der kleine feine Unterschied: In Devon streicht man zuerst die Cream auf die Scones, bekrönt von der Konfitüre. In Cornwall macht die Konfitüre den Anfang. Ein Glaubenskrieg. 

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Die besten Scones im ganzen Königreich serviert meiner Meinung nach Justine in ihrem B&B Tor Royal bei Princetown im Dartmoor (Devon). Dort kehre ich ab und zu mit meinen Reisegruppen zum Cream Tea nach der Moorwanderung ein. Steve, mein kornischer Busfahrer, erinnert mich dann jedes Mal: „You have to do it the Cornish way!“ Meist bestreiche ich eine Hälfte auf kornische Art, die andere auf Devon-Art, um mich ja nicht in die Nesseln zu setzen. Optisch finde ich die Devon-Variante allerdings eindeutig attraktiver.

Scones aus der eigenen Küche

Natürlich schmecken Scones im Tea Room ganz besonders gut. Die Atmosphäre gehört schließlich dazu. Aber auch zuhause sind sie köstliche Seelentröster und kinderleicht zu backen. Eine kleine Herausforderung ist dagegen die Clotted Cream auf dem Kontinent aufzutreiben. Man könnte sie auch selbst herstellen, aber nachdem mein erster Versuch jämmerlich scheiterte, lasse ich die Finger davon und importiere die Sahne normalerweise aus England. Im Corona-Jahr 2020 wurde ich in einem Feinkostladen in München fündig. Alternativ kann man Clotted Cream im Internet bestellen. Und zur Not taugen auch mal Mascarpone oder Creme double als Ersatz.

ZUTATEN (für ca. 12 Scones)

  • 350 g Mehl
  • 1 Päckchen Backpulver
  • Prise Salz
  • 2 EL Zucker
  • 125 g kalte Butter
  • 150 g Joghurt oder 150 ml Buttermilch
  • evtl. 100 g Rosinen
  • 1 Ei und ein Schuss Milch zum Bestreichen vor dem Backen
  • 1 Glas Clotted Cream
  • Konfitüre (Erdbeer oder Himbeer) zum Bestreichen

ZUBEREITUNG

1 Den Backofen auf 160 Grad Umluft vorheizen. 

2 Mehl, Backpulver, Salz und Zucker in einer Schüssel vermischen. Butter und Joghurt oder Buttermilch und die Rosinen, falls verwendet, dazugeben. Mit dem Mixer alles zügig zu einem elastischen Teig verrühren. Ist der Teig zu fest, ggf. etwas kaltes Wasser zugeben. Wenn nötig, anschließend mit den Händen noch einmal kurz durchkneten. Der Teig sollte aber nicht zu warm werden.

3 Den Teig auf einer bemehlten Arbeitsplatte ausrollen und mit einem Glas oder einer kleinen Tasse Kreise ausstechen. Diese auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech legen.

4 Ei und Milch verquirlen und die Scones mit der Mischung bestreichen. Im vorgeheizten Backofen die Teigkreise dann ca. 15 Minuten backen. Wenn sie zu braun werden, evtl. in den letzten Minuten mit Alufolie abdecken.

5 Mit Clotted Cream, Konfitüre und einer guten Tasse Tee servieren. English Breakfast Tea, Earl Grey – ganz wie es euch gefällt.

Enjoy!

Du sucht weitere Ideen für die Teatime auf britische Art? Hier geht es zum Rezept für schottisches Shortbread.

2 Kommentare

  • Laura
    11. März 2021 at 22:05

    Ich würde sagen, die nächste Tea Time kann kommen! 😉

    Antwort
    • Elke
      11. März 2021 at 22:07

      Na dann viel Spaß dabei, liebe Laura!

      Antwort

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