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Reiseziele / Europa / Spanien

die Drei Schönsten Roadtrips auf La Palma

Küste des Barlovento

Du gehst gern im eigenen Tempo auf Entdeckungsreise? La Palma ist ein Traumziel für Individualreisende! Hier sind Ideen für die schönsten Roadtrips auf La Palma, auf denen du die kleine Kanareninsel zwischen dem kargen Vulkanland des Südens, dem wildgrünen Norden und den höchsten Gipfeln mit dem Mietwagen erkunden kannst. Außerdem bekommst du Tipps für den perfekten Standort für deinen Urlaub auf La Palma.

Ausbruch des Vulkans Cumbre Vieja

Am 19.9.2021 brach der Vulkan Cumbre Vieja aus, Lavaströme richteten schwere Verwüstungen im Süden und Westen der Insel an. Zu den Auswirkungen auf Urlauber hier ein Artikel aus der Süddeutschen Zeitung. Erneute Aktivitäten bewirkten inzwischen die vorübergehende Schließung des Flughafens.

Roadtrips auf La Palma: Zwischen Berggipfeln und Buchten durch den wilden Nordwesten

Der ruhigste Teil der Insel ist der Norden – für viele auch der naturschönste. Es grünt und blüht fast rund ums Jahr und neben wilden Küstenstrichen und hübschen Dörfern liegen hier auch herrliche Wanderwege und die höchsten Gipfel der Insel. Am besten erkundest du die Region beim Urlaub auf La Palma mit dem Mietwagen. Aber unbedingt vor dem Start einen Blick auf die Wetter-App werfen, denn im Norden regnet es deutlich mehr als im Süden und Westen der Insel. Klar: Die grüne Pracht braucht Feuchtigkeit von oben.

Im Mittelpunkt der ersten Tour steht der Roque de los Muchachos (2426 m), der höchste Berg der Insel. Doch vor dem Weitblick liegen – zumindest wenn du von Santa Cruz aus startest – unzählige Haarnadelkurven, durch die du dich rund 2000 m bis zum Gipfel winden musst.

Oben liegt im Winter manchmal Schnee, ansonsten wartet oberhalb der Baumgrenze eine Mondlandschaft mit futuristischen Riesenteleskopen. Diese locken Wissenschaftler aus aller Welt an, denn La Palma gilt als Mekka der Sternengucker. Abends blicken Astronomen wie Hobby-Sternengucker verzückt in den Nachthimmel über der Insel, dem die UNESCO wegen der geringen Lichtverschmutzung den Titel „Starlight Reserve“ verlieh. Tagsüber blickst du vom Aussichtspunkt bei guter Sicht über weite Teile der Insel und bis zu den Kanarenschwestern Teneriffa, La Gomera und El Hierro.

Bergab geht es weniger kurvenreich in Richtung Puntagorda. Im kleinen Ort leben Aussteiger in ländlicher Idylle. Und Einheimische kommen am Wochenende, um in urigen Grilllokalen der Fleischeslust zu frönen. Danach kannst du im Ortsteil El Roque den uralten Drachenbaum besuchen. Weiter geht es vorbei an weiß getünchten Bauernhäusern vor allem im Februar, wenn die Mandelbäume in zartem Rosé blühen, durch ein Farbenmeer.

Bevor du dich auf den Rückweg machst, unbedingt noch einen Abstecher nach Tijarafe einplanen. Ein schmaler Pfad führt hinunter zum ehemaligen Hafen Poris de los Candelarios, der sich wie ein Piratennest unter den Felsen duckt. Dort kannst du, wenn der Wellengang es erlaubt, im türkisgrünen Atlantik baden und dein Picknick auspacken.

Roadtrips auf La Palma: Zwischen Lorbeerwald und Bananenhainen – durch den grünen Nordosten

Tour Nummer zwei startet im Lorbeerwald von Los Tilos mit Wanderungen für jeden Geschmack und jedes Konditionsniveau. Nach Einkehr im urigen Waldbiergarten geht es zurück an die Küste. In der farbenfrohen Kleinstadt San Andrés kannst du zwischen den einstigen Villen der Zuckerrohrbarone und der mächtigen Kirche noch den Glanz vergangener Zeiten erahnen, als im Hafen Zuckerschiffe nach Europa ablegten. 

Nebenan in Puerto Espíndola warten Felsenpools auf Badegäste, und in einer traditionsreichen Rumfabrik kannst du zum Probieren vorbeischauen. Die Route schlängelt sich weiter auf schmalen Straßen, die an grüne Tunnel erinnern, wie durch einen Botanischen Garten in die Region Barlovento. Es grünt und blüht in allen Farben. Mittendrin die einheimischen Stars der Botanik: Kanarische Kiefern, Kanarische Palmen, Drachenbäume und Lorbeerbäume – lauter immergrüne Pflanzen. Aus der Höhe grüßen im Februar oft noch schneebedeckte Berge.

Die Barlovento-Dörfer Franceses und Gallegos sind durch tiefe Schluchten getrennt und liegen so traumhaft wie abgeschieden. Die Grundschule ist schon seit vielen Jahre geschlossen, und in den wenigen Bars kehren neben ein paar alten Männern nur ab und zu Wanderer ein, die von Schlucht zu Schlucht immer mit Blick auf den Atlantik wandern. 

Mehr zu La Palma

Wenn du nicht schon in Los Tilos zu Mittag gegessen hast – bei den Lavaschwimmbecken La Fajana gibt es fangfrischen Fisch, kreativ zubereitet im Restaurant La Gaviota. Dazu Meeresrauschen und ein Farbspektakel der Extraklasse in Himmelblau, Bananengrün und Lavaschawarz. Ein echter Lieblingsplatz. Gestärkt kannst du dich auf den Rückweg zum Ausgangsort machen.

Roadtrips auf La Palma: Durch die Vulkanlandschaften des Südens

Tour Nummer drei startet in Santa Cruz, der bildhübschen kolonialen HauptstadtDann geht es ins Landesinnere. Wenn du früh gestartet bist, kannst du zum Nationalpark Caldera de Taburiente abzweigen. Allerdings solltest du vor 8.30 Uhr kommen, um noch einen Parkplatz zu finden. Ansonsten musst du einen Slot vorbuchen (Infos im Reiseführer). Wanderer sollten einen anderen Tag für den Besuch einplanen, um nicht in Zeitdruck zu kommen. 

Weiter geht es nach Los Llanos, die zweite Stadt auf der Insel, die unbedingt sehenswert ist. Nach einem Café auf der Plaza España wartet Shopping in den aufgehübschten Gassen ringsum. Dann geht es auf der Hauptstraße ein Stück zurück, bis du in südlicher Richtung nach Las Manchas de Abajo abzweigst, eine Weinanbauregion. Die Weine der Insel wachsen nicht an Hängen, sondern dicht über dem Vulkanboden und sind vorzüglich. Zur Erntezeit im Herbst ist der Abstecher natürlich besonders spannend. Ansonsten informiert das Museo del Vino über den Weinanbau auf La Palma.

Nicht weit von hier, bei San Nicolás, liegen die Cuevas de los Palmeros. Ein beeindruckender Ort! Am Johannistag 1949 riss hier die Erde auf und ein gewaltiger Lavastrom wälzte sich zum Meer. Auf Panoramawegen spazieren Besucher über die Lavafelder, machen sich im Besucherzentrum über den Vulkanismus auf der Insel schlau oder klettern im Rahmen einer Führung sogar in Vulkanröhren. 

Weiter in den Süden! Fürs Wandern auf der Ruta de los Volcanes solltest du mindestens 2,5 Stunden einplanen. Wenn heute keine Zeit bleibt, kommst du an einem anderen Tag zurück. Dann fährst du direkt nach Fuencaliente, das an der vulkanischen Küste liegt. Zwei Leuchttürme und eine Saline sind schon aus der Ferne Hingucker. Nach Stärkung in der Cafeteria oder im Restaurant kannst du dich auf den Rückweg machen.

Die perfekten Standorte für deine Roadtrips auf La Palma

Lieber am Strand oder in der Stadt wohnen? Geht beides beim Urlaub auf La Palma. Das Wetter ist im Westen der Insel am besten. Das spricht für die beiden „Black Beauties“, die Strandorte Puerto de Tazacorte oder Puerto Naos. Ganz viel Flair bieten das koloniale Tazacorte mit viel Historiencharme und das lebhafte Los Llanos mit seiner kreativen Szene. Im Osten schließlich punktet die gemütliche Hauptstadt Santa Cruz mit Charme und Strand. Drei gute Standorte für Roadtrips auf La Palma.

Puerto de Tazacorte 

In Puerto Tazacorte, wo die Zuckerbarone von Tazacorte einst ihre Ware verschifften, mischen sich traditioneller Fischerort und schicker Jachthafen. Abends läuft der lebhafte Ort zu Hochform auf, wenn die Atlantikwellen mit Gischt und Getöse an den lavaschwarzen Strand donnern und die bunten Häuser im Licht der untergehenden Sonne erstrahlen. Dann spielen Kinder auf den aufgeschütteten schwarzen Sandbergen, Pärchen flanieren oder picknicken am Strand und Einheimische mischen sich auf einen Café oder Vino mit Meerblick in den Bars. 

Pluspunkte: guter Strand mit Infrastruktur, zentral gelegen

Puerto Naos 

Der Urlaubsort Puerto Naos besitzt für viele den schönsten Strand der Insel. Schwarz wie alle Inselstrände, breit und beschattet von Kokospalmen. Liegt aber ein bisschen abseits, wenn du viel auf der Insel unterwegs sein möchtest. Nett flaniert es sich abends auf der Strandpromenade mit ihren Lokalen. So übersieht man, dass die Wohn- und Apartmentkomplexe des Ortes keine Schönheiten sind. Abwechslung beim Baden findest du ein paar Kilometer weiter südlich in der weiten Bucht Charco Verde.

Ein Muss ist der Abstecher nach El Remo, wo die Straße in den Süden endet: Der Strand im improvisierten Fischerort ist nicht ideal zum Schwimmen, aber die schwarzen Lavasteine glänzen in der Abendsonne, wenn in den drei Kioscos frischer Fisch vom Grill, begleitet vom spritzigen Weißwein der Insel, auf den Tisch kommt.

Pluspunkte: toller Strand mit Infrastruktur, nette Lokale

Santa Cruz 

Mit 16 000 Einwohnern ist Santa Cruz wahrlich keine Metropole, aber eine Inselhauptstadt voller Flair. An der Avenida Marítima spazierst du auf der einen Seite am erst vor wenigen Jahren aufgeschütteten breiten Stadtstrand vorbei. Auf der anderen Seite sind jahrhundertealte Balkonhäuser bildschöne Fotomotive. Gleich dahinter tauchst du in die Fußgängerzone Calle O’Daly mit ihren Stadtpalästen ein, die von glanzvollen Zeiten erzählen, als Santa Cruz Handelsmetropole auf dem Seeweg nach Amerika war. Die kleine Stadt mit großer Geschichte ist auch ein nettes Urlaubdomizil. 

Pluspunkte: viel einheimisches Leben, städtisches Ambiente und trotzdem Strand vor der Haustür

Los Llanos 

Los Llanos (20 000 Einw.) im Ariadne-Tal, oft als heimliche Hauptstadt bezeichnet, hat mehr Platz zum Ausbreiten als Santa Cruz. Auch zweifellos das bessere Wetter. Dafür keinen Strand. Herz der Altstadt ist auch hier die Plaza España, auf der unter mächtigen Ficus Benjamini neben Einheimischen auch digitale Nomaden mit ihren Laptops hocken. Ein Schmuckstück die Plaza Chica. Ringsum das Ausgehviertel mit seinen aufgehübschten Gassen. Vom schon legendären Café Frida über den Outdoor-Shop bis zur Goldschmiede – viele der Läden hier sind in deutscher Hand.

Pluspunkte: Viel kanarisches Ambiente, zentrale Lage und eine internationale Szene.

Tazacorte 

Wer Flair mehr als Strandnähe im Urlaub schätzt, quartiert sich im bildhübschen Kolonialort Tazacorte mit seinen alten Villen inmitten von Bananenplantagen ein. Abends trifft sich dort alle Welt zum Sundowner auf der Promenade. Du blickst über Bananenplantagen zum Atlantik, wo die Sonne mit viel Drama in den Fluten versinkt.

Pluspunkte: ruhig und voller Atmosphäre, außerdem ist der Strand nicht weit

Infokasten und Literaturtipp

Klima und Reisezeit

Wie alle Kanarischen Inseln ist La Palma ein Ganzjahresziel mit meist angenehm frühlingshaften Temperaturen. Vor allem im Winter ist es auf der Westseite sonniger und wärmer. Hauptsaison für Mitteleuropäer ist eindeutig das Winterhalbjahr, wenn allerdings auch die meisten Niederschläge fallen. Zwischen Februar und Mitte Mai blüht die Insel, und Wanderer finden ideale Bedingungen vor. Baden kann man das ganze Jahr über. Und auch Roadtrips auf La Palma sind rund ums Jahr möglich.

Unterwegs auf der Insel

Für Roadtrips auf La Palma im eigenen Tempo empfiehlt sich ein Mietwagen. Eine günstige Alternative sind die Inselbusse, die die wichtigsten Orte mehrmals am Tag preisgünstig verbinden. Über den Busverkehr auf der Insel informiert auch eine deutsche Internetseite

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Literaturtipp

Reisetaschenbuch La Palma, Dumont Reiseverlag 2020. Der aktuellste Reiseführer auf dem Markt (Frühjahr 2021). Inselkennerin Susanne Lipps informiert so detailliert wie unterhaltsam über Orte, Strände und Ausflugsziele. Sie gibt auch unzählige Tipps für die besten Restaurants und Unterkünfte und beschreibt Wanderungen für jedes Konditionsniveau. 

Offenlegung

Das Spanische Fremdenverkehrsamt unterstützte meine Reise, indem es die Flugkosten übernahm. Visit La Palma übernahm die Kosten für Übernachtung und Mietwagen. Ich habe kein Honorar erhalten, und an die Berichterstattung waren keinerlei Bedingungen geknüpft. Den Reiseführer stellte mir die Autorin kostenlos zur Verfügung, es waren ebenfalls keine Bedingungen daran geknüpft.

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