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Gletscher, Fjorde, Regenwälder: Roadtrip Neuseeland Südinsel 4 Wochen

Neuseeland: Milford Sound


Du möchtest nach Neuseeland reisen? Gute Idee! Und am besten erkundest du das Land auf einem Roadtrip. Vor der Reise ist einiges zu tun: Du musst dein Zeitbudget festlegen und zumindest eine grobe Reiseroute. So solltest du natürlich wissen, ob du die Nord- und Südinsel oder nur eine der Hauptinseln erkunden möchtest. Hast du weniger als drei Wochen Zeit, solltest du dich definitiv auf eine Insel beschränken. In diesem Artikel findest du die komplette 4-wöchige Rundreise über die Südinsel, die der Mann und ich genauso so 2023 gemacht haben. Zu jedem Ort gibt es Tipps für Besichtigungen, Ausflüge und Erlebnisse. Ein recht ausführliches Kapitel widmet sich der Grundsatzentscheidung: Camper oder Mietwagen plus B&Bs?

Tag 1–4 Christchurch und Banks Peninsula

Ausgangspunkt für unseren Roadtrip Neuseeland Südinsel war der Christchurch International Airport, der 20 Autominuten von der Innenstadt entfernt liegt. Weil ich schon öfter in Christchurch gewesen war, entschieden wir, unseren Jetlag nicht in der Großstadt, sondern auf der Banks Peninsula – östlich von Neuseelands zweitgrößter Stadt – auszuschlafen. Eine gute Entscheidung!

Christchurch – eine Stadt erfindet sich neu

Wenn du Christchurch nicht kennst, solltest du auf jeden Fall einen ganzen Tag für die Stadt einplanen. Und einen Extratag, wenn du einen Ausflug auf die Banks Peninsula machen willst. Die Innenstadt von Christchurch kannst du zu Fuß erlaufen und dir, wenn du in Christchurch bleibst, einen Tag Mietwagen sparen.

Lesetipp: Mehr Details findest du in meinem Artikel über Christchurch und die Banks Peninsula.

Meine Christchurch-Tipps

  • Sehr entspannend ist ein Spaziergang am River Avon entlang. Aber auch spannend, denn der Uferweg zeigt die Transformation der Stadt nach dem verheerenden Erdbeben 2011. Zuvor erinnerte Christchurch an ein Klein-Britannien im Südpazifik, heute präsentiert es sich als bikulturelle Stadt, an deren Gestaltung der örtliche Māori-Stamm Ngāi Tahu mitwirkte. So siehst du am Ufer Māori-Kunstwerke und das sehr gelungene Veranstaltungszentrum Te Pae.
  • Auf dem Flussspaziergang lohnt unbedingt ein Abstecher zur Quake City, wo man in einer Ausstellung das Erdbeben 2011 aufgearbeitet hat.
  • Auch die stolze Kathedrale wurde ein Opfer des Erdbebens. Der japanische Architekt Shigeru Ban schuf eine sehenswerte Übergangskathedrale aus Pappröhren, die Cardboard Cathedral.
  • Anders als die meisten Gebäude überlebten die Bäume entlang des River Avon und vor allem im wunderbaren Botanischen Garten.
  • Triste Baulücken verschönte man mit Street Art. Am besten lässt du dich einfach durch die Straßen treiben und wirst manchen Hingucker entdecken, der einen hässlichen Parkplatz verschönt.

Akaroa und die Banks Peninsula

Die Banks Peninsula gehört zu den eher versteckten Perlen, eroberte aber auf Anhieb mein Herz. Schon der Weg entlang der Nordküste der Halbinsel mit ihren tief eingeschnittenen Buchten auf einer schmalen Staubstraße – Bilderbuch-Neuseeland!

Banks Peninsula: Blick auf eine der Buchten mit blühendem Fingerhut

Meine Tipps für die Banks Peninsula

  • Den Hauptort Akaroa gründeten Franzosen, und mit französischen Flair kokettiert man gern. Tatsächlich steckt dahinter eine geschickte Tourismuskampagne, wie du beim Besuch im Stadtmuseum nachlesen kannst. Egal: Der hübsche kleine Ort mit dem langen Steg, der sich in die Bucht bohrt, ist superentspannend.
  • Der Childrens Bay Rhino Walk, auf dem du Nashörnern, Giraffen und Krokodilen begegnest, gefällt auch Erwachsenen.
  • Der Ausflug nach Okains Bay, 10 Kilometer von Akaroa entfernt, war eine Zeitreise in die Vergangenheit mit reichlich Pionierzeitflair.

Tag 4–6 Twizel

Der kleine Ort Twizel war unser Standort für den Mount Cook National Park. Doch auf dem Weg von Christchurch nach Twizel brauchst du natürlich ein bisschen Zeit für Stopps an zwei wunderbaren Bergseen.

Lake Tekapo und Lake Pukaki

Der türkisblaue Lake Takapo vor der Kulisse der Südalpen ist ein Instagramer-Hotspot. Im Frühjahr säumen zusätzlich fotogene Lupinen die Ufer. Und auch die Church of the Good Shepherd auf einer Halbinsel ist ein Hingucker. Lake Pukaki ist genauso schön und nicht ganz so umlagert. Nach der Tour über die Seen kommst du vermutlich recht spät in Twizel an. Alternativ könntest du über eine Zwischenübernachtung in Tekapo nachdenken, aber dann musst du am nächsten Tag sehr früh aufstehen.

Der türkisblaue Lake Tekapo mit Regenbogen
Lake Tekapo mit Church of the Good Shepherd und Regenbogen

Mount Cook National Park

Ein Highlight ohne Wenn und Aber ist der Mount Cook National Park – vorausgesetzt, das Wetter spielt mit. Nach zwei Regentagen waren wir ein bisschen skeptisch und doch – der Himmel öffnete sich und schon die Anfahrt mit Blick auf schneebedeckte Berge war genial.

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Anfahrt zum Mount Cook National Park

Ein Muss ist der Hooker Valley Track (10 Kilometer, 3 Stunden), für den du aber früh aufstehen solltest, um den Massen zu entgehen, denn ein Geheimtipp ist er nicht. Wir waren morgens gegen 8 Uhr fast allein inmitten einer erhabenen Landschaft, auf dem Rückweg strömten uns die Wanderer nur so entgegen. Der Track endet nach rund 1,5 Stunden am Hooker Lake, in dem Eisberge schwimmen. Dort blickst auf den König der Neuseeländischen Alpen – Aoraki („Wokendurchbohrer“) oder Mount Cook, mit 3724 Metern der höchste Berg Neuseelands, an dem Volksheld Sir Edmund Hillary für seine Mount-Everest-Besteigung probte.

Tag 6–8 Dunedin und Otago Peninsula

Ich gestehe, mit mir und Dunedin war es keine Liebe auf den ersten Blick. Heute bin ich bekennender Dunedin-Fan. Ich mag den Mix aus viktorianischer Architektur und Start-up-Szene mit Street Art Trail im früher verruchten, heute hippen Warehouse District. Zum Stadtgebiet gehört außerdem die naturschöne Otago Peninsula, die mit ihren herrlichen Stränden, den Königsalbatrossen und Pinguinen ein zusätzliches Argument für einen Besuch in Dunedin ist.

Meine Tipps für Dunedin

  • Die bildschöne Railway Station und andere viktorianische Gebäude anschauen
  • Das Settlers Museum, das über die Besiedlung Otagos informiert, besichtigen
  • Den großartigen Street Art Trail mit über 50 Murals von internationalen und nationalen Künstlern ablaufen
  • Die Albatros-Kolonie auf der Otago-Halbinsel besuchen

Lesetipp: Alle Highlights von Dunedin stelle ich dir in meinem Artikel über Dunedin ausführlich vor.

Variante der Route: Wenn du weniger Zeit hast, könntest du Dunedin auslassen. Dann erwartet dich auf dem Weg von Twizel ins Fiordland noch ein landschaftliches Highlight mit dem Lindis Pass – ein 971 Meter hoher Gebirgspass an der Grenze zwischen Otago und Canterbury. Die kahlen Berge, überzogen mit Tussock-Grasbüscheln, sind sehr besonders. Auch einen Fotostopp wert: der Dip Creek, an dessen Ufer im Frühling Lupinen wuchern. Natürlich, ich weiß, sie sind böse Einwanderer, die die heimische Vegetation überwuchern. Deshalb würden die Neuseeländer sämtliche Lupinen am liebsten ausrotten. Aber schön sind sie doch!

Tag 8–11 Te Anau und das Fjordland

Der Fjordland-Nationalpark (UNESCO-Welterbe) an der Westküste der Südinsel gehört zu den spektakulärsten Regionen Neuseelands. Die einsamste Gegend des Landes, die aber fast jeder Neuseeland-Reisende auf dem Plan hat. Außerdem eine der feuchtesten Regionen der Welt: Rund 5300 Liter Regen fallen im Fjordland pro Quadratmeter Jahr für Jahr – weltrekordverdächtig. Vor über 10.000 Jahren formten Gletscher das Fiordland mit seinen Berggipfeln und Steilhängen, die von Regenwald überwuchert sind, und natürlich die Fjorde. Dazu Schluchten, Seen, Wasserfälle und wilde Einsamkeit.

Das Fiordland für Wanderer: Wanderer kommen im Nationalpark voll auf ihre Kosten, denn allein drei von Neuseelands Great Walks führen durchs Fiordland: der Milford Track, der Kepler Track und der Routeburn Track. Während der Great Walks Saison zwischen Anfang Oktober und Ende April sind die Hütten auf dem Milford Track schon Monate im Voraus ausgebucht. Es heißt also: frühzeitig Plätze sichern. Hier findest du alle Infos: Great Walks.

Wer nicht wandert, entscheidet sich meist für eine Bootsfahrt im Nationalpark – entweder im Doubtful Sound oder im Milford Sound, beide von den Gletschern der Eiszeiten ausgehobelt. Welcher ist interessanter? Eine Frage, die ich nicht beantworten kann. Same same but different. Sie sind ähnlich und doch unterschiedlich und haben beide ihren Reiz. Wir haben ganz einfach beide besucht.

Doubtful Sound – Sound of Silence

Der Doubtful Sound ist gut versteckt. Du kannst ihn nicht auf einer Straße erreichen, sondern musst eine Tour buchen, die über den Lake Manapouri führt. Dann geht es ein Stück mit dem Bus auf einer spektakulären Straße bis zum Bootsanleger. Wasserfälle stürzen mit Getöse von Felswänden, die an „Hanging Gardens“ erinnern. Riesige Baumfarne spannen ihre Kronen wie Fächer auf, Flechten und Moose überwuchern die Stämme der Südbuchen wie in einem vertikalen Zauberwald. Neuseeländische Seebären sonnen sich auf den Felsen, Zwergpinguine lugen zwischen Felsspalten hervor. „Sound of Silence“ nennt man den Doubtful Sound auch.

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Im Fjordland National Park: Blick auf den Doubtful Sound
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Doubtful Sound: Seebären sonnen ich auf den Felsen.

Milford Sound – die Drama Queen

Im Vergleich zum Doubtful Sound ist der Milford Sound ein Rummelplatz. Am Ufer des Fjords liegen mehrere Boote, auf die sich in der Hauptsaison die zahlreichen Besucher verteilen. Wer ihn ruhiger erleben möchte, steht früh auf und bucht das erste Boot oder bucht eine Zwei-Tage-Tour mit Übernachtung auf dem Boot. Und doch ist auch der Milford Sound unbedingt einen Besuch wert.

Die Milford Road ist fast so spektakulär wie der Fjord selbst. Du kannst je nach Wetter viele kleine Spaziergänge und Fotostopps einbauen: am Mirror Lake, am Lake Gunn oder Monkey Creek, wo sich fast immer Keas, die neuseeländischen Bergpapageien, blicken lassen. Wichtig: vorab in der Unterkunft über die Straßenverhältnisse auf der Milford Road informieren!

Kea, ein neuseeländischer Bergpapagei
Keas, Bergpapageien, lassen sich oft am Monkey Creek blicken

Wenn du am Milford Sound an Bord gegangen bist: Erster Hingucker ist der Mitre Peak (1692 Meter), der charakteristische Berg im Zentrum des Fjords, der an eine Bischofsmütze (engl. mitre) erinnert. Während die meisten Gäste das Bordbuffet stürmen, schippert der Kapitän langsam Richtung Tasman Sea. Auf dem Rückweg sind alle an Deck, wenn sich das Schiff den beiden permanenten Wasserfällen nähert: Lady Bowen Falls und Stirling Falls. Wenn es regnet, öffnen sich plötzlich Hunderte von Wasserfällen.

Fotoparade 2022: Milford Sound, Neuseeland
Der Star des Fjordland-Nationalparks: Milford Sound

Die schönsten Ausflüge im Fiordland

  • Ausflug Doubtful Sound ab Te Anau (inklusive Bootsfahrt Lake Manapouri, Busfahrt und Bootsfahrt Doubtful Sound), zur Buchung*
  • Bootsfahrt Milford Sound, zur Buchung*

Tag 11–14 Queenstown

An Queenstown am Lake Wakatipu scheiden sich die Geister – du liebst es oder du hasst es. Ich freue mich auf jeder Neuseeland-Reise auf ein paar Tage in Queenstown. Auch wenn viel zu viel gebaut wird – und längst nicht immer schön. Und auch, wenn sich hier viel zu viele Menschen tummeln. Der Lake Wakatipu ist magisch – jedes Mal wieder. Und in der „Hauptstadt des Nervenkitzels“ gibt es auch einiges zu tun, wenn du weder Lust auf Bungee Jumping, Jetboating oder White Water Rafting hast.

Queenstown: Ufer des Lake Wakatipu
Queenstown: Ufer des Lake Wakatipu

Meine Tipps für Queenstown:

  • Ausflug in den Skippers Canyon – eine wild zerfurchte Landschaft mit Erinnerungen an die Goldgräberzeit
  • Ausflug nach Arrowtown, ein bildhübscher Ort mit Pionierzeitflair
  • Fahrt mit der Queenstown Gondola auf den Bob’s Peak mit grandiosem Blick auf Stadt, Berge und See
  • Wanderung auf den Queenstown Hill – ebenfalls tolle Ausblicke aus anderer Perspektive
  • Ausflug nach Glenorchy – aussichtsreiche Fahrt am See entlang

Lesetipp: Ausführlich beschreibe ich Ausflüge und Aktivitäten in und rund um Queenstown in meinem Artikel zu den besten Aktivitäten in Queenstown.

Queenstown: Blick vom Queenstown Hill
Queenstown Hill

Tag 14–16 Wanaka

Viele, denen Queenstown zu rummelig ist, ziehen Wanaka als Standort vor, das ebenfalls an einem Bergsee mit tollem Panorama liegt. Wir haben uns für die Sowohl-als-auch-Variante entschieden. Wanaka ist ein bisschen erwachsener, das Publikum eher 30plus, und die Aktivitäten sind nicht ganz so wild. Die Wandermöglichkeiten im nahen Mount Aspiring National Park vielleicht sogar besser.

Von Queenstown nach Wanaka haben wir übrigens die kurvige Crown Range Road genommen mit tollen Blicken und netten Fotostopps am historischen Hotel Cardrona und in „Bradrona“ mit unzähligen BHs (engl. bra) die über einem Zaun hängen. Eine Initiative der neuseeländischen Brustkrebs-Stiftung.

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Roadtrip Neuseeland Südinsel: Cardrona Hotel und Bradrona sind Fotostopps entlang der Crown Range Road von Queenstown nach Wanaka.

Meine Tipps für Wanaka

  • Die Wanaka Lavender Farm besuchen und im Frühsommer dein lila Wunder erleben
  • Mindestens eine Wanderung machen. Ein Hype ist die Wanderung zum Roy‘s Peak (16 Kilometer und 1200 Höhenmeter auf einer relativ öden Straße) wegen des Ausblick (Insta-Hotspot!). Das war mir zu lang. Auf dem deutlich kürzeren Diamond Lake & Rocky Mountain Track (7,7 Kilometer, 520 Höhenmeter) war die Aussicht mindestens so toll.
  • Einen Ausflug in Wanakas Craft-Beer-Szene machen. Hier findest du Adressen einiger Brauereien.
  • Den berühmten Baum fotografieren, der mitten im See steht
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Wanaka: Diamond Lake
Lake Wanaka vor der Kulisse der Südalpen
Wanaka am Lake Wanaka vor der Kulisse der Südalpen

Tag 16–17 Franz Josef

Über den Haast-Pass, den der deutsche Forscher Julius von Hasst entdeckte, fuhren wir an die wilde Westküste und unser erster Stopp war dort für eine Nacht die Retortensiedlung Franz Josef, die es nur gibt, weil der Franz Josef Glacier immer noch Touristen anzieht. Der Gletscher, benannt nach dem österreichischen Kaiser, floss im 19. Jahrhundert aus den Südalpen durch den Regenwald bis fast zum Strand. Als ich ihn in den 1980er-Jahren zum ersten Mal sah, war er immer noch ein Riese.

Seit Jahren schon schmilzt er dahin – wie alle Gletscher weltweit. Die Wanderung in Richtung Gletscherzunge ist seit einem Unfall vor ein paar Jahren gesperrt, und vom Aussichtspunkt kannst du nur noch einen weißen Zipfel erspähen. Wenn du Franz Josef besuchen willst, musst du einen Helikopterflug buchen*.

Lesetipp: Mehr über den Haast-Pass, Franz Josef und die Wild West Coast erfährst du in meinem Artikel zur Westküste.

Westcoast Neuseeland: Franz Josef Glacier
Blick auf den Franz-Josef-Gletscher

Tag 17–19 Hokitika

Hokitika war während des Goldrauschs im 19. Jahrhundert eine Boomtown mit unzähligen Hotels, Bars und Freundhäusern. Geblieben ist aus der großen Zeit ein bisschen Wildwestflair, und gekommen sind Künstler und Lebenskünstler. Der Treibholz-Schriftzug am wilden Strand (kein Badestrand!) mit dem Ortsnamen Hokitika wird aus angeschwemmtem Treibholz Jahr für Jahr neu in den Sand gesteckt. Wenn ihr Ende Januar in Hokitika seid, wird der Strand beim Driftwood & Sand Beach Sculpture Festival zur Open-Air-Galerie.

Lesetipp: Mehr über den Haast-Pass, Franz Josef und die Wild West Coast erfährst du in meinem Artikel zur Westküste.

Meine Tipps für Hokitika

  • Beim Strandspaziergang Treibholzkunstwerke bewundern
  • In einer der Werkstätten bei der Verarbeitung von Grünstein, neuseeländischer Jade, die in der Umgebung gefunden wird, zuschauen
  • Die netten Läden (Strickwaren mit Possum-Fell beispielsweise) durchstöbern
  • Einen Ausflug zur Hokitika Gorge machen

Lesetipp: Mehr über den Haast-Pass, Franz Josef und die Wild West Coast erfährst du in meinem Artikel zur Westküste.

Tag 19–22 Kaikoura

Der dramatischste Abschnitt der West Coast liegt nördlich von Punakaiki. Wir wollten aber unbedingt über den Arthur’s Pass nach Kaikoura fahren. Was tun? Wir sind entlang der Westküste zu den Pancake Rocks weitergefahren, und dann nach Greymouth zurückgekehrt, um die Passstraße zu nehmen.

Westküste Neuseelands: die Pancake Rocks bei Punakaiki
Westküste Neuseelands: die Pancake Rocks bei Punakaiki

Meine Tipps für unterwegs:

  • Die Pancake Rocks bei Punakaiki sind Felsformationen, die tatsächlich an gestapelte Pfannkuchen erinnern.
  • Fotostopp am Otira Viaduct Outlook auf die Berge und die 440 Meter lange Brücke
  • Wanderung zum Devil’s Punchbowl Waterfall, der sich stolze 131 Meter in die Tiefe stürzt. Eine kurze Wanderung über viele Stufen (30 Minuten) bringt dich hin.
  • Castle Hill erkunden. An Murmeln von Riesen erinnern die Sandsteinfelsen, die verstreut in der Landschaft liegen. Ein Ort, der den Māori heilig ist. Für den Rundgang brauchst du 40–60 Minuten.

Wale, Robben und Seafood

Kaikoura an der Ostküste der Südinsel ist Whale-Watching-Hauptstadt Neuseelands. Einst erlegten Walfänger hier die Riesen der Meere. Damit war 1964 Schluss. Erst 1987, als die Wirtschaftskrise die Existenz vieler Māoris in Kaikoura bedrohte, begann in Kaikoura eine neue Wal-Ära. Mit dem Mut der Verzweiflung verpfändeten vier Familien ihre Häuser, kauften ein Schlauchboot für acht Passagiere und boten die ersten Walbeobachtungstouren im Südpazifik an. Am Ende der Saison war man stolz auf 3000 Gäste – der Beginn einer Erfolgsgeschichte. Längst ist das Māori-Unternehmen, das zu 100 Prozent dem Stamm der Ngati Tui gehört, wichtigster Arbeitgeber im Ort.

Natürlich waren die Wale der Hauptgrund, warum wir den großen Schlenker an die Ostküste machten, statt direkt in den Norden zu fahren. Lauter glückselige Gesichter an Bord, als ein gigantischer Pottwal nachmittags unser Boot begleitete und durch die Wellen tauchte, bevor er seine Flucke fotogen in den Himmel reckte und wieder abtauchte.

Kaikoura: Ein Pottwal reckt seine Flocke beim Abtauchen in den Himmel.
Kaikoura: Ein Pottwal reckt seine Flucke beim Abtauchen in den Himmel.

Meine Tipps für Kaikoura

  • Natürlich eine Whale Watching Tour machen und rechtzeitig buchen! (zur Buchung*)
  • Eine Wanderung auf dem Kaikoura Peninsula Walkway machen, bei der du unzählige Robben und Möwen beobachten kannst. Die Länge der Strecke kannst du variieren.
  • Im Kaikoura Museum über die Geschichte des Walfangs informieren
  • Köstliche Meeresfrüchte in der Lobster-Bude Kaikoura Seafood BBQ genießen

Tag 22–25 Abel Tasman National Park

Der Abel Tasman National Park ist der kleinste und jüngste Nationalpark des Landes – benannt nach dem niederländischen Entdecker Neuseelands. Durch den Park führt der 51 Kilometer lange Abel Tasman Coast Track, einer der Great Walks. Du kannst auch Teilstücke davon gehen. Wir hatten uns eine Zwei-Tages-Etappe ausgesucht.

Ausgangspunkt war der Campingplatz in Marahau, wo wir den Transfer zum Ausganspunkt der Wanderung gebucht hatten. Mit dem Traktor zum Meer, dann aufs Boot und schließlich ab Bark Bay zu Fuß weiter. Rauf und runter, durch Wälder und immer wieder Abstecher zu einsamen Stränden und kleinen Buchten, in denen das Wasser türkisgrün glitzert. Auch mal durch einen Fluss, weil ein Erdrutsch die Brücke weggeschwemmt hatte. Eine Küstenlandschaft, die an die Karibik erinnert. Aber mit Baumfarnen statt Kokospalmen. Und der Pazifik nicht badewannenwarm, sondern „very refreshing“. In Anchorage ein Abend am Strand unter dem Sternenhimmel des Südens und eine Nacht in der Selbstversorgerhütte mit Essen vom Campingkocher. Dann zu Fuß zurück nach Marahau. Ein großes Erlebnis.

Wenn du nicht wandern magst, solltest du auf jeden Fall eine Bootsfahrt entlang der Küste unternehmen (zur Buchung*). Motueka oder Nelson sind gute Standorte, wenn du nur einen Tagesausflug zum Nationalpark machen willst.

Tag 25–28 Marlborough Sounds

Marlborough Sounds ist eine Region mit stillen Meeresbuchten – perfekt um nach einer langen Reise ein paar Tage abzuschalten und nette kleine Erlebnisse zu sammeln. Wir haben in einem B&B in Anakiwa gewohnt. Wunderbar ruhig, direkt am Wanderweg und direkt am Wasser. Allerdings ist der Weg dahin lang und kurvenreich. Lohnt sich definitiv nur, wenn du mindestens drei Nächte bleibst. Eine Alternative ist Picton, die nette kleine Hafenstadt, in der die Fähren nach Wellington ablegen. Nicht ganz so naturschön, aber du kannst von dort eine Fahrt mit dem Postboot in die Sounds unternehmen und natürlich die Weingüter der Umgebung abklappern. Am besten auf einer Winetasting Tour, damit du auch probieren kannst.

Meine Tipps für die Marlborough Sounds

  • Kanu fahren kannst du wunderbar in den stillen Buchten. Viele Vermieter stellen Boote zur Verfügung.
  • Eine Etappe auf dem Queen Charlotte Track wandern
  • Muscheln im berühmten Mussle Pot in Havelock essen
  • Eine Bootsfahrt mit dem Postschiff machen*
  • Auf dem Steg sitzen und aufs Meer schauen
  • Eine Weintour* machen und die berühmten Marlborough-Weine probieren
  • In Picton die Fähre zur Nordinsel nehmen

Roadtrip Neuseeland: Camper oder Mietwagen plus B&B

Eine ganz wichtige Entscheidung vor der Reise: Willst du im Camper oder im PKW unterwegs sein? Beide Varianten haben Vor- und Nachteile. Hier ein paar Entscheidungshilfen:

Vorteile und Nachteile des Campervans

  • Pro: Du kannst mitten in der Natur übernachten.
  • Pro: Du bist flexibler, kannst deine Route auch mal spontan über den Haufen werfen, wenn das Wetter nicht passt. Das Bett hast du ja immer dabei. Andererseits solltest du früh an beliebten Stellplätzen eintreffen, um noch einen Platz zu bekommen, was die Flexibilität schon wieder einschränkt.
  • Contra: Campervans sind sehr teuer, im Verhältnis deutlich teurer als die PKW/B&B-Variante. Dazu kommen höhere Spritkosten und bei „richtigen“ Campingplätzen recht hohe Gebühren für den Stellplatz.
  • Contra: Campervans musst du – vor allem in der Hauptsaison – lange im Voraus buchen.
  • Contra: Für Freedom Camping (rudimentäre Stellplätze) muss dein Van autark („self contained„) sein (mit Toilette an Bord und ausreichend großem Abwasser- und Frischwassertank). Und autarke Camper sind natürlich noch teurer.
  • Contra: Bei Regenwetter wird es vor allem in kleinen Vans schnell ungemütlich.
Campervan am Lake Pukaki
Roadtrip Neuseeland Südinsel: Campervan am Lake Pukaki

Vorteile und Nachteile eines Mietwagens + B&B

  • Pro: Deutlich günstigere Miet- und Spritkosten. Selbst zuzüglich Übernachtung im B&B günstiger.
  • Pro: Wendiger
  • Pro: Wenn du in B&Bs absteigst, bekommst du oft sehr nette Kontakte zu Einheimischen.
  • Pro: Bei schlechtem Wetter ist es in einem Zimmer sehr viel gemütlicher.
  • Contra: Weniger flexibel. Du musst während der Hochsaison zumindest die Zimmer vorbuchen und die Route somit festlegen.
  • Contra: Weniger naturnah

Du siehst: Beide Varianten haben Vor- und Nachteile. Wenn Geld keine Rolle spielt, ist es eine Entscheidung für einen bestimmten Lifestyle.

Unsere Entscheidung: Allein aus Kostengründen haben wir uns für den PKW entschieden. Übernachtet haben wir in B&Bs mit Kochgelegenheit, die wir in der Regel ein paar Tage im Voraus gebucht haben. Das ist in der Vorsaison (November) möglich, in der Hauptsaison (Mitte Dezember bis Ende Februar) solltest du sämtliche Unterkünfte bereits vor der Abreise buchen.

Buchungstipp: Eine gute Plattform für Campervans ist die Camper Oase. PKWs buche ich bei Apex, ein lokales Unternehmen mit guten Mietwagen und vor allem tollem Service. Als wir einen Sprung in der Scheibe hatten, wurde der Wagen innerhalb von 10 Minuten ausgetauscht.

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Wer hier schreibt

Hallo, ich bin Elke. Vor langer Zeit habe ich ein Jahr auf der Nordinsel Neuseelands gelebt – mit der Option auszuwandern. Doch die Sehnsucht nach dem guten alten Europa war stärker. Inzwischen bin ich aber zweimal im Jahr als Reiseleiterin im Südpazifik unterwegs. Und nach der Pandemie habe ich 2023 zwei Monate mit meinem Mann, der noch nie in Neuseeland gewesen war, beide Inseln erkundet, um mich wieder einzuschwingen. Im Anschluss entstand dieser Artikel, der hoffentlich hilfreich für dich ist.

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