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Amerika / Kuba

Roadtrip durch Kuba mit Oldtimern – Von Havanna bis Cienfuegos

Havanna: Straßenbild mit rotem Oldtimer

Ein Roadtrip durch Kubas Westen zwischen Havanna, Cienfuegos, Santa Clara und Trinidad – Kolonialstädte voller Flair – und das tropengrüne Tal von Viñales. Die Hauptrolle spielen die Menschen der Karibikinsel, die stolz und schön, mit Humor, Fantasie und reichlich Musik mancher Krise im Tropensozialismus trotzen. Die Nebenrolle die schönsten Autos der Welt. Dazu gibt es Tipps für die Einreise und fürs Unterwegssein, Übernachten und Genießen.

Roadtrip mit Oldtimern durch Kuba
Roadtrip mit Oldtimern durch Kuba

Ein Roadmovie auf Kuba

Jaime war in seiner Jugend Mitglied der ruhmreichen kubanischen Ringernationalmannschaft. Das sieht man ihm an: Breitschultrig und würdevoll thront er hinter dem Steuer seines mintfarbenen Dodge, der seit den 1940ern auf Kubas Straßen unterwegs ist und seit ein paar Jahren einen zweiten Frühling als Collectivo, als Sammeltaxi, erlebt. Zwei Spanier, ein Franzose, eine Dänin, der Mann und ich sind heute Jaimes Fahrgäste, die er in drei Stunden von Havanna nach Santa Clara bringt.

Im Collectivo nach Santa Clara
Im Collectivo nach Santa Clara

Dank neuem Dieselmotor überholt er auf der leeren Autobahn nicht nur Ochsenkarren und Fahrradfahrer, sondern entscheidet heute auch jedes inoffizielle Rennen unter Collectivo-Fahrern für sich. Ohrenbetäubend dröhnt der Regaetton währenddessen aus gewaltigen Boxen. „Im Rennwagen-Disco-Taxi in die Hauptstadt der Revolution“, spöttelt die Dänin. Kuba ist keine Insel der Stille – das haben wir alle verstanden, als Santa Clara vor uns liegt. Der Auftakt zu unserem Roadtrip durch Kuba nach einem Stop-over in Matanzas mit seinen karibikbunten Häusern und der Flusspromenade, die sich gerade mächtig aufhübscht.

Kuba mit Oldtimern entdecken

Nach unserem Roadtrip durch Kuba fiel mir auf: Ich habe hauptsächlich Autos fotografiert. Dabei bin ich alles andere als ein Autofan. Aber auf der Karibikinsel gibt es Unmengen von nostalgische Ami-Schlitten – schlimme Benzinschleudern, aber die schönsten Autos der Welt. Mietwagen bekommt man auf Kuba heutzutage völlig problemlos, ganz anders als 1990, als ich als zum Spanischkurs zum ersten Mal auf der Insel war. Aber der Mann und ich waren uns schnell einig: In einem langweiligen Kleinwagen wollten wir Kuba nicht erkunden, sondern mit hochglanzpolierten Beauties über die Straßen schaukeln.

So haben wir in jedem Ort ein Taxi für die nächste Teilstrecke gechartert, manchmal auch einen Platz im Collectivo gebucht, in dem 4–8 Reisende Platz finden. Die richtige Entscheidung! Das Fahrgefühl in den Cadillacs, Plymouths, Pontiac der Chevys, die älter sind als die Revolution, war einfach nur traumhaft. Nebenbei erfuhren wir von unseren Chauffeuren viel über Land und Leute und konnten die Fahrer und ihre Familien ein bisschen unterstützen.

Wie wir die Autos gefunden haben? Meist haben wir einfach die Gastgeber in unseren Casas Particulares (Privatzimmer) gebeten, einen Wagen für uns zu finden. Der Preis war Verhandlungssache.

Roadtrip durch Kuba: Santa Clara, die Hauptstadt der Revolution 

Wie keine andere kubanische Stadt ist die Universitätsstadt Santa Clara östlich von Havanna mit dem Charakterkopf der kubanischen Revolution verbunden: Che Guevara. Achtzehn Rebellen unter dem Kommando des Che kaperten hier 1959 mit einem Bulldozer und Molotow-Cocktails in Cola-Flaschen einen gepanzerten Zug (tren blindado), der Waffen und Soldaten transportierte. Die entscheidende Schlacht vor dem großen Sieg der Revolution. Kein Wunder, dass ihr Geist in Santa Clara noch lebendiger ist als anderswo. Der Zug ist heute Museum und in den Shops nebenan blüht der Kult um den Mann mit der Baskenmütze: Che auf T-Shirts, Mützen und Kühlschrankmagneten.

Ein paar hundert Meter weiter ein Pilgerort der etwas anderen Art: Der Spanier Mariano Gil de Vena schuf mit dem kultigen Café Revolución einen Mix aus Revolutionsmuseum und Bar. Inmitten von Fotos und Dokumenten aus den 1950ern, die von der Sehnsucht nach einem „Cuba libre“ – einem befreiten Kuba –, zeugen, serviert er Cuba Libre im Glas mit Kuba-Cola und lädt gleich zur Party am Abend ein. Aber erstmal nehmen wir die Pferdekutsche zum nächsten Monument der Revolution in der Stadt: das überdimensionale Che-Mausoleum an der Plaza de la Revolución, in dem der Revolutionär seine letzte Ruhe fand. Schulklassen stehen in Reih und Glied, um ihm die Ehre zu erweisen. 

Unser Roadtrip durch Kuba in 7 Stationen  

Wir haben uns bewusst auf den Westen der Insel beschränkt, um nicht nur im Auto zu sitzen. Santiago de Cuba und ein paar andere Orte im Osten haben wir uns fürs nächste Mal aufgehoben. Wer den Osten zusätzlich bereisen möchte, sollte mindestens drei Wochen für den Roadtrip durch Kuba einplanen. Wir hatten gute zwei Wochen auf der Insel. Mehr Zeit ist immer gut, aber es passte. . Die ursprünglich geplanten zwei Tage am Strand haben wir gestrichen und sind länger in Viñales geblieben, weil es uns so gut gefiel. Von dort aus kannst du nach Lust und Laune einen Abstecher zum Schnorcheln auf die Koralleninsel Cayo Levisa machen.

Havanna – 2 Nächte; Santa Clara – 2 Nächte; Trinidad – 2 Nächte; Cienfuegos – 2 Nächte ; Viñales – 4 Nächte; Havanna – 3 Nächte

Santa Clara und der Kult um Che Guevara

Wie steht es heute um den Geist der Revolution? „Che starb jung und blieb ein Held in den Köpfen, mit dem sich auch die Jugend noch identifizieren kann – anders als mit den vergreisten Castro-Brüdern“, sagt Gloria Fonten. Die Mitvierzigerin wuchs in Santa Clara auf, lebte aber 23 Jahre in Italien. 2018 kam sie für einen Job im Tourismus zurück in die Heimat und restaurierte gemeinsam mit ihrem italienischen Mann ein Kolonialhaus, das sie zur Pension mit reichlich Kolonialcharme ausbaute. „Santa Clara hat aber viel mehr zu bieten als Erinnerungen an Ché“, schwärmt sie. „Und ist viel authentischer als Touristenstädte wie Havanna oder Trinidad.“

Tatsächlich, die meisten Besucher fahren nach einem Stopp an den Revolutionsmonumenten direkt nach Havanna weiter. Abends sind wir unter Einheimischen. In der Bar am Hauptplatz zum Beispiel, wo sich die halbe Stadt zu Drinks und Musik trifft. Die beiden Leadsänger sind längst im Rentenalter, der Spielfreude tut das keinen Abbruch. Buena Vista Social Club lässt grüßen.

Ein Augenzwinkern, ein Schmachten in meine Richtung. Der Flirt kennt in Kuba keine Altersgrenzen. Einer der Senioren aus dem Publikum fordert mich zum Tänzchen auf, seine Frau drückt meinen Liebsten an ihren üppigen Busen. Wie gut, dass wir vor der Reise noch einen Salsa-Crashkurs belegt hatten! Fazit des Abends: Fehlt es im Tropensozialismus à la Kuba auch an vielem – gewiss nicht an Lebensfreude und an Musikalität. 

Roadtrip durch Kuba: Trinidad

Trinidad ist UNESCO-Welterbe und nach Havanna sicher die Stadt Kubas, in die die meisten Besucher strömen. Pferdekutschen klappern übers historische Kopfsteinpflaster, die bunten Häuser im Zentrum sind postkartenschön. Routiniert spielt eine Band Karibik-Schlager. Doch jenseits der herausgeputzten Vorzeigegassen nichts als Tristesse. Ob wir der Stadt Unrecht tun? Enttäuscht packen wir vorzeitig unsere Sachen.

Die Weiterfahrt führt durchs Valle de los Ingenios, das Tal der Zuckermühlen. Wenig erinnert an die Herrenhäuser und Zuckermühlen der Spanier. Allein die Casa Iznaga in Manaca Iznaga vermittelt einen Eindruck einstiger kolonialer Pracht. Der Turm, von dem Aufseher einst die Sklaven auf den Zuckerrohrfeldern kontrollierten, ist heute Touristenattraktion .

Roadtrip durch Kuba: Cienfuegos, die Stadt der Zuckerbarone

Cienfuegos, auch eine ehemalige Stadt der Zuckerbarone, ist eine koloniale Schönheit mit Ecken und Kanten. Die Tourismusströme ziehen (noch) an ihr vorbei. In der Casa Ferrer, ein pastellfarbener Palast mit Dachtürmchen, bekommen wir einen Eindruck vom einstigen Lebensstil der Oberschicht: Zimmer mit Stuck, Kristalllüster und Fliesen im maurischen Stil. Schöner Wohnen auf kubanisch. Nebenan im Teatro Tomás Terry sang einst Caruso, und Anna Pavlova schwebte als sterbender Schwan über die Bühne. Behutsam lockt man nach und nach die einstige Pracht wieder hervor. 

Sonntag ist Shoppingtag. Geduldig stehen Familien vor den Lebensmittelgeschäften Schlange, in denen heute Spaghetti, Dosentomaten und Würste im Angebot sind. Und Rum natürlich in allen Varianten – vom weißen dreijährigen für die Mojitos bis zum braunen Añejo, den die Kubaner bevorzugen. Seelenruhig wartet man auch vor dem Laden mit Haushaltswaren oder dem Spielwarengeschäft. Und erstaunlich viele Menschen drängen sich im Luxus-Shop mit Sportschuhen von Adidas & Co., die viermal soviel kosten, wie ein Durchschnittskubaner im Monat verdient.

Nach dem Einkaufsbummel reiht man sich in die nächste Schlange ein: vor der Eisdiele Coppelia. „Quien es el Ultimo?“ – Wer ist der letzte? Ein Satz, den jeder Besucher in Kuba schnell lernt. Den Eisbecher „Tres gracias“ kann sich jeder Cubano leisten, aber mit einer Stunde Wartezeit muss man ihn sich erstmal verdienen. 

Konzert im Cafe Cantante

Zufällig stolpern wir ins Sonntagnachmittagskonzert im Café Cantante. Doreita, die Frau auf der Bühne, muss um die 70 sein, aber nicht nur ihre rauchige Stimme sprüht vor Sex-Appeal. Sie haucht und schluchzt ins Mikrophon – begleitet von einer Handvoll junger Musiker. Männer aus dem Publikum tanzen ein paar Takte mit ihr. Alle klatschen, wippen und wiegen die Hüften. Ein Seniorenpaar wiegt sich Wange an Wange im Rhythmus der Musik. Eine Show für Fans und Freunde, in die sich nur zufällig vier Touristen verirrt haben. 

Ein leuchtendes Vorbild: Kubas Frauen

Was mich besonders beeindruckt hat auf unserer Reise: Kubas Frauen. Sie sind einfach wunderschön! Die wenigsten haben Idealfigur nach westlichen Maßstäben. Das interessiert auf Kuba niemanden. Sie werden auch mit 45 nicht unsichtbar. Noch mit 70 tragen sie hautenge Stretchkleider, auf denen in großen Lettern „Sexy“ prangt. Und genau das sind sie auch, wenn sie zur Musik ihre Hüften wiegen.

Jahrestag der Revolution in Cienfuegos

Nach dem Abendessen trifft sich halb Cienfuegos Stadt zur Revolutionsparty auf der Plaza José Marti. Zum 60. Jahrestag der Revolution will die Stadtverwaltung den Geist von Fidel & Co. beschwören – mit Folkloretanzgruppen, Salsabands und Reden, Reden, Reden. Zum Abschluss des offiziellen Teils hallt es wie eine Beschwörungsformel von der Bühne: „Viva Fidel, viva Raoul, viva la revolucion!“. Leben sollen sie die Castrobrüder, von denen der erste bekanntlich längst tot ist, und natürlich die Revolution. Erst als ein Liedermacher alte Revolutionslieder zur Gitarre anstimmt, kommt Bewegung ins Publikum. „Hasta siempre, commandante …“, singen alle mit. 

Roadtrip durch Kuba: Revolutionsparty in Cienfuegos
Roadtrip durch Kuba: Revolutionsparty in Cienfuegos

Die meisten Zuhörer kennen nicht das vorrevolutionäre Kuba und Fidel nicht als jungen Revolutionär, sondern als alten Mann im Trainingsanzug. Während man auf der Bühne die Revolution, die ins Rentenalter kommt, feiert, surft die Jugend hinter den Tribünen im Internet. Auf dem Platz gibt es nämlich – seit kurzem erst – einen der wenigen WLAN-Hotspots der Stadt. Für diejenigen, die geduldig für eine Zeitkarte der staatlichen Telekommunikationsgesellschaft ETACSA angestanden haben. 

Roadtrip durch Kuba: Tabakgrünes Viñales

Hähne krähen aus allen Himmelsrichtungen, während wir auf der Terrasse unserer Casa Particular, wie man Kubas Privatpensionen nennt, im Schaukelstuhl wippen. Vor uns eine unwirkliche Szenerie: Die Mogotes, gigantische Karstkegel, schälen sich im Viñales-Tal wie Riesen in einem Fantasy-Film aus dem Morgennebel. Eine tropengrüne Landschaft mit prima Klima für die Blätter, aus denen man Kubas weltberühmte Zigarren rollt. „Neunzig Prozent müssen die Bauern abgeben, der Rest ist für den Direktverkauf an Touristen“, erzählt Joselin, unser Wanderführer, später. „Ein bisschen nebenbei muss sein“, er zwinkert uns verschwörerisch zu. 

Umgerechnet ca. 25 US$ zahlt ihm der Staat für seine Arbeit. Ein Vielfaches bekommt er an Trinkgeldern – für den bescheidenen Luxus, der auch in Kuba das Leben lebenswert macht. Die meisten Besucher hier sind Individualtouristen, die zu Fuß, auf Pferden und auf Fahrrädern das Tal erkunden und sich zwischendurch von einem der Bauern eine Piña Colada servieren lassen. Jeder scheint irgendwie im Tourismus mitzumischen. Auch Raul, unser Gastgeber, verdient mit seinen drei Fremdenzimmern ein Vielfaches von dem, was er als IT-Fachmann in der Stadtverwaltung bekommt.

Roadtrip durch Kuba: Terrasse über dem Tal von Viñales
Roadtrip durch Kuba: Terrasse über dem Tal von Viñales

Abends kocht seine Schwester Lidia für uns: Moros y Christianos (Mauren und Christen), weißer Reis mit schwarzen Bohnen – dazu Kochbananen, frische Früchte und ein Stück Huhn. Zugabe ist der Mojito, in den sie reichlich Rum gekippt hat.

Viñales gehört zu den Plätzen, an denen viele Besucher länger bleiben als geplant und die Leichtigkeit des Seins zelebrieren. Aber Havanna, die letzte Station unseres Roadtrips durch Kuba, wartet.

Havanna – die große alte Dame

Havanna – ein Name mit magischem Klang. Hier bröckelnder Putz, dort frische Farbe – eine Diva zwischen Aufbruch und Verfall. In Alt-Havanna, wo in den letzten Jahren eifrig restauriert wurde, wippen Besucher im Rhythmus von Son, Salsa und Reggaeton durch die Gassen – an jeder Ecke bringen Musiker karibische Lebenslust zum Klingen. Auf den Plätzen und in der Kathedrale umweht uns spanisches Kolonialflair. Am Capitolio, Kopie des Vorbilds in Washington, wird klar, wer vor der Revolution den politischen Ton angab.

Und auch wenn der große Ansturm der „Gringos“ bislang ausblieb, ein bisschen Hemingway-Nostalgie kommt auf, wenn bonbonfarbene Oldtimer-Cabrios mit chromblitzenden Heckflossen durch die Altstadt cruisen. 

Abends am Malecón, der berühmten Uferpromenade, düsen noch ein paar Straßenkreuzer mit Touristen vorbei. Aber vor allem gehört sie jetzt den Habaneros. Die Angler machen sich mit der Ausbeute des Tages auf den Heimweg, Familien picknicken auf der Kaimauer, an die die Wellen klatschen. Liebespaare schauen eng umschlungen sehnsuchtsvoll aufs Meer und irgendwo spielt jemand Saxofon. Der Schlussakkord unserer Reise. 

Info-Kasten

Geografie

Kuba ist die größte Karibikinsel, 1250 km lang und zwischen 35 und 145 km breit.

Einreise

Erforderlich sind ein mindestens 6 Monate gültiger Reisepass und eine Touristenkarte, die bei Veranstaltern, Airlines oder über die Botschaft erhältlich ist. Der Nachweis, dass du im Besitz einer Auslandskrankenversicherung bist, muss erbracht werden.

Währung

Zahlungsmittel für Touristen war lange der Peso Cubano Convertible (CUC), der 1:1 an den US-Dollar gekoppelt war. Seit dem 1.1.2021 ist er Geschichte. Mit der Abschaffung des doppelten Währungssystems ist der CUP (Peso Cubano Moneda Nacional) das einzige offizielle Zahlungsmittel in Kuba. Der Wechselkurs zum US-Dollar: 24:1. Ausländer können mit der Kreditkarte CUP an Geldautomaten abheben. Mietwagen, Benzin oder organisierte Ausflüge kannst du sowieso mit Kreditkarte bezahlen. In sogenannten Devisenläden werden US-Dollar und Euro akzeptiert, auch in Casas Particulares bezahlt man in Euro oder US-Dollar.

Sprachen

Spanisch. Grundkenntnisse der Landessprache sind auf einem Roadtrip durch Kuba sehr hilfreich, in abgelegenen Landesregionen ist Englisch nicht Standard.

Gesundheit

Keine Impfungen vorgeschrieben. Empfehlenswert ist der Standardschutz gegen Tetanus, Polio, Diphtherie und Hepatitis. 

Klima

Die ideale Reisezeit für einen Roadtrip durch Kuba ist November bis April mit viel Sonne und Tagestemperaturen von 25–27 C°, allerdings kann es auch mal zwischendurch einen kühlen, regnerischen Tag geben. Ab April wird es heiß. Meiden solltest du die Regenzeit von Juni bis Oktober, zumal es immer Sommer auch Hurrikans geben kann.

Internet

Fast alle Hotels bieten inzwischen WLAN, meist gegen Gebühr. Allerdings solltest du an die Schnelligkeit keine zu hohen Erwartungen knüpfen. In Privatunterkünften ist WLAN selten verfügbar. Du kannst WLAN-Karten in den Niederlassungen der staatlichen Telefongesellschaft ETESCA erwerben, in den Städten gibt es WLAN-Hotspots.

Unterkünfte

Vom einfachen Privatzimmer bis zum Luxushotel bietet Kuba alles. Die gehobenen Unterkünfte findest du aber vor allem in der Hauptstadt und in den wichtigsten Badeorten. Dazu kommen Kolonialhotels, deren Renovierungsstand unterschiedlich ist. Privatzimmer (Casas Particulares, CP) erfreuen sich großer Beliebtheit und sind für die gastgebenden Familien eine wunderbare Möglichkeit in den Besitz von Devisen zu gelangen. Für Reisende sind sie ideal, um mit der Bevölkerung in Kontakt zu kommen. Man kann sie über diverse Portale buchen (z.B. www.cubacasas.netwww.casaparticularcuba.org).

Der Standard der Unterkünfte variiert, was sich im Preis. äußert. Meist haben sie ein eigenes Badezimmer und einen Kühlschrank, aber längst nicht immer ein Fenster. Unbedingt vorbuchen solltest du während der Hauptsaison im Dezember, Januar. Frühstück kannst du dazubuchen, und die meisten Gastgeber bieten auch Abendessen an – die Chance, echte kubanische Hausmannskost zu probieren. 

Hotels buchst du am besten vorab über die gängigen deutschen Veranstalter. 

Havanna

Mittel: Mitten im Getümmel der Altstadt liegt das B&B Suite Plaza Vieja (Calle San Ignacio 360). Die zentrale Lage muss man bezahlen. 

Luxus: Eine Legende: Das ehrwürdige Hotel Nacional (Calle O esquina 2) mit fast 90 Jahren Geschichte und Blick aufs Meer.

Viñales

Günstig: Ein bisschen außerhalb des Ortes, aber mit traumhafter Terrasse zur Natur: CP Luz del Valle (Tel. 0053-5591-7323).

Gehoben: Ebenfalls naturschön liegt das Hotel La Ermita (Carretera de la Ermita km 1½).

Cienfuegos

Günstig: Ruhig, mit Blick auf die Bucht und farbenfrohen Zimmern: Hostal Los Mares (Ave 10, 4106 E/ 41 Y 43, Ortsteil Punta Gorda). 

Gehoben: Gehobenen Komfort bietet das Kolonialhotel Meliá La Union (Calle 31, Tel. 0053-43875100) mitten im Zentrum. 

Santa Clara

Günstig: Ein Juwel in der Altstadt: B&B Suite Florencia in einem stilvoll restaurierten Kolonialhaus (Calle Candelaria, Tel. 0053 42 293484) mit drei Zimmern und wunderbaren Gastgebern. 

Roadtrip durch Kuba: B & B in Santa Clara
Roadtrip durch Kuba: B & B Suite Florencia in Santa Clara

Unterwegs in Kuba

Anreise 

Mehrere Veranstalter fliegen (oft mit Zwischenlandung) nach Havanna, einige Chartergesellschaften auch nach Santiago oder zu den Stranddestinationen.  

Unterwegs in Kuba

Taxi: Touristentaxis erkennst du am gelben Schild auf dem Dach und/oder am »T« auf dem Nummernschild. 

Oldtimer-Taxis für Stadtrundfahrten kosten in den Großstädten ab ca. 60 US-Dollar/Std. 

Flughafentransfer: Die Fahrt vom Flughafen Havanna in die Stadt kostet 25 US-Dollar.

Coco-Taxis sind Verwandte der asiatischen Tuk-Tuks. Sie sind meist in Havanna unterwegs und verlangen von Touristen oft Fantasiepreise.

Bicitaxi: Fahrradtaxis gibt es in vielen Städten. Über den Fahrpreis sollte man sich vor Fahrtantritt unbedingt verständigen. 

Collectivos sind Sammeltaxis, oft riesige alte Ami-Schlitten, die 6–8 Reisende fassen. Die Fahrt ist etwas teurer als der Bus, dafür flexibler (Havanna–Vinales 20 US-Dollar, Vinales–Cienfuegos 70 US-Dollar).

Bus: Empfehlenswert sind die überregionalen Busse von VIAZUL, die meist relativ pünktlich und zudem sehr preisgünstig sind (Havanna–Vinales; 12,50 US-Dollar).

Mietwagen sind rar, verhältnismäßig teuer (ab US-Dollar 60/Tag) und nicht selten in schlechtem Zustand. Unbedingt die Reifen kontrollieren und auf einem Reserverad bestehen. Am besten bucht man über einen deutschen Veranstalter. Die Straßen sind oft in beklagenswertem Zustand, aber der Verkehr hält sich in Grenzen. 

Zug: Die bekannteste Strecke ist Havanna–Matanzas–Santa Clara–Camagüey–Santiago, Tickets gibt es gegen Vorlage des Reisepasses an der Station La Coubre in der Ave. del Puerto, Havanna. Ein netter Tagesausflug ist die Fahrt mit dem Hershey-Train (Schokoladenexpress) von Havanna über Hershey nach Matanzas. 

Inlandsflüge: Willst du die gesamte Insel abdecken und hast keinen Gabelflug gebucht, ist ein Flug die schnellste Verbindung zwischen Havanna und Santiago de Cuba beispielsweise. 

Aktivitäten auf dem Roadtrip durch Kuba

Stadtrundgänge

Freewalkingtours bietet in Havanna geführte Stadtrundgänge (Reservierung erforderlich: 0053-5-8186958), für die kein fester Betrag verlangt wird. Ein angemessenes Trinkgeld sollte selbstverständlich sein.

Tanzkurse Ein Salsa-Crashkurs, damit du mit den Locals die Hüften schwingen kannst, ist eine gute Idee. Das Angebot ist besonders in Havanna groß, die Stunde kostet pro Teilnehmer ca. 15 US-Dollar. Vorabbuchung mit deutschsprachigen Infos gibt es bei Baila Habana.  

Wandertouren

Viñales ist ein Wanderparadies, das man auf Wanderungen für jede Kondition erkunden kann. Guides kannst du im Besucherzentrum, im Nationalparkbüro im Museo Municipal und in den Reisebüros in Viñales buchen (ca. 15 US-Dollar /Person).

Reiten

Ausritte gehören zu den weiteren Aktivitäten in Viñales. Du buchst sie wie die Wanderungen im Besucherzentrum, in Reisebüros vor Ort oder direkt in der Casa Particular (ca. 25 US-Dollar für einen dreistündigen geführten Ausritt). 

Küche & Cocktails

Kulinarisch verschmelzen in Kuba Spanien, Afrika und die Karibik. Grundnahrungsmittel sind Bohnen und Reis, auch Kochbananen gibt es immer und überall. Als Nationalgericht gilt Vieja Ropa, pikant gewürztes Rindergulasch. Beliebt sind auch Huhn und Fisch. Hin und wieder ist in Küstennähe auch Hummer im Angebot. Ein typisches Dessert ist Flan mit Karamellsoße. Seit einigen Jahren gibt es eine Vielzahl privater Restaurants (Paladares), wo kubanische Hausmannskost auf den Tisch kommt – meist besser und günstiger als die staatlichen Restaurants. Außerdem ist Kuba berühmt für seine Rum-Cocktails: Fast überall gibt es Mojitos, Daiquiris, Piña Coladas und Cuba Libres.

Restaurants:

Havanna: Der älteste Paladar der Stadt: La Guardia (Calle Concordia 418, Tel. 0053 5414 7852) in Centro Habana. Stilvolles Ambiente und gehobene Küche (z.B. Ochsenschwanz mit Safranrisotto) Unbedingt reservieren! An drei langen Tischen sitzt die Gäste bei leckerer Hausmannskost im Somos Cuba (San Ignacio#202 e, Tel. 53463304) in Habana Vieja. Tolle Atmosphäre!

Viñales: El Oliva bietet farbenfrohes Ambiente und kreative Küche (z.B. Kaninchen in Schokosauce). 

Cienfuegos: Elegantes Lokal mit Kolonialambiente und ausgezeichnetem Service (Fisch auf kreolische Art): Doña Nora.

Santa Clara: Im Florida sitzt man im verwunschen Innenhof inmitten von Tropengrün.

Roadtrip durch Kuba: Paladar in Santa Clara
Roadtrip durch Kuba: Paladar in Santa Clara

Nachtleben

Son- und Salsa-Musik ist in Kuba allgegenwärtig. In den Bars, z.B. in Havannas Altstadt, spielen abends oft Live-Bands. Berühmt für seine Salsa-Revue ist das Tropicana in Havanna (ab € 75). In weniger touristischen Städten gibt es oft einen Musikclub (Casa de la Trova), wo man für ein geringes Eintrittsgeld oder umsonst lokale Musikgruppen erleben kann. 

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12 Kommentare

  • Jorge Noguera
    16. November 2021 at 13:50

    toll geschrieben und sehr informativ. bzgl CUC müsste der Text nochmal aktualisiert werden, ansonsten top. danke

    Antwort
    • Elke
      16. November 2021 at 13:53

      Lieber Jorge,
      freut mich, dass dir der Artikel gefallen hat ;-)! CUC-Infos sind schon aktualisiert, danke für den Hinweis!
      Liebe Grüße
      Elke

      Antwort
  • Sabine von Ferngeweht
    22. November 2021 at 19:13

    Wow, da hat sich echt viel getan auf Kuba! Als ich 2004 sechs Wochen dort unterwegs war, durften Touristen die Collectivos gar nicht nutzen, um den Einheimischen die Plätze nicht wegzunehmen (so die offizielle Begründung …). Casas particulares bekam man nur durch Empfehlung und Mundpropaganda, denn Internet (und entsprechende Websites der Vermieter) gab es auf der Insel kaum. Ich musste immer in ein bestimmtes Luxus-Hotel in Havanna gehen, um für teures Geld kurz mal ins Internet zu kommen. Danke für das interessante Update!

    Antwort
    • Elke
      22. November 2021 at 19:21

      Liebe Sabine,
      ja es tut sich was auf der Insel! Das Reisen ist deutlich leichter geworden. Als ich 1990 das erste Mal in Havanna war, mussten wir mit ein paar Stangen Zigaretten den Besitzer des einzigen Mietwagens bestechen. Nach 50 km verendete das Gefährt und wir kamen einen Tag später (ausgehungert, weil es nur Rum, aber kein Brot in den Läden gab) mit dem Bus zurück nach Havanna ;-).
      Liebe Grüße
      Elke

      Antwort
    • Angela
      23. November 2021 at 23:12

      Da waren wir zur gleichen Zeit im Westen Kubas und haben die gleichen Erinnerungen, Sabine! Ich habe den Beitrag auch mit offenem Mund gelesen, was nun alles problemlos möglich scheint – und wie touristisch es doch zugleich auch geworden scheint. Wir waren damals zwar auch in Casas particulares unterwegs, aber nur, weil wir aus Berlin Connections nach Havanna hatten und die uns über die Insel an die nächsten CPs weitervermittelt haben. Die Route ist aber immer noch dieselbe – und garantiert immer noch schön, wie die Fotos ja auch zeigen. Im Osten lohnt sich übrigens nicht nur Santiago. Ich fand den Norden dort auch traumhaft schön – vor inzwischen auch schon wieder neun Jahren! Danke für die neuen Eindrücke zu schönen alten Erinnerungen, liebe Elke!

      Antwort
      • Elke
        24. November 2021 at 7:28

        Ja, immer noch eine wunderschöne Insel. Auch wenn sich touristisch einiges getan hat – außerhalb von Alt-Havanna, Viñales und Trinidad waren nur wenige Leute unterwegs. Die Kubaner brauchen den Tourismus ganz dringend, auch wenn er natürlich eine Zwei-Klassen-Gesellschaft schafft. Darüber könnte man lange diskutieren … Vielen Dank fürs Teilen deiner Erinnerungen, liebe Angela!
        Liebe Grüße, Elke

        Antwort
  • travellingcarola
    22. November 2021 at 21:30

    Wie cool ist das denn! Mein erstes und letztes Mal Kuba liegt schon mehr als zwei Jahrzehnte zurück. Dein Bericht und die Bilder machen Lust, wieder dorthin zurückzukehren. Was sich wohl verändert hat? Wenn es mich wieder einmal auf die Insel verschlägt, werde ich den Tipp mit den Oldtimern auf alle Fälle berücksichtigen.

    Liebe Grüße
    Carola

    Antwort
    • Elke
      22. November 2021 at 21:37

      Liebe Carola,
      es hat sich viel verändert, aber es bleibt spannend. Kuba ist immer noch ein wunderbares Abenteuer! Und die Reise mit Oldtimern kann ich dir nur wärmstens empfehlen!
      Liebe Grüße
      Elke

      Antwort
  • Gabriele Tröger
    23. November 2021 at 12:48

    Superschön geschrieben, liebe Elke. Macht absolut Laune! Ich war leider noch nie in Kuba und Michael vor Jahrzehnten, als Kuba gerade begonnen hatte, sich für den Individualtourismus zu öffnen. Mal sehen. Dankeschön, wird gleich gepinnt.

    Antwort
    • Elke
      23. November 2021 at 14:38

      Vielen Dank fürs Lob, liebe Gabi! Und nichts wie hin nach Kuba – irgendwann kommt die Ami-Invasion ganz sicher. Für mich war’s auch der zweite Besuch und ich habe Kuba deutlich mehr als beim ersten Mal 1990 genossen, als Lebensmittel streng rationiert waren und man die Touristen-Zone kaum verlassen konnte. Liebe Grüße, Elke

      Antwort
  • Thomas Ferro
    23. November 2021 at 19:03

    Liebe Elke,
    sehr schöner und interessanter Artikel. Das Lesen hat meine Lust auf einen Roadtrip durch Kuba geweckt.
    Liebe Grüße
    Thomas

    Antwort
    • Elke
      23. November 2021 at 19:41

      Freut mich, wenn ich Lust auf Kuba machen konnte, lieber Thomas! Die Insel ist auf jeden Fall einen Besuch wert.
      Liebe Grüße, Elke

      Antwort

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