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Sri Lanka: Reisetipps für Kandy – der Zahntempel und andere Sehenswürdigkeiten

Sehenswürdigkeiten in Kandy: Buddha im Lankatilake Vikara, einem der drei Tempelschätze westlich von Kandy

Kandy gehört zu den Zielen, die kaum ein Reisender in Sri Lanka auslässt. Kein Wunder: Es gibt einiges zu sehen, und schon allein die Lage ist herrlich. Kandy liegt auf 500 m ü. M. im grünen Herzen der Insel zwischen Bergen und Wäldern. In Kandy liegt außerdem das wichtigste Heiligtum der Insel: der Zahntempel von Kandy, in dem buddhistische Mönche die kostbarste Reliquie des Landes hüten – einen heiligen Eckzahn Buddhas.

Weitere Sehenswürdigkeiten in Kandy und Umgebung kannst du in Halbtagesausflügen erkunden. Den Botanischen Garten im Vorort Peradeniya zum Beispiel, der zu den schönsten Asiens zählt. Und kleine Tempeljuwelen aus dem sri-lankischen Mittelalter inmitten einer tropengrünen Landschaft. Hier geht es zu meinen Reisetipps für Kandy, die du in 2–3 Tagen vor Ort erkunden kannst.

Reisetipps für Kandy – die kulturelle und intellektuelle Hauptstadt Sri Lankas

Stolz ist die 160 000-Einwohner-Stadt bis heute auf ihre Kultur und Geschichte: Im Schatten der Berge trotzte Kandy den europäischen Kolonialmächten am längsten. Kandy war der letzte singhalesische Königssitz des Landes, bevor sich die Briten 1815 die gesamte Insel unter den Nagel rissen. Und im Landesinneren lebten – fern von den Tamilenreichen im Norden und den Handelsrouten im Süden – Singhalesen, die sich als Nachfahren von Prinz Vijaya verstanden, der das erste Reich auf der Insel begründete.

Bis heute verstehen sich die Hochland-Singhalesen deshalb als Hüter der singhalesischen Kultur und schauen ein bisschen hochnäsig auf ihre Landsleute im Tiefland herab. Auch als intellektuelles Zentrum genießt Kandy hohes Renommee: Hier und nicht in der Hauptstadt Colombo (zum Colombo-Artikel geht es hier) wurde 1942 die Universität von Ceylon gegründet. Sie ist noch heute die größte Hochschule des Landes. Und nicht zuletzt ist Kandy als Heimat des Zahntempels auch religiöse Hauptstadt Sri Lankas. Die alljährliche Prozession zu Ehren des Heiligen Zahns am Esala-Vollmond im Juli oder August ist das wichtigste buddhistische Fest der Insel und ein faszinierendes Spektakel. 

Sehenswürdigkeiten in Kandy: der Kandy Lake

Der Kandy Lake liegt im Herzen der Stadt und trägt, wenn auch mittlerweile teilweise vom Verkehr umtost, wesentlich zum Flair der Kandys bei. Der letzte König ließ ihn im frühen 19. Jahrhundert ausheben.

Sehenswürdigkeiten in Kandy: der Zahntempel am Kandy Lake
Sehenswürdigkeiten in Kandy: der Zahntempel am Kandy Lake

Rund um den Kandy Lake

Ein schöner Spazierweg führt rund um den See herum, in dem sich der Zahntempel eindrucksvoll spiegelt. Unterwegs läufst du an einer Insel im See vorbei, auf der früher das Lustschlösschen des Königs mit den Gemächern des Harems lag. Die Engländer nutzten es später als Pulvermagazin. Hinter dem Zahntempel liegen die Überreste des Königspalasts, von dem Teile heute als Nationalmuseum zugänglich sind.

Am südlichen Ufer liegt das Kandyan Arts and Crafts Center, wo du Kunsthandwerkern über die Schulter blicken und abends den Kandy-Tänzern bei ihren akrobatischen Übungen zusehen kannst. Ebenfalls am südlichen Ufer liegt das Kloster Malwatta, der Hauptsitz von Sri Lankas wichtigster buddhistischer Ordensgruppe. Und zum Abschluss der Seerunde lockt ein Kännchen Tee im kolonialen Queens Hotel gegenüber vom Zahntempel, in dem Literatur-Nobelpreisträger Hermann Hesse bei seinem Besuch in Kandy zu Beginn des 20. Jahrhunderts wohnte. Der mit Abstand berühmteste Gast des Hauses war jedoch zweifellos die Queen, für hier bei ihrem Staatsbesuch 1954 logierte.

Reisetipps Kandy: Das Queens Hotel ist durchaus eine Option zum Wohnen in Kandy. Die Zimmer sind zweifellos sehr nostalgisch und – wenn sie zur Straße liegen – auch extrem laut. Bei der Buchung also unbedingt um ein Zimmer nach hinten heraus bitten. Nett sind die koloniale Bar, in der schon Hermann Hesse saß, und der kleine Garten mit Pool. Der größte Pluspunkt neben dem historischen Flair: Zentraler kannst du in Kandy nicht wohnen. Der Zahntempel liegt direkt gegenüber.

Die Markthalle von Kandy

Unbedingt einen Besuch wert ist die Markthalle, in der du in die Welt der Gerüche und der Farben eintauchen kannst. Papayas, Mangos, Mangosteen und andere Exotenfrüchte stapeln sich an den Ständen. Darüber baumeln Bananenstauden und alles, was die Gewürzgärten hergeben – von Kurkuma, Koriander, Pfeffer und Vanille bis zum berühmten Ceylon-Zimt. Verkaufsschlager sind aber auch Aloe-Vera-Gel und manches Wundermittel aus den Ayurveda-Apotheken. Verhandlungsgeschick ist gefragt – nicht den ersten Preis zahlen!

Reisetipps Kandy: Die Markthalle ist nur einen Spaziergang vom Zahntempel entfernt und liegt in der Nähe des Bahnhofs. Die erste Abteilung mit Obst und Gewürzen ist ausschließlich für Touristen, ist Stände sind höchst fotogen. Trotzdem kannst du mit Verhandlungsgeschick Schnäppchen machen. Die Preise in den Gewürzgärten, die du wahrscheinlich auf dem Weg in den Norden besuchen wirst, sind deutlich höher. Nach der Touristenabteilung aber unbedingt noch ins Herz des Marktes vordringen, wo die Einheimischen einkaufen. Die Fisch- und Fleischabteilung sind allerdings nichts für zarte Gemüter.

Sehenswürdigkeiten in Kandy: Sri Dalada Maligawa – der Zahntempel Kandy

Im Tempel des Heiligen Zahns hüten Mönche die Nationalreliquie, den oberen linken Eckzahn Buddhas. Er ist Objekt religiöser Verehrung, war aber immer auch ein Politikum, denn lange regierte der Hüter des Zahns das Land. Die Reliquie steht auch im Mittelpunkt des wichtigsten buddhistischen Festes in Sri Lanka. 

Geschichte des heiligen Zahns

Nachdem Buddha den Kreislauf der Wiedergeburten verlassen hatte, wurden seine sterblichen Überreste verbrannt. Aus der Asche rettete man unter anderem ein Schüsselbein und vier Zähne. Um jede der Reliquien entspannen sich Geschichten voller Wunder und voller Widerspruche. Aber keine ist so abenteuerlich wie die Irrfahrt des linken oberen Eckzahnes.

Einen der vier Zähne, erzählt die Legende, sicherte sich Gott Indra, ein weiterer soll in einem Kristallpalast auf dem Meeresgrund ruhen, ein dritter wird in einer Pagode bei Beijing verwahrt, der vierte verblieb achthundert Jahre in Nordindien. Ein Hindukönig warf ihn ins Feuer, aber aus den Flammen erblühte ein Lotus, der seine Blätter schützend um den Zahn legte.

Nun wollte der König den Zahn zertrümmern, aber statt des Zahns zersprang der Hammer. Als er ihn in einen Teich warf, verwandelte sich das Gewässer in einen Garten, in dessen Mitte der Zahn unversehrt auf einer Lotusblüte ruhte. So viele Wunder mussten den Hindukönig zum Buddhismus bekehren. Der Zahn wurde dem Herrscher zurückgebracht, dem er geraubt worden war – der große Ashoka, der den Buddhismus zur Staatsreligion machte. Um den Zahn in Sicherheit zu bringen, ließ er ihn von seiner Tochter in ihrem Haar nach Ceylon, das heutige Sri Lanka, schmuggeln. 

Die Könige von Anuradhapura empfingen die kostbare Reliquie mit großen Ehren und bauten die ersten Tempel für den Zahn. 800 Jahre lang blieb er in der alten Hauptstadt. Nach dem Niedergang von Anuradhapura ging er auf Wanderschaft und bald entwickelte sich die Zahnreliquie zur Hauptreliquie des Landes. Der König wurde sein Schutzherr und so wurde seine Herrschaft auch religiös legitimiert.

Fortan galt späteren Chronisten immer derjenige als König der Insel, der im Besitz der Zahnreliquie war. Ende des 16. Jahrhunderts fand der Zahn seinen Platz in Kandy. Die Portugiesen, die als erste Europäer das heutige Sri Lanka erreichten, brachten ihn jedoch in ihre Kolonie Goa, um ihn zu zerstören. Der Erzbischof ließ ihn in einem Mörser zerstampfen, die Reste verbrennen und in einen Fluss werfen.

Die Buddhisten konnten über den Fanatiker nur lachen – ihm war eine Kopie in die Hände gefallen. Bald tauchte der Zahn in Kandy wieder auf, wo der heutige Zahntempel errichtet wurde. Die Briten auf kolonialem Feldzug erkannten erst spät, dass die Moral der Ceylonesen entscheidend von der Reliquie abhing. Als der Zahn den Engländern in die Hände fiel, brach der singhalesische Widerstand zusammen.  

Seine symbolische Bedeutung büßte er auch in der Gegenwart nicht ein: 1998 verübten die Tamil Tigers einen Anschlag auf den Zahntempel, um das singhalesische Nationalgefühl zu erschüttern. Der Tempel wurde stark zerstört, der Zahn blieb unversehrt. Das Attentat erschütterte die Singhalesen wie ein Anschlag auf den Petersdom gläubige Christen getroffen hätte. Die Bedeutung der Zahnreliquie manifestiert sich noch heute im religiösen und politischen Leben: Die Ordensoberhäupter der Hauptklöster Kandys werden im Zahntempel in ihr Amt eingeführt. Und eine der ersten Amtshandlungen eines neuen Präsidenten ist der Antrittsbesuch im Zahntempel.

Der Zahntempel unweit des Kandy-Sees stammt hauptsächlich aus dem frühen 18. Jahrhundert und markiert architektonisch der Beginn des Kandy-Stils. Ein typisches Bauelement der Zeit ist das abgeknickte Ziegeldach. Markantestes Merkmal von außen ist der achteckige Turm, der eine Bibliothek mit 3000 wertvollen Palmblattmanuskripten enthält.

Schon von Weitem hörst du die Trommeln und siehst ganze Familien, die mit Blumen – Symbole der Vergänglichkeit – in den Händen zum Tempel strömen. Und meist in weiß gekleidet, der Farbe der Reinheit. Der Zahntempel mit dem Eckzahn Buddhas, der seinen Weg in einer abenteuerlichen Reise aus Indien nach Sri Lanka fand, ist bis heute das wichtigste Pilgerziel des Landes. Jeder singhalesische Buddhist sollte ihn mindestens einmal im Leben besuchen. Besser natürlich öfter.

Reisetipps Kandy: Außerhalb der Puja-Zeremonien, die dreimal täglich stattfinden, ist der Tempel ziemlich tot. Erst mit den Pilgern, die besonders an Wochenenden strömen, füllt sich das Heiligtum mit Leben. An der Mittags-Puja nehmen viele Reisegruppen teil, auch der Abendtermin ist inzwischen sehr beliebt. Wer früh aus dem Bett springt, erlebt die Puja fast ausschließlich unter Einheimischen. Ein besonderes Erlebnis. Sri Dalada Maligawa (geöffnet 5.30–20.30 Uhr, Puja-Zeremonien 5.30, 9.30 und 18.30 Uhr).

Puja im Zahntempel Kand

Der Tempel ist zweistöckig mit offenem Innenhof, in dem Musiker während der Puja-Zeremonien lautstark trommeln und flöten und das große Ereignis der Zeremonie ankündigen. Im oberen Stockwerk wird den Gläubigen, die geduldig anstehen, ein Reliquienbehälter gezeigt, der den heiligen Zahn enthält. Unter Trommelwirbel öffnen sich die Türen zum Allerheiligsten mit Elfenbeindekor. Wie bei einem russischen Püppchen verbergen sich im Reliquienbehälter sechs weitere, mit Edelsteinen reich verzierte Schreine. Den Zahn selbst bekommt niemand zu sehen.

Reisetipps Kandy: Wer die Zahnschatulle aus nächster Nähe sehen möchte, muss sich in die Schlange mit den Gläubigen einreihen. Wer das Ganze nur aus der Ferne betrachten will, kann außen an der Schlange vorbeilaufen.

Sehenswert ist weiterhin die Andachtshalle mit Gemälden, die die Odyssee des heiligen Zahns anschaulich illustrieren. In einem eigenen Museumsgebäude im hinteren Teil des Komplexes sind Geschenke aus anderen buddhistischen Ländern ausgestellt. Ein weiterer Raum im hinteren Bereich des Tempels ist dem Elefanten Raja geweiht, der die Zahnreliquie 50 Jahre lang anlässlich der Kandy-Perahera (s.u.) durch die Straßen Kandys trug. Eine nationale Ikone.

Kandy-Perahera – das Fest der Feste

Mit der alljährlichen Maha Perahera, der großen Prozession zu Ehren des Heiligen Zahns, erlebt das größte Fest des sri-lankischen Festjahres seinen Höhepunkt und Abschluss. Es beginnt am Neumond des Monats Esala Ende Juli/Anfang August mit ersten Ritualen und dauert insgesamt 15 Tage.

Abend für Abend ziehen Prozessionen mit festlich geschmückten, illuminierten Elefanten, begleitet von Peitschenknallern, Tänzern und Musikern durch die Stadt. Fackelträger zaubern Lichtspuren in den Himmel und würdevoll trägt der Hauptelefant des Zahntempels in einem goldenen Schrein und unter dem Jubel der Massen die Nachbildung der Zahnreliquie spazieren. Von Tag zu Tag werden die Prozessionen länger, (farben)prächtiger und inbrünstiger. Bis schließlich in der Abschlussprozession die Party rund um den Zahn ihren glanzvollen Höhepunkt findet.

Sehenswürdigkeiten in Kandy: die Tempel des Westens

Nicht versäumen solltest du den Ausflug zu drei kleinen Tempeljuwelen im Umland (gut zu verbinden mit dem Besuch des Botanischen Gartens), die alle aus dem 14. Jahrhundert stammen, als die Könige im nahen Gampola regierten: Gadaladeniya Vihara, Embekke Devale, Lankatikale Vihara. Damit sind sie viel älter als der Zahntempel.

Reisetipps Kandy: Du verbindest die drei Tempel am besten auf einem Ausflug per Tuk Tuk. Wieviel das aktuell kostet, erfragst du an der Hotelrezeption und verhandelst den Preis, bevor es losgeht. Allein die Fahrt durch die tropengrüne Landschaft ist ein Ereignis. Dabei am besten mit dem Gadaladeniya Vihara beginnen und mit dem Lankatilake Vikara enden. Er ist zweifellos der Höhepunkt: traumhaft gelegen, mit einem Feuerwerk der Farben im Kultraum.

Sri Lankas würzige Küche

Gadaladeniya Vihara

Der Gadaladeniya Vihara ist einer der wenigen aus Bruchstein errichteten historischen Tempel Sri Lankas. Stilistisch beeinflusst von der Tempelarchitektur Südindiens. Alle Elemente eines buddhistischen Tempels – Dagoba (Stupa), Mönchsunterkünfte, Bohdi-Baum und Statuenhaus – verteilen sich auf einem Fundament aus Granit. Im Anbau befindet sich ein Hinduschrein, in dem Gott Vishnu verehrt wird. Die Singhalesen haben den indischen Gott ganz pragmatisch als buddhistische Schutzgottheit in ihren Glauben integriert. 

Embekke Devale

Der Embekke Devale, 3 km entfernt, ist dem Kriegsgott Skanda geweiht. Beeindruckend ist aber vor allem die offene Vorhalle des Tempels, die als schönstes Beispiel singhalesischer Schnitzkunst gilt. Die Relieffelder der 32 Stützpfeiler aus Eisenholz zeigen Menschen, Tiere und Fabelwesen und erzählen Szenen aus Geschichte, Mythologie und Alltagsleben. Wiederholen sich auch die Themen – in den Details ist jede der über 100 Schnitzarbeiten, die wohl aus der Kandy-Zeit stammen, einzigartig. Wahrscheinlich diente das Gebäude als Trommlerhalle – der Platz der Musiker während der Tempelfeste.  

Lankatilake Vihara

2 km nördlich von Embekke liegt der Lankatikala Vihara – früher taubenblau, gerade schneeweiß –, den du auf dem alten Pilgerweg durch die Reisfelder auch erwandern kann. Das letzte Stück des Wegs zum Heiligtum führt über 172 Stufen, die die Erbauer des Tempels aus dem Granit schlugen. Der Blick von oben über Reisfelder und Teeplantagen ist herrlich und weil sich selten Menschen hierher verirren, ist die Stimmung sehr besonders.

Der Hauptkultraum, den du durch ein reliefgeschmücktes Portal betrittst, ist mit Malereien und Skulpturen überreich geschmückt, ohne überladen zu wirken. Im Mittelpunkt beeindruckt ein 4 Meter hoher sitzender Buddha, der wohl aus dem Mittelalter stammt, über dem die Hindugötter im Himmel schweben. Wieder ein Zeichen für die Verschmelzung der beiden indischen Religionen in Sri Lanka. Die Wandflächen sind über und über mit Malereien im Kandy-Stil bedeckt, die aus dem 18. Jahrhundert stammen. Doch die unterschiedlichen Stile beeinträchtigen nicht die Wirkung – im Gegenteil: Farbenrausch ist vorprogrammiert. 

Reisetipps Kandy: Bestimmt hast du einen 500-Rupien-Schein in der Geldbörse. Der Tempel ist darauf abgebildet.

Vorabendprogramm: Kandy-Dancer

Die Kandy-Tänze begleiten normalerweise religiöse Feste wie die Kandy Perahera und haben ihre Wurzeln in den Ritualen der Zeit des Königreichs von Kandy. Begleitet von den eindringlichen Rhythmen der Trommler zeigen die männlichen Tänzer aber auch Touristen ihr akrobatisches Können. Die Vorstellungen, die gegen 18 Uhr beginnen, sind ausschließlich für Touristen, aber ohne Dinner-Spektakel-Charakter. Die Gäste dürfen sich auf den Tanz konzentrieren und die Jungs haben wirklich Rhythmus im Blut. Reservierungen sind in der Regel nicht nötig. Wer fotografieren möchte, kommt früh, um sich einen Platz vor der Bühne zu sichern.

Hier kannst du Kandy-Tänze erleben:

  • Kandyan Arts Association, 321 Sangaraja Mw., Tel. 081 223 91 18 
  • YMBA, Rajapihilla Mw., südwestlich des Sees
  • Kandy Lake Club, Sangamitta Mw., nordöstlich des Sees

Sehenswürdigkeiten in Kandy: der Botanische Garten von Peradeniya

In eine Schleife des Mahawli-Flusses im Vorort Peradeniya schmiegt sich das riesige Areal eines der größten und schönsten botanischen Gärten Asiens – ein Platz, der auch zu den Top-Attraktionen Kandys zählt. Hier wurden Filmszenen z.B. für „Die Brücke am Kwai“ gedreht, hier pauken Schulklassen Botanik, Hochzeitspaare posen vor Blumenbeeten und Liebespaare finden im keuschen Sri Lanka versteckte Plätze fürs erste Date. Neben einer Vielzahl beeindruckender Tropenbäume gehört die Orchideensammlung zu den Attraktionen. 

Sehenswürdigkeiten in Kandy: Der Botanische Garten von Peradeniya ist Treffpunkt von Liebespaaren
Der Botanische Garten von Peradeniya ist Treffpunkt von Liebespaaren

Eine höchst reizvolle Lage – von drei Seiten vom größten Fluss Sri Lankas umgeben – suchten sich die Begründer des Gartens, die Könige von Kandy, für ihren Lustgarten aus. Die Briten machten aus dem königlichen Garten eine Versuchsplantage, die nach und nach führende Botaniker des Landes zu einem Botanischen Garten umgestalteten.

Beste Bedingungen für ein breites Spektrum an Pflanzen schaffen zum einen die fruchtbaren Schwemmlandböden, zum anderen das geradezu ideale Klima in 500 Meter Höhe mit reichlich Sonnenschein, aber auch genügend Regen. Kein Wunder, dass der Garten von Peradeniya, der heutzutage der Universität angegliedert ist, zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten des Landes zählt. Inzwischen kümmern sich 200 Gärtner und Wissenschaftler darum, dass seine Attraktivität erhalten bleibt.

Der Gewürzgarten

Wenn du dich hinter dem Eingang rechts hältst, stehst du schon bald im Gewürzgarten, wo du die wichtigsten Gewürzbäume und Sträucher der Gewürzinsel in aller Ruhe betrachten kannst. Ausgerechnet der berühmteste Gewürzbaum der Insel, der Zimtbaum, führt ein Schattendasein. Ein mickriges Exemplar steht in der hintersten Ecke am Zaun. Umso prächtiger sind die Gewürznelken- und die Muskatnussbäume. Wenn du Glück hast, tragen sie Früchte. Und mittendrin Bäume, an denen ziemlich sicher einige der größten Früchte der Welt baumeln: Jackfrüchte.

Weiter geht es zum Orchideenhaus und über die europäische Abteilung, die für die Einheimischen natürlich exotisch ist, zum berühmten Arboretum des Botanischen Gartens von Peradeniya.

Palmen und Feigen: Die Stars unter den Bäumen

Sri Lanka erstreckt sich über unterschiedliche Vegetationszonen – so ist es nicht verwunderlich, dass hier über 1500 Baumarten heimisch sind. Zum Arboretum des Gartens von Peradeniya gehören rund 10 000 Bäume, darunter aber auch Vertreter von anderen Kontinenten wie die Coco de Mer von den Seychellen oder Kanonenkugelbäume aus Südamerika. Den Namen verdanken diese ihren großen runden Früchten mit fester, verholzter Außenschale. Zart und blumig dagegen die rosafarbene Blüte, die ihrer Form nach an eine sri-lankische Dagoba (Stupa) erinnert. Unter dem Kanonenkugelbaum wurde der Legende nach Buddha geboren. Was nicht stimmen kann, denn dann wäre er Amerikaner.

Eine Attraktion des „Great Circle“, des zentralen, kreisförmigen Platzes im Zentrum des Gartens, sind die Gedenkbäume, die prominente Staatsbesucher pflanzten. Elisabeth II., Indira Gandhi oder Kosmonaut Juri Gagarin verewigten sich neben vielen anderen mit einem Baum. Ein Eisenholzaum erinnert an den letzten russischen Zaren Nikolaus II. Eisenholzbäume spielen aber auch im Buddhismus eine Rolle, denn der zukünftige Buddha Maitreya wird einst unter einem Eisenbaum die Erleuchtung erlangen, heißt es. Für Deutschland pflanzte nur Kurt-Georg Kiesinger ein Bäumchen, das eher mickrig geblieben ist.

Ein Lieblingsmotiv für Fotografen findet sich ganz in der Nähe. In einigen Baumwipfeln kleben Schwärme von Flughunden. Die nachtaktiven Tiere hängen tagsüber schlafend an den Ästen. Nur ab und zu flattert eines der vampirartigen Wesen aufgescheucht davon.

Sehenswürdigkeiten in Kandy: Ein Höhepunkt im Botanische Garten von Peradeniya ist die Allee der Königspalmen

Beeindruckend sind auch die Palmenalleen, wie die Palmyra-Palmenallee oder die Allee der Königspalmen – Zierpalmen, die ein Geschenk aus Kuba waren. Anders als die Königspalmen aus der Karibik sind Palmyrapalmen nicht nur eine Augenweide, sondern zählen auch zu den wichtigsten Nutzpflanzen der Tropen.

In Sri Lanka findet man sie vor allem im trockenen Norden. Insgesamt kennt man mehr als 800 Verwendungsmöglichkeiten der Palme, die nach der altsyrischen Stadt Palmyra benannt ist. Ihr Saft wird zu Toddy vergoren, zu Arrak destilliert, zu Zucker eingekocht. Das Holz verwendet man beim Hausbau, die Gerippe der Palmwedel nutzt man als Schirme und die Blätter für Palmblattmanuskripte. Ihr Verbreitungsraum deckt sich mit dem der Elefanten, denn diese scheiden die Kerne unverdaut aus und tragen zur Vermehrung der Palmen bei. 

Im Bambusgarten weist man stolz auf den Riesenbambus aus Myanmar hin – die höchstwachsende Bambusart, die bis zu 40 Meter hoch wird. Junge Sprösslinge wachsen bis zu 30 cm täglich. 

Ein Wurzelkönig im Botanischen Garten Peradeniya

Eine Art Wahrzeichen des Gartens ist die riesige Java-Feige oder Birkenfeige (Ficus benjamina) auf dem „Great Lawn“, der großen Rasenfläche für Picknicker. Bei uns war der Ficus als Zimmerpflanze in den 1980ern beliebt. Hier stehst du vor einem Monster-Ficus. Das Astwerk des Riesenbaums mit seinen mächtigen Luftwurzeln, 1861 gepflanzt, öffnet sich wie ein riesiger Regenschirm. Natürlich wäre der Ficus auch ein wunderbarer Spielplatz. Zum Schutz des Baumes ist das Sitzen auf den vielfach abgestützten Stämmen strengstens verboten. 

Reisetipps Kandy: An der großen Wiese vor der Java-Feige kann gibt es einen Kiosk und ein kleines Restaurant mit schönen Sitzplätzen auf der Terrasse. Botanischer Garten Peradeniya (Galaha Rd., Peradeniya, 5 km südwestl. von Kandy, 7.30–17 Uhr).

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  • Merian live! Elke Homburg, Sri Lanka mit vielen Reisetipps und Hintergrundgeschichten. Gräfe und Unzer Verlag
  • Elke Homburg, Bildband Highlights Sri Lanka mit Fotos von Kay Maeritz. Bruckmann Verlag
  • Michael Ondaatje, Es liegt in der Familie. Wunderbare Familiengeschichten des bekanntesten Autors aus Sri Lanka. Nur antiquarisch.
  • Hermann Hesse, Aus Indien. Hesses Reiseerzählungen aus Indien und Sri Lanka. Suhrkamp Verlag.

2 Kommentare

  • Claudia
    6. Dezember 2021 at 14:11

    herzlichen Dank für diesen ausführlichen Artikel. Ich war schon einmal zu einer ayurvedischen Entgiftungskur auf Sri Lanka und möchte unbedingt zurückkehren, um mir die Insel noch einmal richtig anzuschauen.

    Liebe Grüße
    Claudia von Gemüseliebelei

    Antwort
    • Elke
      6. Dezember 2021 at 14:21

      Liebe Claudia,
      das lohnt sich unbedingt! Ist die Insel auch klein, es gibt viel zu sehen! Aber die Ayurveda-Kuren sind natürlich auch toll! 🙂
      Liebe Grüße
      Elke

      Antwort

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