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Northland Neuseeland: Sehenswürdigkeiten zwischen Bay of Islands, Cape Reinga und Kauri Coast – mit Karte

Neuseeland Northland: Leuchtturm am Cape Reinga

Den nördlichen Zipfel Neuseelands lassen viele Besucher links liegen, Sie lassen ihre Reise in Auckland enden oder fahren nach der Ankunft in Auckland gleich ins Reich der Vulkane in Neuseeland nach Rotorua weiter. Dabei gibt es viele Gründe für ein paar Tage in Northland Neuseeland. Hier nehme ich dich mit in die Bay of Islands, auf einen Ausflug zum Cape Reinga und entlang der Kauri Coast zum Tane Matura, dem hölzernen Nationalmonument des Landes.

Karte Northland Neuseeland

# Paihia und die Bay of Islands

Das Herz der Region Northland Neuseeland ist die Bay of Islands – eigentlich eine Ansammlung von Buchten und Lagunen –, in der 144 Inseln und Inselchen liegen. Eine Region mit prima Klima und deshalb ein Urlaubsparadies der Kiwis. Für Reisende aus Übersee ein genialer Abschluss oder Auftakt eines Neuseeland-Roadtrips – je nachdem, ob du deine Neuseelandreise auf der Nord- oder auf der Südinsel beginnst. In der Bay of Islands kannst du nach dem langen Flug deinen Jetlag ausschlafen oder nach einer erlebnisreichen Rundreise ein paar Tage vor dem Rückflug relaxen. Ganz nebenbei bietet die Gegend reichlich Geschichte.

Geburt einer Nation in der Bay of Islands

Als erster Europäer landete 1769 Captain James Cook, der Neuseeland für die britische Krone entdeckte, in der Bucht, die er wenig fantasievoll Bay of Islands (Bucht der Inseln) taufte. Hier nahm ein paar Jahrzehnte später die weiße Besiedlung Neuseelands ihren Anfang, und am Weihnachtstag 1814 hielt der anglikanische Missionar Samuel Marsden hier die erste christliche Predigt in Neuseeland.

Allerdings spielten christliche Werte lange Zeit eine untergeordnete Rolle, es ging in der schönen Bucht sogar recht raubeinig zu. In den 1820er- und 1830er-Jahren nutzten vor allem Robbenfänger und Walfänger die Bay of Islands als Versorgungsstation: Sie waren entflohene Gefangene aus den Strafkolonien in Australien, Deserteure aus der Armee und Abenteurer. Ihnen folgen Prostituierte, die in der Männerwelt gute Geschäfte witterten. Bald gab es in der Siedlung Russel mehr Bordelle als Lagerhäuser und sie war berühmt-berüchtigt als „Höllenloch des Pazifiks“.

Northland Neuseeland: der Urlaubsort Paihia mit blühendem Pohutakawa-Baum am Strand; Bootsanleger, Lokal auf Stelzen und Sonnenuntergangsstimmung


Der bekannteste Urlaubsort mit Unterkünften in jeder Kategorie, netten Lokalen und zahlreichen Ausflugsangeboten ist Paihia. Wassersport steht natürlich in der Beliebtheitsskala ganz weit oben: Tauchen, Segeln, Kajak fahren – wie es dir gefällt. Du kannst aber auch mit Delfinen schwimmen oder Meeressäuger beobachten.

Der Klassiker unter den Bootstouren: die Hole in the Rock Cruise, die inklusive einer anderthalbstündigen Pause viereinhalb Stunden dauert. Gemütlich schipperst du durch die Inselwelt, dem Höhepunkt der Tour entgegen: Das Felstor „Hole in the Rock“durchquert der Kapitän unter dem Applaus der Passagiere – wenn die Brandung es zulässt. Manchmal begleiteten Delfine das Boot, die übermütig über die Wellen hüpften, und mit ganz viel Glück lässt sich auch ein Wal blicken.


Gegen Ende der Tour legt der Kapitän in der Otehei Bay auf Urupukapuka Island an, wo du 1,5 Stunden baden oder Aussichtspunkte erwandern kannst. Oder du genießt einfach die Zeit im hübschen Café am Wasser.

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Paihia und die Bay of Islands: Otehei Bay – Blick auf die Bucht

Gastro-Tipp: Ich mag Charlotte’s Kitchen direkt am Anleger in Paihia. Direkt am Wasser sitzen, die köstlichen Seafood-Linguine oder Salt & Pepper Squid auf dem Teller. Pures Glück. Und manchmal gibt’s sogar Live-Musik.

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Leckeres Seafood gibt’s in Charlotte’s Kitchen

# Russel, Neuseelands erste Hauptstadt

Passagierfähren, die circa alle 20 Minuten ablegen, verbinden Paihia mit dem charmanten Russell, wo du in die Geschichte der Bay eintauchen, ein bisschen wandern und schwimmen, shoppen und köstlich essen kannst.

Was sich heute kaum jemand vorstellen kann: Im frühen 19. Jahrhundert muss es in Russel zugegangen sein wie im Piratenepos Fluch der Karibik. Hier traf die nicht so feine Gesellschaft der Walfänger auf die einheimischen Maori, deren Stämme sich zum Teil spinnefeind waren. Nicht wenige der Erstsiedler ließen sich von den Weißen anheuern, beschützten die Walfangsiedlungen und bekamen als Entlohnung Kleidung, Metallwerkzeuge, Tabak, Alkohol, aber auch Waffen und Munition. Mit den Gewehren der Weißen bekamen die Stammeskriege eine neue Dynamik. 

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Boote nach Russel und die Uferpromenade The Strand

1840 wurde Russel die erste Hauptstadt Neuseelands. Oder auch wieder nicht, denn eigentlich lag diese wohl im 8 Kilometer entfernten heutigen Okato, das damals Russel hieß. Ein historisches Detail, das meist ignoriert wird. Im heutigen Russel trafen damals französische Missionare ein, die eine Druckerei eröffneten – die erste „Fabrik“ Neuseelands. Die Pompallier Mission ist heute Museumsdruckerei mit einem verwunschenen Garten, wo du Petanque spielen und dir im French Coffee House Croissants und Tartes schmecken lassen kannst. Der Kaffee dazu stammt aus der örtlichen Kaffeerösterei Tohorā Coffee Co. Einen netten Giftshop mit geschmackvollen Souvenirs gibt es außerdem. Ein echter Lieblingsplatz.


Von der Pompallier Mission ist es nur ein kurzer Spaziergang zur ältesten Kirche Neuseelands. Die 1835 erbaute Christ Church, die der Forscher Charles Darwin mitfinanzierte, war nach dem Vertrag von Waitangi (siehe Waitangi) Schauplatz einer Schlacht zwischen Maori und Pakeha (Weißen), wovon noch ein paar Einschusslöcher zeugen. Auf dem romantischen Friedhof mit seinen historischen Grabsteinen liegt einer der wichtigsten Maori-Häuptlinge begraben: Tāmati Wāka Nene, der auf seinem Grabstein als „Freund der Weißen“ bezeichnet wird.


Wenn du ein bisschen Bewegung suchst, kannst du auf dem Flagstaff Hill Loop Track zum Gipfel des Te Maiki/Flagstaff Hill spazieren, wo 1840 die Flagge der der vereinten Stämme gehisst wurde. Im Laufe der Auseinandersetzungen nach dem Vertrag von Waitangi fällten Häuptling Hōne Heke und seine Verbündeten in den nächsten Jahren den Fahnenmast aus Protest gegen die Briten gleich mehrmals, was diese sich natürlich nicht gefallen ließen. Kriegerische Zeiten. Der Rundweg führt zum historischen Ort, wo ein Bank einlädt, den tollen Blick auf Russel und die Bay of Islands in aller Ruhe zu genießen. Dann geht es zurück an die Uferpromenade The Strand mit seinen Läden und Lokalen.

Gastro-Tipp: Besonders schön sitzt du im kolonialen Ambiente des Duke of Marlborough – wo außerdem feine Küche auf den Tisch kommt.

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Russel: Duke of Marlborough, das älteste Hotel-Restaurant der Region

# Waitangi Treaty Grounds

Der Vertrag von Waitangi begegnet jedem Neuseelandreisenden irgendwann. Im Museum Te Papa in Wellington beispielsweise. Im Flecken Waitangi in der Bay of Islands wurde der folgenschwere Vertrag unterzeichnet und die Geschichte Neuseelands nahm Fahrt auf. Die Treaty Grounds, direkt an der Bay gelegen, sind ein Ort mit besonderer Aura. Nicht verpassen!

Zur Vorgeschichte: Mitte des 19. Jahrhunderts lebten 2000 Briten und mindestens 100 000 Maori in Neuseeland. Die Maori waren in ihren Stämmen bestens organisiert und durchaus schlagkräftig, die Briten dagegen meist raue Gesellen ohne Bildung und ohne Benehmen und noch dazu in der Unterzahl – aber ausgestattet mit Feuerwaffen. Das führte zu Mord und Totschlag. Die junge Queen Victoria schickte einen Gouverneur, der über Recht und Ordnung wachen sollte, und gemeinsam brütete man die Idee eines Vertrags aus: Neuseeland sollte britische Kolonie werden und die Maori britische Staatsbürger. Das klang erstmal nicht so schlecht.

Am 6. Februar 1840 (als Waitangi Day heute Feiertag) unterzeichneten 40 führende Maori-Häuptlinge, denen sich 500 weitere Häuptlinge in den nächsten Monaten anschlossen, und William Hobson als Vertreter der englischen Krone den folgenschweren Vertrag. Dass dieser letztlich zum Verlust ihrer (Land)Rechte führte, wurde den Maori erst klar, als es zu spät war. Die Folgen beschäftigen noch heute neuseeländische Gerichte. Aber das ist eine lange Geschichte, in die du dich im Museum von Waitangi vertiefen kannst. Dort lohnt auch der Film, der sehr anschaulich von den Tagen der Vertragsunterzeichnung erzählt.

Seit 1975 ermöglicht das Waitangi-Tribunal den Maori Landrechte einzuklagen und Entschädigungen zu fordern. Seitdem wurde viel Land zurückgegeben und finanzielle Abfindungen in Milliardenhöhe sind geflossen.  

Auf dem Gelände kannst du außerdem das Haus von James Busby, dem ersten britischen Repräsentanten in Neuseeland, anschauen. Ein typisches Holzhaus aus Pioniertagen mit dem Zimmer, in dem der Vertrag verfasst und übersetzt wurde. Für die Übersetzung waren Missionare zuständig, die in großer Eile arbeiteten und schwere Übersetzungsfehler einbauten. Ein Grund für das ganze Elend, das folgen sollte. Vor dem Haus erhebt sich ein Fahnenmast, der die Stelle markiert, wo der Vertrag von Waitangi unterzeichnet wurde. Dort flattern heute drei Flaggen nebeneinander im Wind: die Flagge von Neuseeland, der Union Jack und die Flagge der United Tribes.

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Waitangi Treaty Grounds: Der Fahnenmast markiert den Ort der Vertragsunterzeichnung
Waitangi Treaty Grounds
Waitangi Treaty Grounds

Gegenüber steht ein Versammlungshaus der Maori, Te Whare Rūnanga, mit seiner klassischen Architektur und großartigen Schnitzereien.

Ein Pfad führt zum größten Kriegskanu der Welt, für das man drei gewaltige Kauri-Stämme verbaute. Es bietet Platz für 150 Krieger und drei Ruderer und wird alljährlich am Waitangi-Tag zu Wasser gelassen. Das einzige Kriegskanu, in dem zwei Frauen unterwegs waren: 1954 ließ sich Queen Elizabeth II. während ihres Besuchs in Waitangi damit spazierenfahren. Seitdem gehört es zur Flotte der Royal Navy. Später durfte Lady Di an der Seite von Charles eine Ausfahrt genießen. 

# Wanderung Haruru Falls

Eine abwechslungsreiche Wanderung führt von Waitangi zu den Haruru Falls. Der Weg beginnt hinter dem Golfplatz von Waitangi, nicht weit von den Treaty Grounds entfernt, und folgt etwa 6 Kilometer (1,5 Stunden einfach) dem Haruru-Fluss. Es geht zunächst durch den Wald, dann auf einem Holzbohlenweg durch die Mangroven und weiter am Fluss entlang, wo Krähenschaben und Reiher in den Bäumen nisten. Dann hörst du auch schon bald das Rauschen des Wasserfalls. Er ist nicht gewaltig, aber ein hübscher Platz für ein Picknick, bevor du auf dem gleichen Weg zurückläufst.

# Ninety Mile Beach

Gewaltige Dünen säumen den Weg über die Halbinsel Aupori zum Cape Reinga, die den berühmten Ninetey Mile Beach säumen. Er ist tatsächlich nur rund 60 Meilen lang, aber ein wilder, stürmischer Flecken an der Tasman Sea. Mit dem Mietwagen darfst du nicht über den Ninety Mile Beach fahren, das lassen die Versicherungen nicht zu. Ausflugsbusse von Pahia aus haben die Erlaubnis. Das spricht durchaus für die Buchung der Bustour, finde ich. Weil die Zeit knapp war, bin ich ans neuseeländische Nordkap geflogen – ein spektakulärer Ausflug, den ich keine Sekunde bereut habe.

Ob sich der Ausflug in den Norden Neuseelands für Familien lohnt, beantwortet Jenny von den Weltwunderern.

# Ausflug zum Cape Reinga (Te Rerenga Wairua)

Dass Cape Reinga nicht das neuseeländische Nordkap ist, ist längst bekannt. Das sind die Surville Cliffs, 30 Kilometer östlich und 3 Kilometer nördlich gelegen, die aber nicht erreichbar sind. Cape Reinga ist also der nördlichste erreichbare Punkt und vor allem traumhaft schön. Schon allein, weil sich hier dieser unverschämt fotogene weiße Leuchtturm an der grünen Küste erhebt, nehmen viele Reisende den langen Weg auf sich. Cape Reinga spielt aber auch eine entscheidende Rolle in der Maori-Mythologie: Der Maori-Name lautet Te Rerenga Wairua („Platz, an dem der Geist in die Unterwelt abtaucht“). An einem Pohetakawa-Baum an der Küste sollen die Seelen der Toten ihre Reise nach Hawaiki antreten – in die mythische Heimat des polynesischen Volkes.

Jane, eine junge Pilotin aus Wales, steuerte unsere kleine Maschine vom Flughafen in Kerikeri zum Kap. Ich hatte vorher ganz schön Magengrummeln, aber der Flug war sanft und – wie du siehst – sehr aussichtsreich. Ein tolles Erlebnis!

Gelandet sind wir auf dem „Cape Reinga International Airport“ mitten auf der Wiese. Fliegender Wechsel vom Flugzeug in den Van, mit dem uns Jane zum Kap steuerte. Eine gigantisch schöne Landschaft in Blau, Grün und Sandbeige.

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Neuseeland Northland: am Cape Reinga
Ausflug zum Cape Reinga: Küstenlandschaft

Wenn du vom Kap in Richtung Meer schaust, kannst du einen Pohutakawa-Baum erspähen, der rund um die Weihnachtszeit wunderbar rot blüht. An seinen Wurzeln soll die Reise der Maori-Seelen nach Hawaiki beginnen. Hier treffen sich aber auch zwei Meere: Tasmansee und Pazifik. Und ja, die beiden Meere haben unterschiedliche Farben! Für mich ist Cape Reinga ein magischer Ort, ohne den eine Neuseelandreise einfach nicht komplett ist. 1452 Kilometer von Bluff, dem südlichsten Punkt des Landes, entfernt.

Neuseeland Northland: Leuchtturm am Cape Reinga
Neuseeland Northland: Leuchtturm am Cape Reinga
Neuseeland Northland: Leuchtturm am Cape Reinga
Neuseeland Northland: Entfernungstafel am Cape Reinga
Neuseeland Northland: Cape Reinga

Dann gab’s erstmal Picknick am Strand und schließlich einen Abstecher zum Te Paki Reserve, wo du mit Bodyboards die Dünen hinuterdüsen kannst. Ein Riesenspaß, bevor es zurück nach Paihia ging.

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Northland Neuseeland: Dünen-Surfen im Te Paki Reserve

# Die Hundertwasser-Toilette in Kawakawa

Eine Sehenswürdigkeit ganz anderer Art liegt etwas 20 Minuten von Paihia entfernt: das vermutlich schönste „stille Örtchen“ der Welt. Friedensreich Regentag Dunkelbunt Hundertwasser, der exzentrische Wiener Künstler, verbrachte das letzte Drittel seines Lebens in Neuseeland. Die Natur des Landes hatte es ihm angetan, aber auch die Tatsache, dass ihn hier niemand kannte, gefiel ihm. Das einzige Werk, das er auf der Südhalbkugel schuf, waren die öffentlichen Toiletten, die dem unscheinbaren kleinen Ort Kawakawa einen Platz in der Kunstgeschichte sicherten. Seit 2022 erinnert auch das Hundertwasser Art Center in Whangarei an den Küster.

# Hokianga Harbour

Nach rund 1,5 Stunden Fahrt von Paihia und der Bay of Islands in Richtung Tasmansee erblickst du bei Opononi eine lange Meeresbucht, begrenzt von einer riesigen Sanddüne: Hokianga Harbour. Der rund 32 Kilometer lange Meeresarm ist der viertgrößte Naturhafen des Landes. Ihn säumen Salzwiesen mit Mangroven, Wälder und Dünen – ein faszinierendes Landschafts-Potpourri. Von hier, erzählt die Legende, trat Kupe – der polynesische Entdecker Neuseelands – seine Heimreise an. Ein Ort, an dem viele länger hängenblieben als geplant.

Northland: Hokianga Harbour
Northland: Hokianga Harbour
Northland: Hokianga Harbour
Northland: Hokianga Harbour

# Die Kauri Coast an der Tasmansee

Waipoua Forest und Tane Mahuta

Der Kauri-Baum Tāne Mahuta im Waipoua Forest – benannt nach dem Gott des Waldes und stolze 51,5  Meter hoch – ist Rekordhalter unter Neuseelands Bäumen in punkto Größe. Waldarbeiter entdeckten ihn 1928 zufällig. Rund 2000 Jahre hat er wohl in der Krone, wuchs schon, als noch keine Menschen auf der Nordinsel lebten und war zu Beginn unserer Zeitrechnung ein junger Baum. Als die Maori – wahrscheinlich im 12. oder 13. Jahrhundert – das „Land der großen weißen Wolke“ als Siedlungsraum für sich entdeckten, war Tane Mahuta schon mächtig und die Ankunft der Weißen auf der Nordinsel erlebte er bereits als Riese. Eine lebende Legende.

Kauri Coast, Northland: Tane Mahuta
Kauri Coast, Northland: Tane Mahuta

Kauris – Neuseelands stolzeste Bäume

Kauris gehören zur Familie der Koniferen und haben ledrige, lanzettartige Nadeln. Erst mit dem Alter verlieren sie ihre unteren Äste und eine ausladende Baumkrone bildet sich. Dort leben Aufsitzerpflanzen (Epiphyten) und in den Astgabeln soll es sogar kleine Tümpel geben, in denen sich Frösche tummeln.

Das Holz der Kauris – hart und doch leicht zu bearbeiten, mit wunderbarer Maserung und ohne Astlöcher – gehört zu den besten Hölzern der Welt. Bis ins frühe 20. Jahrhundert verbaute man Kauris zu Schiffsmasten, Möbeln und Häusern. Zusätzlich produzieren Kauri-Fichten in großen Mengen ein Harz, aus dem sich hochwertige Lasuren und Linoleum herstellen ließen. In einem Land ohne nennenswerte Bodenschätze wurde das Kauri-Holz zum wichtigsten Exportprodukt. Im Nachhinein nachvollziehbar, dass man Kahlschlag betrieb. Und doch ein unwiederbringlicher Verlust. Heute sind die verbliebenen vier Prozent der ursprünglichen Kauri-Population geschützt.

Inzwischen ist jedoch ein neuer Feind aufgetaucht: die Wurzelkrankheit Kauri Dieback. Wer Tane Mahuta besuchen will, muss sich erst die Schuhe abbürsten und desinfizieren. Dafür sorgt eine Station des Department of Conservation, durch die jeder Waldbesucher geschleust wird. Die Pilzsporen, die die Krankheit auslösen, könnten sich im Profil der Wanderstiefel verstecken. Eigentlich müsste man alle Besucher von Tane Mahuta fernhalten, aber das traut sich niemand, denn er ist die Hauptattraktion auf dem Weg von der Bay of Islands nach Auckland.

Kauri-Museum in Matakohe

Das Kauri-Museum in Matakohe erzählt von der industriellen Nutzung der Kauris durch europäische Siedler vor allem im 19. Jahrhundert. Eine tolle Ausstellung, die liebevoll und detailreich von der Faszination der Bäume und der Ausbeutung der Wälder erzählt. Grandios, was Freiwillige, die das Museum betreiben, zusammengetragen haben. Ein ganzes Boarding House für Waldarbeiter wurde genauso rekonstruiert wie eine Sägemühle. Unbedingt einen Stopp wert, wo es weitergeht zu den Sehenswürdigkeiten von Auckland.

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Hallo, ich bin Elke. Schon als kleines Mädchen immer mit dem Finger auf der Landkarte unterwegs. Als Reisejournalistin, Reisebuchautorin und Reiseleiterin heute Berufsreisende. Mit viel Know-how zu Asien und Neuseeland, aber auch leidenschaftlich gern vor der Münchner Haustür – in Oberbayern oder im Allgäu – unterwegs. Am liebsten mit Wanderstiefeln oder mit dem Fahrrad. Auch wenn ich schon einiges von der Welt gesehen habe – die Entdeckerlust ist immer noch endlos. Wo ich mich aktuell herumtreibe, erfahrt ihr auf meinem Insta-Profil.

4 Kommentare

  • Susan
    6. Dezember 2022 at 10:06

    Hallo Elke,
    ich könnte direkt in den nächsten Flieger steigen und nach Neuseeland fliegen. Deine Bilder machen unglaublich Lust, gleich jetzt einzutauchen. Mal sehen, wann wir es schaffen. Bei dem langen Flug und der Zeitverschiebung wäre es schon gut, wenn man 2 bis 3 Monate Zeit hat, um das Land zu erkunden.
    Susan, die jetzt das Fernweh plagt

    Antwort
    • Elke
      6. Dezember 2022 at 17:01

      Liebe Susan,
      ja, Neuseeland liegt nicht um die Ecke und ein bisschen Zeit sollte man mitbringen. Wir haben gerade sechs Wochen, was ich als Luxus pur empfinde. Geht nur, weil ich ortsunabhängig arbeiten kann. Kein Wunder, dass die meisten Reisenden hier Studenten oder Rentner sind. Irgendwann ist der richtige Zeitpunkt da!
      Liebe Grüße
      Elke

      Antwort
  • Theresa
    6. Dezember 2022 at 15:35

    Oh, da bekomm ich gleich richtig Lust auf Neuseeland. Das Land stand irgendwie noch nie wirklich auf meiner Wunschliste. Nach dem Artikel aber jetzt schon. Vor allem auf das Dünen-Surfen hätte ich mega Lust. Aber die Seafood-Linguine würde ich jetzt auch schon mal nehmen.

    Antwort
    • Elke
      6. Dezember 2022 at 16:50

      Liebe Theresa,
      Neuseeland liegt ja nicht gerade um die Ecke, da will eine Reise gut überlegt sein. Schön, wenn mein Artikel dir ein bisschen Lust gemacht hat. Zur Ergänzung – viele Fotos gibt es gerade auf meinem Instagram-Account.
      Liebe Grüße
      Elke

      Antwort

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