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Großer Höhenweg am Brauneck – eine aussichtsreiche Runde im Voralpenland

Höhenweg am Brauneck: Blick auf die Benediktenwand

Am Brauneck, dem Hausberg von Lenggries, tummeln sich im Winter die Skifahrer, im Sommer die Wanderer. Er gehört zu den Lieblingsgipfeln im Voralpenland und ganz sicher bist du beim Wandern am Brauneck am Wochenende nicht allein. Glücklicherweise sind die Möglichkeiten vielfältig, und die Wanderer verteilen sich schnell. Der Große Höhenweg am Brauneck auf dem „Sonnenbalkon des Isartals“ zählt für mich zu den schönsten Panorama-Rundwanderwegen in den Bayerischen Voralpen. Hier erfährst du, wie du hinkommst, was dich erwartet und wo du am Berg am besten einkehrst.

Historische Gondeln am Brauneck
Historische Gondeln am Brauneck

Wandern am Brauneck

Viele Wanderer verausgaben sich schon beim Aufstieg auf dem steilen und wenig attraktiven Ziehweg zur Bergstation der Brauneckbahn. Schade. Wenn du dir eine Fahrt mit der Bergbahn gönnst, hast du noch Kraft für eine aussichtsreiche Runde in luftiger Höhe.

An der Bergstation beginnen mehrere Wanderwege für jedes Fitnessniveau – darunter eine anspruchsvolle Wanderung zur Benediktenwand oder der einfache Kleine Höhenweg, der perfekt für Familien mit kleinen Kindern ist. Einen Überblick über die Wandermöglichkeiten, bietet ein Flyer.

Mein Favorit ist der Große Höhenweg am Brauneck, der in gut drei Stunden eine aussichtsreiche Runde über gleich drei Gipfel dreht. Perfekt für Gipfelsammler, denn neben dem Brauneck-Gipfel (1555 m) geht es unterwegs auch auf Kirchstein und Latschenkopf (1712m). Herrlich ist die Tour aber auch für Genusswanderer, die Panoramawege ohne große Steigungen lieben. Und das Beste: Gegen Ende der Tour darfst du dich auf kulinarische Genüsse freuen! Mit Stie-Alm-, Strasser-Alm , Quenger-Alm und Tölzer Hütte warten gleich vier Einkehrmöglichkeiten in nächster Nachbarschaft, die alle leckere Hüttengerichte servieren. Auf der Stie-Alm gibt es sogar Bergkäse aus eigener Produktion.

Infobox: Großer Höhenweg am Brauneck

Höhenmeter 420 m

Zeit 3–3.30 Std.

Anspruch: mittel

Wegbeschaffenheit: Meist schmale, aber angenehme Steige. An einigen Stellen geht es über Felsen und Baumwurzeln aber auch relativ steil bergauf und bergab. Trittsicherheit ist notwendig und nach Regentagen sind diese Passagen rutschig und nicht ganz ungefährlich.

Charakter: Rundwanderung

Großer Höhenweg am Brauneck: Etappe 1, der Brauneck-Gipfel

An der Bergstation schickt dich ein Wegweiser direkt auf den Großen Höhenweg. Für den ersten Gipfelsturm läufst du am Brauneckhaus vorbei, in dem Wanderer auch übernachten können. Und schon nach 5–10 Minuten stehst du auf dem Brauneck (1555 m). Die ersten Ahs und Ohs lassen nicht lange auf sich warten, denn die Bergwelt des Karwendels liegt bei klarer Sicht zur Linken vor dir. An Herbsttagen ragen die Gipfel oft mystisch aus dem Nebel. Auf der anderen Seite gleitet der Blick vom Gipfelkreuz über Lenggries und das Isartal bis zu den Tegernseer Bergen. Ein paar Meter unterhalb des Gipfelkreuzes liegt der Startplatz für Paraglider und Drachenflieger, die mit ihren bunten Schirmen ins Tal segeln. Ein Genuss, ihnen eine Weile zuzuschauen.

Großer Höhenweg am Brauneck: Gleitschirmfliegen
Gleitschirmfliegen am Brauneck

Großer Höhenweg am Brauneck: Etappe 2 – vom Brauneck zum Latschenkopf 

Der Weg verläuft auf dem Rücken des Brauneck aussichtsreich und fast ebenerdig in Richtung Schrödelstein, wo eine drahtseilgesicherte Treppe bergab führt. Der Latschenkopf, der höchste Punkt der Wanderung, grüßt schon aus der Ferne. Bis dahin bist du noch rund eine Stunde unterwegs. Der kurze Aufstieg zum Schrödelstein (1548 m) ist optional. Im weiteren Verlauf erreichst du eine Bank. Dort kannst du immer noch entscheiden, ob du weiterläufst oder lieber auf den Kleinen Höhenweg wechselst, der hier abzweigt. Ansonsten gehst du weiter in Richtung Latschenkopf – der anspruchsvollste Teil der Wanderung beginnt. Vorbei am Skilift geht es dem nächsten Gipfel entgegen. Ein steiniger Aufstieg führt kurz und knackig entlang einer Hangkante bergauf. 

Der Vordere Kirchstein kommt in den Blick, an dem du direkt entlangspazierst. Ob du ihn besteigst, entscheidest du. Ich finde, es sind nur ein paar Höhenmeter, die sich aber wirklich lohnen. Von oben blickst du über Kloster Benediktbeuern bis zum Staffelsee. Rechts davon liegen Starnberger- und Ammersee. Vor dir die Benediktenwand. Im Sommer ist der Gipfel außerdem mit Blüten garniert – ein hübsches Fotomotiv.

Auf dem Hauptweg erreichst du nach wenigen Minuten bereits das nächste Gipfelkreuz auf dem 1712 Meter hohen Latschenkopf. Der höchste Punkt der Wanderung! Hier kannst du vielleicht die Brotzeit auspacken und dich beim Blick über unzählige Gipfel zwischen Wendelstein und Zugspitze stärken.

Großer Höhenweg am Brauneck: Gipfelkreuz am Latschenkopf
Gipfelkreuz am Latschenkopf

Dann bist du fit für den Teil der Wanderung, den ich am wenigsten mag. Der erste Teil des etwa einstündigen Abstiegs zur Stie-Alm ist eine echte Kraxelpartie bergab.

Wandern am Brauneck: Abstieg zur Stie-Alm

Beim Blick nach vorne siehst du Latschenwald, in dem die Wanderer verschwinden. Jetzt weißt du auch, warum der Gipfel den Namen Latschenkopf trägt. Der felsige Steig, der sich zwischen den Latschen hinabschlängelt, ist zweifellos romantisch. Aber nicht einfach zu gehen und nach Regentagen glitschig. Beim Abstieg über Stock und Stein freue ich mich jedes Mal, dass meine Bergschuhe solide Profilsohle haben.

Wenn du ein von Latschen überwuchertes steinernes Tor passiert hast, warten gleich mehrere Wegweiser. Geradeaus führt der Weg in Richtung Benediktenwand und Tutzinger Hütte. Du läufst jedoch nach links weiter, immer dem Schild „Großer Höhenweg“ folgend. Der Steig schlängelt sich schmal, aber nicht mehr steil am Fels entlang und im Frühjahr und Sommer gibt es immer Blüten am Wegesrand zu entdecken.

brauneck hoehenweg wegweisen 1
Großer Höhenweg am Brauneck: Wegweiser

Kulinarisches Finale auf dem Großen Höhenweg am Brauneck

Nach einer halben Stunde etwa erreichst du die Bergstation eines Schlepplifts und siehst die grünen Dächer der Stie-Alm schon im Tal. Du läufst den Idealhang hinunter, den Skifahrer im Winter hinabsausen. Er führt an einer hübschen Kapelle und einem Kneippbecken vorbei direkt zur Stiealm mit ihrer wunderbaren Sonnenterrasse.

Eine Platte mit hausgemachtem Käse, selbstgemachte Knödel, Käsekuchen und noch viel mehr erwarten hungrige Wanderer. Dazu Himbeer-Buttermilch und Limonade aus Eigenproduktion. Und wer mag, packt ein Stück Käse, der auf der höchstgelegenen Almkäserei Oberbayerns produziert wird, in den Rucksack. 

Rückweg zur Bergstation der Brauneck-Bahn

Gestärkt geht es zurück zur Bergstation. Zunächst den Hang bergauf, dann auf dem Wanderpfad am Hang entlang. Diese etwas anspruchsvollere, aber schönere Variante zum Fahrweg trifft unmittelbar vor der Tölzer Hütte wieder auf den breiten Weg. Wer auf der Stiealm keinen Platz gefunden hat und eine Einkehr sucht, nimmt gleich den Fahrweg, der an mehreren anderen Einkehrmöglichkeiten vorbeiführt: Strasser-Alm, Quenger-Alm und Tölzer Hütte folgen direkt aufeinander.

Vor der Wanderung hast du im besten Fall schon gecheckt, wann die Bergbahn zum letzten Mal fährt. Wer sie verpasst, muss weitere 2 Stunden bis zur Talstation laufen. Ansonsten gondelst du bequem wieder ins Tal.

Großer Höhenweg am Brauneck: Pfad durchs Almgebiet
Großer Höhenweg am Brauneck: Almgebiet

Anfahrt zum Brauneck

Mit der Bahn: Mit der BOB von München bis Lenggries und mit dem Linienbus vom Bahnhof direkt zur Talstation der Brauneckbahn.

Mit dem Auto: Von München aus über die B13/B472 nach Bad Tölz und auf der B13 Richtung Lenggries. Dort folgst du der Ausschilderung zur Brauneckbahn. Dort gibt es einen großen Parkplatz (Adresse: Gilgenhöfe, 83661 Lenggries; GPS: 47.6622837, 11.5675096)

Einkehr am Großen Höhenweg am Brauneck

Panoramarestaurant. An der Gipfelstation der Bergbahn. Große Sonnenterrasse mit Bergblick und Liegestühlen.

BrauneckhausPanoramaterrasse und Übernachtungsmöglichkeit mit Sauna. Kulinarische Spezialität: Kaiserschmarrn.
Stie-Alm. Herrliche Sonnenterrasse. Auf der Speisekarte stehen herzhafte Schmankerl und Brotzeiten aus dem Kräutergarten und der eigenen Almkäserei. Im bayerischen Oberland die einzige Alm mit eigener Käserei. Zu den Favoriten gehören außerdem die hausgemachten Limonaden und die Schnäpse aus der Haus-Brennerei. Übernachtungsmöglichkeit Donnerstag bis Sonntag.

Strasser-Alm. Ab August und nur bei schönem Wetter serviert man hier Spezialitäten aus eigener Landwirtschaft.

Quenger-Alm. Urige Einkehr mit Übernachtungsmöglichkeiten und Hüttengaudi.

Tölzer Hütte. Deftige Almküche.

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