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Fahrradtouren an der Weser: Von Höxter nach Bad Karlshafen

Radtour Weserbergland: Von Höxter nach Bad Karlshafen

Das Weserbergland ist ein Paradies für Radler, und eine der schönsten Fahrradtouren an der Weser führt von Höxter nach Bad Karlshafen und zurück. Eine Rundtour zu beiden Seiten der Weser. Sie führt durch drei Bundesländer – Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Hessen – und bietet neben tollen Ausblicken auch reichlich Kultur. Wenn dir die Tour zu lang ist –  an mehreren Stellen kannst du sie mittels Brücke oder Gierseilfähre abkürzen. Noch schöner: Von Bad Karlshafen mit dem Weserschiff zurückfahren. Eine weitere tolle Tour zu vielen Highlights im Weserbergland führt von Minden nach Porta Westfalica.

Von Höxter nach Fürstenberg

Du startest in Höxter an der Weserbrücke, auf der du die Weser überquerst. Dann geht es gleich hinter der Brücke rechts auf den Weserradweg in Richtung Boffzen – vorbei am Freibad, am Campingplatz, an Feldern und Blumenwiesen. Schon mal ein naturschöner Einstieg. Der Radweg führt am Ortsrand von Boffzen vorbei, wo ein Verein ein cooles Projekt gegen das Gastrosterben ins Leben rief: Die Boffzer Bude bietet am Wochenende Getränke und Snacks direkt an der Weser. Stundenlang könnte ich dort im Liegestuhl am Ufer sitzen und einfach der Weser beim Fließen zuschauen. Aber du hast ja noch ein Stück Weg vor dir. Also einfach mal abends mit mehr Zeit zurückkommen.

Fahrradtouren an der Weser – von Höxter nach Bad Karlshafen

  • Länge: 47 km (bei Rückfahrt mit dem Schiff nur halb so lang)
  • Dauer: 3 Std.
  • Höhenmeter: 40 hm

Porzellankunst aus Fürstenberg

Du folgst dem Weserradweg über den Burgweg nach Fürstenberg. Ein bisschen strampeln musst du bergauf, dafür erwartet dich eine tolle Aussicht aufs Wesertal vorm Schloss Fürstenberg, das heute Museum Schloss Fürstenberg ist und auf jeden Fall ein kulturelles Highlight der Tour. Das gekrönte blaue „F“ – das Markenzeichen der Porzellanmanufaktur Fürstenberg – steht seit mehr als 275 Jahren für Porzellankunst auf höchstem Niveau.

Am 11. Januar 1747 hatte Herzog Carl I. die Gründung der Manufaktur hier angeordnet. Damit ist Fürstenberg die zweitälteste Porzellanmanufaktur im deutschsprachigen Raum nach Meißen, die kontinuierlich bis heute produziert. In der Manufaktur neben dem Schloss wird das Edelporzellan nach wie vor gefertigt, das Museum im Schloss erzählt spannend Porzellangeschichte von den Anfängen bis heute und präsentiert Porzellanmoden aus mehreren Jahrhunderten. Das Shopping im Fabrikverkauf wirst du allerdings verschieben müssen – Porzellantransport auf dem Fahrrad hat seine Tücken ;-). 

Nach dem Abstecher ins Porzellanreich geht es erstmal bergab und du kannst an warmen Sommertagen den kühlen Fahrtwind genießen. Der Weg führt ein Stück entlang der Straße, aber bald schon rauscht du auf dem Radweg durch Kornfelder, deren Ähren sich im Hochsommer im Wind wiegen.

Von Fürstenberg zum Dreiländereck

Nun radelst du – immer dem Radwegsymbol folgend – rechts zur Weser hinunter und dann links auf den Fahrradweg, der nun idyllisch am Fluss entlangführt. Bestimmt treibt das ein oder andere Kanu vorbei. Im Hintergrund spannt sich eine alte Eisenbahnbrücke über die Weser – ein Stück Industriekultur. An einem Abzweig biegst du nach rechts ab, fährst leicht abwärts nach Meinbrexen und radelst durch den kleinen Ort mit Wasserschloss, charaktervoller Kirche und ein paar hübschen Fachwerkhäusern.

Berühmt ist Meinbrexen für seine Erdbeerfelder, die zur Erntezeit verführerisch duften. An einem Kiosk kannst du dich mit frischen Früchten zum Naschen eindecken, dann folgst du den Hinweisen nach Bad Karlshafen bzw. dem Symbol des Radwegs. Bevor du Lauenförde erreichst, macht der Radweg eine Parallelverschiebung. Neben hübschen Fachwerkhäusern gibt es im Ort auch das Designmuseum Tecta, in dem sich alles ums schwerelose Sitzen dreht.

Vorbei geht es am Campingplatz Dreiländereck mit Jachthafen – ein erster Hinweis, dass sich in der Region drei Bundesländer treffen. In Würgassen bist du wieder direkt an der Weser, wo eine Fähre über den Fluss führt, die du auf dem Rückweg nehmen wirst. In einem Gasthof kannst du im schattigen Biergarten Mittagspause machen. Es laden aber auch Liegestühle am Wasser dazu ein, die Brotzeit auszupacken und mit Weserblick zu genießen.

weserbergland weserradweg wuergassen
Von Höxter nach Bad Karlshafen: Weserufer bei Würgassen

Hannoversche Klippen und Weserskywalk

Wenn du eine kleine Wanderung einschieben möchtest – ein Wanderweg (2 km) führt zum WeserSkywalk, einer tollen Aussichtsplattform, die sich 80 Meter über der Weser erhebt, jederzeit frei zugänglich ist und den vielleicht schönsten Weserblick aus luftiger Höhe bietet. Alternativ kannst du den Weser-Skywalk auch später von Bad Karlshafen aus mit dem Fahrrad erreichen. Nach der Pause in Würgassen geht es am Fähranleger links auf den Fahrradweg. Wenn du Bad Karlshafen schon kennst, könntest du hier abkürzen, mit der Fähre die Weser überqueren und am anderen Ufer nach Höxter zurückradeln.

Gleich zu Beginn der letzten Etappe vor Bad Karlshafen erinnert der Dreiländerstein an das Zusammentreffen von Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Hessen.

radelst du an den Hannoverschen Klippen entlang – eine Gruppe von sieben Felsklippen aus Wesersandstein, die sich bis zu 75 m am Nordufer der Weser in die Höhe recken.

Auf dem höchsten thront der Weser-Skywalk, der sich wagemutig über die Klippen schiebt. Dann Endspurt nach Bad Karlshafen, wo bald hinter dem Bahnhof die Straße zum Skywalk abgeht. Ein Schlenker von 2,2 Kilometern mit einigen Höhemetern, der aber an klaren Tagen genialen Ausblick garantiert. Wenn du lieber den steilen Abstecher verzichtet, fährst du direkt über die Weserbrücke in den Ort.

Barockstadt Karlshafen

Bevor du zum gemütlichen Teil übergehst, unbedingt den Binnenhafen der barocken Planstadt anschauen, den prächtige Bauten umgeben. Du kannst rundherum radeln und dir im Rathaus ein Modell der Stadt anschauen, wie Carl Landgraf zu Hessen sie einst plante. Im Hinterhof liegt versteckt ein Rosengarten, der zur Zeit der Rosenblüte zu einer Schnupperrunde einlädt. Dann lockt die Weserpromenade mit ihren Lokalen vom Eiscafé bis zum Restaurant Zum Weserdampfschiff, das gehobene Regionalküche auf der Terrasse mit Weserblick serviert.

Wenn du lieber mehr Zeit in Karlshafen verbringen möchtest – vielleicht in der Wesertherme – statt zurück nach Höxter zu radeln: Mit dem Weserschiff kannst du gemütlich zurück nach Höxter gleiten. Radler sind an Bord gern gesehen. Allerdings solltest du, wenn du eine Schifffahrt planst, rechtzeitig einen Blick auf den Fahrplan werfen.

Mit der Fähre über die Weser

Wenn du den Rückweg im Sattel zurücklegen möchtest, fährst du wieder über die Weser und radelst auf schon bekanntem Weg nach Würgassen. Dort winkst du dem Fährmann und lässt dich mit der Gierseilfähre nach Herstelle übersetzen. Wenn du noch Kraft in den Waden hast – ein Schlenker führt zur Abtei vom Heiligen Kreuz, wo immer noch Klosterfrauen leben, die im Klosterladen schönes Kunsthandwerk aus eigener Produktion verkaufen. Aus erhöhte Lage hast du außerdem einen wunderbaren Blick auf Ort und Fluss. Ohne den Abstecher sparst du einige Höhenmeter und radelst immer an der Weser entlang, wo immer wieder Ruheplätze zum Sitzen und Schauen einladen.

Beverungen und Schloss Wehrden

Wenn du kurz vor Beverungen die Bever überquerst, die hier in die Weser mündet, liegt rechter Hand eine Kneipp-Tretanlage, wo du deinen Waden einen Frischekick gönnen kasse. Dann liegt die Weserstadt Beverungen auch schon vor dir. Du unterquerst die Weserbrücke und legst nach Lust und Laune eine Pause an der hübsch angelegten Promenade mit kleinem Outdoor-Fitessstudio und vielen Bänken ein. Ein Schlenker führt ins Ortszentrum, wo am Kellerplatz mit dem Cord-Holstein-Haus eines der schönsten Fachwerkhäuser weit und breit liegt.

Beverungen: Kellerplatz
Von Höxter nach Bad Karlshafen: Kellerplatz mit Fachwerkhäusern in Beverungen

Weiter geht es immer geradeaus nach Wehrden. Vom Radweg ist der Weg zum Schloss Wehrden ausgeschildert, der auch für Radler geeignet ist. Das Schloss aus dem späten 17. Jahrhundert ist in Privatbesitz, aber der Neue Park, der im Stil eines englischen Landschaftsgartes gestaltet wurde und sich bis zur Weser zieht, steht Besuchern offen. Hier kannst du dein Fahrrad parken und flanierend ein bisschen in die Welt des Landadels von Anno Dazumal eintauchen.

Durch geschickt angeordnete Baumgruppen entstanden Sichtachsen auf das Schloss und den Droste-Hülshoff-Turm, benannt nach der westfälischen Dichterin, die dort gern beim Besuch ihrer Tante wohnte. Besonders schon ist der Park übrigens, wenn Magnolien und Tulpenbäume im Frühjahr blühen. Ein Star ist aber auch die ca. 160 Jahre alte Süntelbuche – eine Buchenart mit charakteristischem Krüppelwuchs.

Badeparadies Godelheimer Seenplatte

In Wehrden legt die Personenfähre „Flotte Weser“ an und am Anleger lädt das Gasthaus Fährklause mit Weserterrasse zu Erfrischungen und Stärkungen ein. Dann radelst du weiter entspannt auf dem Radweg dahin, überquerst die Nethe, die in die Weser mündet, und erreichst bald die Godelheimer Seenplatte, wo an warmen Sommertagen Badefreuden locken. Die ersten Seen sind umringt von Dauercampern, bieten aber für alle Tretbootverleih und ein schwimmendes Restaurant. Der letzte See ist ein Freizeitparadies für alle mit feinsandiger Badebucht, dem Lokal Strandgut und einem Kiosk mit Liegestühlen und Aussicht. Ein herrlicher Platz für einen Sprung ins Wasser oder auch nur einen Drink. 

weserbergland godelheimer seen
Badeidylle an der Godelheimer Seenplatte

Auf zum Finale! Wenn du die Weserbrücke erspähst, liegt die Fachwerkstatt Höxter schon vor dir, wo sich der Kreis schließt. Wenn du ganz viel Energie hast, kannst du noch einen Schlenker zum UNESCO-Welterbe Kloster Corvey anhängen.

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