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Bayern / München und Umgebung / Wanderungen

3 Leichte Allwetter-Wanderungen rund um München – Maisinger Schlucht, Deiniger Weiher, Hoher Peißenberg

Miaisinger See

Einfach mal frische Luft schnappen auf einer kurzen Runde im Münchner Umland? Hier sind zwei kleine Wanderungen und eine etwas längere im Pfaffenwinkel, die auch im Winter Spaß machen. 

  1. Durch die Maisinger Schlucht zum Maisinger See – je nach Jahreszeit auch inklusive Badepause
  2. Aber bitte mit Aussicht! Vom Deininger Weiher zur Ludwigshöhe
  3. Aussichtsreiche Runde mit Alpenpanorama auf dem Hohen Peißenberg (988 m)

Durch die Maisinger Schlucht zum Maisinger See

Dauer 2,5 Std. (ca. 10 km)  Ausgangspunkt S-Bahnhof Starnberg. Von dort quer durch den Ort zum Abzweig nach Söcking. Dem folgt man, bis links die Maisinger-Schlucht-Straße abbiegt. Dort gibt es auch Parkplätze. Der Weg durch die Schlucht zum See ist ausgeschildert. Stärkung Maisinger Seehof am See (geöffnet Ostern bis Mitte Oktober) oder Gasthof Georg Ludwig mit schattigem Garten im Ort Maising.

Keine nennenswerte Steigung, bequeme Wald- und Feldwege, eine schattige Schlucht und am Ziel ein prächtiger Badesee sowie Bier und Brotzeit im Gasthaus. Klingt das nach einer perfekten Sommerwanderung? Aber auch im Herbst, wenn ihr in der Schlucht wunderbar durchs Laub rascheln könnt, macht die Wanderung Spaß. Sogar im Winter hat die Tour ihren Reiz. Dann gehört allerdings ein Picknick in den Rucksack, weil der Seegasthof Pause macht. Bei Minusgraden friert der flache See schnell zu und lockt Eisläufer an.

Ein Relikt der Eiszeit

Schmelzwassermassen schufen die Schlucht, durch die sich der Maisinger Bach seinen Weg Richtung Starnberger See bahnt, am Ende der letzten Eiszeit, als sich die Gletscher aus dem Alpenvorland zurückzogen. Der Bach plätschert gemächlich vor sich hin und ein herbstbunter Wald mit Buchen, Eschen und Schwarzerlen spendet heute Schatten. Hier und da sorgen Blüten für Farbtupfer.

Am Ende der Schlucht haltet ihr euch im Ort Maising links. Hinter dem Gasthaus Georg Ludwig mit seinem schattigen Wirtsgarten nehmt ihr wiederum den Abzweig nach links. Auf einem schmalen Pfad geht es dann vorbei an Pferdekoppeln, bis das Gasthaus Maisinger Seehaus in Sicht kommt. Jetzt nur noch ein paar Stufen hinauf zum Damm, auf dem Biergartentische stehen. Hier könnt ihr, wenn das Gasthaus saisonbedingt geschlossen hat, die Brotzeit auspacken und den Blick auf den Moorsee genießen. Wie die Schlucht ist er ein Relikt aus der Eiszeit

Vogelparadies Maisinger See

Der Maisinger Weiher gehört mit einer Fläche von 122 ha zu den kleinsten Seen im Seenland südlich von München. Der Schilfgürtel, der sich fast ganz um den Weiher zieht, bietet geschützte Brutplätze für Vögel: Wildgänse, Enten und Möwen lassen sich fast immer beobachten. Ein kleines Paradies für Birdwatcher.

Ein nostalgischer Sprungturm markiert den Badeplatz. Nur hier ist Schwimmen erlaubt, damit Badegäste und Vögel sich nicht in die Quere kommen. Wunderbar schwimmt es sich im weichen Moorwasser, das sich im Frühsommer schnell erwärmt. Die Liegewiese liegt allerdings hinter dem Gasthaus, nicht direkt am See. Wenn es zu frisch zum Schwimmen ist, könnt ihr nach Lust und Laune noch eine Runde um den See spazieren. 

Rückweg mit Aussicht

Zurück nach Starnberg lauft ihr auf dem gleichen Weg. Oder ihr entscheidet euch für einen Schlenker. Ab dem Gasthof Georg Ludwig spaziert ihr dann entlang der Ortsstraße zur Kirche, biegt an der Kreuzung nach rechts in die Söckinger Straße ein und lasst Maising hinter euch. Am nächsten Abzweig folgt ihr dem Wegweiser Starnberg/Söcking. Auf einem Wirtschafts- und Wanderweg lauft ihr nun oberhalb der Maisinger Schlucht. Nach rund 1,5 km kommt ein Hügel mit Baumgruppe in Sicht. Am besten schnurstracks auf die Baumgruppe zusteuern und hoffen, dass die Bank frei ist. Der Bergblick ist nämlich genial! Weiter geht es nach links, bis ihr wieder auf den Schluchtweg stoßt, der zurück zum Ausgangspunkt führt. 

Vom Deininger Weiher zur Ludwigshöhe

Dauer 1,5 Std. (7 km) Höhenmeter ca. 100 Ausgangspunkt Parkplatz am Waldhaus Deininger Weiher Stärkung Waldhaus Deininger Weiher mit guter Küche im Restaurant und Snacks und Getränken am Kiosk. 

Der Deininger Weiher ist ein romantischer Badesee im Wald, der eher die stillen Genießer als Familien und Wassersportler anzieht. Er liegt nur rund 20 km südlich von München und ist im Sommer ein herrliches Ziel für eine Radtour. Nach einer Fitnesseinheit sind ein paar Runden im Moorwasser geradezu himmlisch. Dann das Picknick auf der Liegewiese auspacken oder eine Brotzeit im Waldhaus genießen, bevor es wieder auf den Heimweg geht. 

Außerhalb der Badesaison ist der Weiher aber auch wunderbare Kulisse für eine kleine Wanderung. Besonders schön im Winter, wenn der Schilf im Raureifmantel in der Wintersonne glitzert und die Bäume weiß überpudert sind.

Durchs Moor

Vom Parkplatz am Waldhaus Deininger Weiher aus lauft ihr im Uhrzeigersinn am Ufer entlang und nehmt dann den zweiten Abzweig nach rechts. Auf einer kleinen Brücke überquert ihr das Weiherbachl, den Zufluss zum See, und steht mitten im Deininger Filz. Das Moor rund um den See wurde wie die meisten der bayerischen Moore einst trockengelegt, um Torf zu stechen. Die Zeiten sind glücklicherweise vorbei, die Entwässerungsgräben wurden zugeschüttet, die Torfstecher legten die Spaten beiseite und nach und nach nahm das Deiniger Filz wieder sein ursprüngliches Gesicht an. 

Am anderen Seeufer angekommen, biegt ihr nach rechts ab und lauft zunächst am gegenüberliegenden Seeufer entlang, dann auf einem bequemen Weg durch den Wald.

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Ein königlicher Blick

Wenn es zwar ein bisschen matschig, aber nicht wirklich rutschig ist, könnt ihr auch im Winter den Abstecher zur Ludwigshöhe bei Kleindingharting wagen. Mehrere Pfade schlängeln sich links hinauf zur Anhöhe, wo ihr schon aus der Ferne eine Baumgruppe mit einer sonnengelben Kapelle erspäht.

Ludwigshoehe

Dort stehen gleich eine ganze Reihe von Bänken – kein Wunder, die Aussicht ist berühmt! Hier saß wohl auch schon der „Kini“, Ludwig II., nach dem der Aussichtsplatz benannt ist. Wahrscheinlich war er genauso fasziniert von der Aussicht wie Wanderer heute rund 150 Jahre später. In der Ferne türmt sich die Alpenkette von den Chiemgauer bis zu den Allgäuer Alpen vor euch auf. Wie praktisch, dass ein kleines Büchlein, das an einer der Bänke baumelt, die Namen sämtlicher Gipfel verrät. Zurück geht es wieder abwärts, das letzte Stück auf dem Uferweg, der direkt zum Gasthaus führt. 

Panoramatour auf den Hohen Peißenberg (988 m)

Dauer 3–3,5 Std. (10,75 km) Höhenmeter 381 Ausgangspunkt Bahnhof Hohenpeißenberg, wo es auch einen Parkplatz gibt Stärkung Gashof Bayerisches Rigi auf dem Peißenberg

Die längste der drei Touren führt auf die höchste Erhebung im Pfaffenwinkel und erfordert auch die längste Anfahrt. Ab Hohenpeißenberg (Parkplatz am Bahnhof) haltet ihr euch links und stoßt bald auf den Wanderweg, der sich bergauf durch ehemaliges Bergbaugelände schlängelt. Teilweise seid ihr auf dem Stollenweg unterwegs, der Einblick in die Bergbaugeschichte der Region gibt. So kommt ihr gleich zu Beginn der Wanderung am (geschlossenen) Zugang zum Mittelstollen vorbei, wo Bergleute noch bis 1971 Kohle abbauten. 

Auf dem Jakobsweg zum Panoramablick

Es geht stetig bergauf durch den Wald, bis ihr einen Weiler erreicht und sich das Alpenpanorama erstmals zeigt. Doch es kommt noch besser! Marterl erinnern daran, dass wir auf einem Wallfahrtsweg unterwegs sind. Der tatsächlich eine Teilstrecke des Bayerischen Jakobswegs ist. 

Ihr könnt euch am Sendeturm des Hohen Peißenbergs orientieren, den ihr rechts liegen lasst. Weiter geht es zur Wallfahrtskapelle Mariä Himmelfahrt, wo deutlich mehr Betrieb ist. Hierher führt nämlich auch eine Autostraße, und hier liegt mit dem Bayerischen Rigi ein bekanntes Gasthaus mit berühmter Aussichtsterrasse. Wenn ihr dort keinen Platz mehr ergattert, nebenan beim Kramer gibt es hausgemachten Kuchen. Mit der Brotzeit könnt ihr euch auf die Kirchenmauer hocken, die der heilige Jakobus – aus Holz geschnitzt – bewacht. Der Blick auf die Kette der bayerischen Alpen von der Kampenwand im Chiemgau bis zum Grünten im Allgäu ist ganz großes Landschaftskino. 

Doppelkirche mit Gnadenbild

Und natürlich werfe ich einen Blick in die Wallfahrtskirche Mariä Himmelfahrt, die mit der älteren Gnadenkapelle aus dem frühen 16. Jh. eine Doppelkirche bildet. Aus der Schlosskapelle Schongau fand damals eine hölzerne Muttergottes-Figur den Weg in die Kapelle, die Gläubige bald als Gnadenbild verehrten. Schließlich entwickelte sich eine Wallfahrt auf den Peißenberg. Weil die Kapelle bald zu klein wurde, entstand 100 Jahre später die größere Wallfahrtskirche – die erste Renaissancekirche im Pfaffenwinkel übrigens –, die man einfach anbaute. 

Die Heldentaten des heiligen Georg

Nach der Pause an der Kapelle lauft ihr weiter, vorbei an der ältesten Wetterstation Bayerns, und taucht bald wieder in den Wald ein. Sobald ihr wieder freies Gelände erreicht, wendet ihr euch nach links, zurück in Richtung Hohenpeißenberg. Mit dem Stollenweg habt ihr wieder die einstige Bergbauregion erreicht. 

Beim Wegkreuz könnt ihr den direkten Weg zurück nach Hohenpeißenberg nehmen. Wer Lust auf mittelalterliche Kunst hat, folgt dem Wegweiser zur Kapelle St. Georg mit wunderbaren mittelalterlichen Fresken. Die Kapelle gehörte ursprünglich zur Burg St. Georg, die Mitte des 12. Jahrhunderts an dieser Stelle stand. Schon 1388 wurde sie geschleift, die Kapelle blieb glücklicherweise erhalten und birgt einen besonderen Schatz: einen 1400 gefertigten Freskenzyklus, der in 50 Bildern die Georgslegende erzählt. Den Schlüssel zur Kapelle holt ihr euch beim Bauern nebenan. 

Weiter geht es auf einem Treppenpfad bergab, bis ihr im Ort ankommt. An den Bahngleisen entlang geht es zum Ausgangspunkt zurück.

Lust einen Kulturspaziergang im Pfaffenwinkel? Hier geht es zur Stoa 169 in Polling.

4 Kommentare

  • Annette
    12. März 2021 at 12:01

    Schöne Ideen für Wanderungen in diesen Coronzeiten.
    Bitte mehr davon!

    Antwort
    • Elke
      12. März 2021 at 13:48

      Ich bemühe mich, Nachschub zu liefern 😉

      Liebe Grüße, Elke

      Antwort
  • Marion Golder
    13. April 2021 at 16:16

    Hallo liebe Elke,

    vielen Dank für die Anregungen vor der Haustür.
    In Coronazeiten doppelt wertvoll!

    Liebe Grüsse
    Marion

    Antwort
    • Elke
      13. April 2021 at 16:54

      Dann viel Spaß beim Wandern, liebe Marion!

      Antwort

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