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Bayern / Kunst & Kultur / München und Umgebung

Summer in the City – meine 11 Lieblingsplätze in München

Schiff auf der Brücke: die Alte Utting

Falls du nach Dreisterne-Sehenswürdigkeiten zwischen Marienplatz und Deutschem Museum suchst, wirst du hier nicht fündig. Die klassische Hitliste für München-Frischlinge findest du in jedem Reiseführer. Hier gibt’s eine ganz persönliche Auswahl meiner Lieblingsplätze in München, die für mich den Charme der Stadt ausmachen. Ein paar Must-Sees wie Isar und Englischer Garten sind trotzdem mit von der Partie, da tummeln auch wir Münchner uns nämlich gern.

Die Isar – Baden, Radeln, Feiern 

Acht Kilometer schlängelt sich die Isar durch München – ein echter Gebirgsfluss, den die Stadt im ersten Jahrzehnt des neuen Jahrtausends renaturierte. Was für ein Gewinn! Entstanden ist ein Freizeitparadies mit Kiesbänken, Inseln und Ufertreppen, auf denen an warmen Sommerabenden gefühlt halb München bei Bier und Picknick oder Eis schleckend sitzt und der Isar beim Fließen zuschaut.

Platz ist in den Isarauen genug für alle da – zum Sonnen, zum Spazierengehen und Baden. Wer die Ruhe liebt, meidet die Hotspots zwischen Ludwigs- und Wittelsbacherbrücke und sucht sich ein Plätzchen im stilleren Norden zwischen Oberföhringer Stauwehr und St. Emmeramsbrücke zum Beispiel. Am besten aber schnappst du dir das Radl und erkundest die Isar von Nord nach Süd – oder andersherum – auf zwei Rädern und lässt dir viel Zeit für Pausen unterwegs. Ein Evergreen unter den Lieblingsplätzen in München.

Weiterlesen: Hier geht es zu meiner City-Radtour auf dem Isarradweg, die zwischen St. Emmerams-Brücke im Norden und Großhesseloher Brücke im Süden jede Menge Stadtviertel durchquert und an einigen Highlights vorbeiführt. Für mich die schönste Citytour in München.

Der Hofgarten – Treffpunkt für Tangotänzer, Boulespieler und Flaneure in München

Zwischen Odeonsplatz und Residenz, dem Stadtschloss der Wittelsbacher, versteckt sich der Hofgarten, der erste meiner Lieblingsplätze in München. Ein herrlicher Ort zum Entspannen – immer noch mit einem Hauch königlichem Flair. Den Garten mit Kieswegen, Rasenflächen und Blumenrabatten legte Kurfürst Maximilian I. nach dem Vorbild italienischer Renaissancegärten im frühen 17. Jahrhundert an. In den nächsten Jahrhunderten veränderten ihn nachfolgende Regenten entsprechend den Gartenmoden der Zeit und umgaben ihn auf zwei Seiten von Arkadengängen, die Szenen aus dem Leben der Wittelsbacher erzählen. 

Anfangs durften nur die adeligen Herrschaften hier flanieren. Kurfürst Karl Theodor machte den Park aber schon 1780 für die Münchner zugänglich. Heute ist er auch prächtige Kulisse für einen französischen Zeitvertreib: Boulespieler lassen auf den Kieswegen ihre Kugeln klacken und zelebrieren mediterranes Lebensgefühl. 

In den Hofgarten kommen Besucher ansonsten zum gepflegten Flanieren. Aber auch zum Abtauchen. Vor allem ältere Herrschaften sitzen auf Bänken – ins Gespräch oder ein Buch vertieft – und lassen sich von den Sonnenstrahlen kitzeln. Für viele Einheimische ein Lieblingsplatz in München.

Mittendrin liegt der verspielte Diana-Tempel, aus dem häufig Cello- oder Klarinettenklänge eines Straßenmusikers wehen. Doch am meisten liebe ich den Hofgarten an warmen Sommerabenden, wenn – außerhalb der Corona-Pandemie zumindest – der Open-Air-Tanzsalon im Dianatempel öffnet: Mal steht Tango, mal Salsa, mal Swing auf dem Programm.

Irgendjemand bringt einen Ghetto-Blaster mit und dann wiegen sich die Paare zu den melancholischen Klängen des Bandoneons oder wirbeln zu Salsa-Rhythmen durch den Pavillon. Man kommt einfach spontan vorbei, um ein bisschen Lebensfreude zu tanken. Einen Tanzpartner musst niemand mitbringen. Wenn nicht gerade die Pandemie die Stadt im Griff hat, finden sich immer andere Solotänzer.

Mehr München bei Kekse & Koffer

Stärkung: Direkt am Tor zum Garten liegt das Tambosi, das 1775 als erstes Kaffeehaus in München eröffnete. Es hat sich mehrfach neu erfunden und leider mit dem letzten Besitzerwechsel ein bisschen an Charme verloren. Immer noch besticht es durch die Lage. Du sitzt vorm Café-Restaurant mit Blick auf die Theatinerkirche und die Feldherrenhalle und kannst dich beim Aperol Spritz ein bisschen als Tourist in der eigenen Stadt fühlen. Schattiger sind die Plätze im Biergarten unter Kastanien im Hofgarten selbst. 

Englischer Garten – Eisbachsurfer, Blasmusik und Teezeremonien

Vom Hofgarten sind es keine fünf Minuten mit dem Fahrrad zum Englischen Garten. Hier ist der Name Programm: Der Englische Garten ist ein klassischer englischer Landschaftsgarten, wie er im späten 18. Jahrhundert in Mode kam. Mit ganz viel Grün, endlosen Spazierwegen und ein paar exotischen Akzenten. Ein Lieblingsplatz in München, der nicht gerade ein Geheimtipp ist.

Das Wunderbare ist aber: In einem der größten innerstädtischen Parks weltweit findet jeder seinen persönlichen Lieblingsplatz zwischen dem Monopteros-Tempelchen, Chinaturm, der weitläufigen Hirschau und der Eisbachwelle. 

1789, im Jahr der französischen Revolution, ließ Kurfürst Karl Theodor das Gebiet in einen Volkspark umwandeln. Im neuen „englischen“ Gartenstil, der sich die Natur zum Vorbild nahm. Anders als der französische Barockgarten mit seinen geometrischen Formen, der Gartenform des Absolutismus, der sich die Natur zum Untertan machte. Am 1. April 1792 öffnete der Park für die Münchner. 

Tanz auf den Eisbachwellen

Surferparadies: Eisbachwelle im Englischen Garten
Surferparadies: Eisbachwelle im Englischen Garten

Der Eisbach, der tatsächlich auch im Sommer eiskalt ist, rauscht durch den Garten. Hier erfrischen sich die Studenten der LMU in ihren Freistunden. Neuerdings werden auch Liegestühle vermietet. Nur die „Nackerten“, in den 1980er-Jahren Touristenattraktion, sucht man heute vergeblich. 

Die Eisbachwelle neben dem Haus der Kunst an der Prinzregentenstraße ist ein innerstädtischer Surfspot und längst Top-Touristenattraktion. Hier stehen die Eisbach-Surfer, von denen fast die Hälfte inzwischen weiblich ist, geduldig Schlange, bis sie an der Reihe sind und hoffentlich ein paar Sekunden auf den Wellen tanzen können. 

Tempel mit Ausblick

Ein Wahrzeichen des Englischen Gartens ist der Monopteros, ein Rundtempelchen im klassizistisch-griechischen Stil. Hier oben spielt eigentlich immer irgend jemand Gitarre und du kannst den Blick auf die Türme der Ludwigskirche und im Park auf Fußgänger, Mütter mit Lastenfahrrädern, spielende Kinder, ausgebreitete Picknickdecken, Volleyball- und Fußballturniere genießen. Wer nichts zum Essen dabei hat, kann sich am Kiosk Fräulein Grüneis (in einem stillgelegten Klohäuschen!) oder im Milchhäusl stärken.

Fernost in München

Für Exotik sorgt der Chinaturm, eine hölzerne Pagode im ostasiatischen Stil, mit Biergarten ringsum. Sonntags spielt eine Blaskapelle im Turm, während eine wogende Menge unter Kastanien beim Bier sitzt. Für jeden Touristen oder Neu-Münchner ein besonderer München-Moment. Hier warten auch die Fiaker-Kutscher und Rikscha-Fahrer auf Kundschaft. Und im Winter findet kannst du hier über einen der schönsten Weihnachtsmärkte der Stadt spazieren.

Fernöstlich ist auch das Japanische Teehauszur Olympiade 1972 anlässlich der neu etablierten Städtepartnerschaft mit Sapporo erbaut. Die japanischen Teezeremonien, die hier regelmäßig stattfindet, sind besondere Events. Und einmal im Jahr gibt’s ein Japan-Fest. 

Ruhe tanken in der Hirschau

Der nördliche Teil des Englischen Gartens war ursprünglich die Hirschau, ein Gebiet, das sich durch besonderen Wildreichtum auszeichnete. Heute noch ein ruhiger Teil des Englischen Gartens, wo du ungestört spazierengehen kannst. 

Südlich des Isarrings, der die Hirschau vom südlichen Englischen Garten trennt, liegt der Kleinhesseloher See, den man im frühen 19. Jh. anlegte. In kalten Wintern ein wunderbarer Platz zum Schlittschuhlaufen.

Wiener Platz – dörfliche Großstadtmomente in Haidhausen

Der Wiener Platz liegt mitten im ehemaligen Kleine-Leute-Viertel Haidhausen, das längst ein Lieblingsviertel der Besserverdiener ist und sich trotzdem dörfliches Flair bewahrt hat. Rund um den Maibaum gruppieren sich die Marktstände des Wochenmarktes – seit 1889 der kleinste der vier ständigen Märkte Münchens neben Viktualienmarkt, Elisabethmarkt und Pasinger Viktualienmarkt, wo du eher Feinkost von Fisch bis Schokolade oder Wein als Alltägliches findest. 

Aber du kannst dich auch zum Kaffeetrinken oder zum After-Work-Drink in der kleinen Weinstube oder einem der Cafés verabreden. Allerdings solltest du pünktlich kommen, wenn du am frühen Abend noch einen Platz in der Sonne ergattern willst. Wenn du lieber Bier trinkt, gehst du ein paar Schritte weiter zum Hofbräukeller, einer Traditionsgaststätte mit einem der schönsten Münchner Biergärten.

Rosengarten und Giesinger Grünspitz – Stadtoasen zwischen Unter- und Obergiesing

Den Rosengarten in Untergiesing, gleich neben dem Schyrenbad (Sachsenstraße 9), blühte lange im Verborgenen. Mit Corona wurde die Grünoase zu einem der Lieblingsplätze in München – für Familien, Gärtner, Rentner. Eigentlich für alle. Der Name verspricht nicht zuviel: Du kannst tatsächlich an unzähligen Rosen schnuppern, aber aber auch einiges über Giftpflanzen lernen. Familien picknicken auf den Rasenflächen, Kinder plantschen am Bach, Rentner treffen sich zur Gymnastikstunde.

Und ein paar glückliche Hobbygärtner pflegen ihre Beete. Hier liegt nämlich auch das Gelände eines Urban-Gardening-Projekts, wo ich im Corona-Sommer die Chance hatte, ein Beet zu pachten und drauflos zu gärtnern. Pures Glück! Hinter dem Projekt steckt Green City e.V., ein Verein, der die Stadt grüner und lebenswerter macht. 

Er ist auch treibende Kraft am Giesinger Grünspitz, einer Freifläche in Obergiesing mit Gemüsebeeten, Bienenstock und einem Kiosk-Café. Freitagabends gibt es hier Konzerte – fast umsonst und draußen –, zu denen sich zwischen improvisierten Sitzgruppen aus Holzpaletten und Liegestühlen Familien, Hipster und und reifere Jahrgänge mischen. Es gibt Drinks und nahrhafte Kleinigkeiten. Zweimal ungeschniegeltes und sehr lebenswertes München. 

Naturbad Maria Einsiedel – naturnahes Schwimmen in Thalkirchen

Für mich eindeutig das schönste Freibad in München: das Maria Einsiedel. Ein Naturbad auf Höhe des Tierparks Hellabrunn, in dem du an schönen Sommerabenden, wenn die Familien längst beim Abendessen sitzen, wunderbar im ungechlorten Wasser schwimmen kann. Fast wie ein See mitten in der Stadt. Du sitzt oder liegst zwischen schattigen Bäumen, und die besondere Attraktion ist der Maria-Einsiedel-Bach, der mitten durchs Bad rauscht. Die perfekte Abkühlung an heißen Tagen – das Wasser ist nämlich tatsächlich eiskalt! 

Nach dem Schwimmen kannst du dich ein paar Schritte weiter im Naturfreude-Biergarten stärken. Wenig bekannt, nie überfüllt und supersympathisch. Angegliedert ist das Reparaturcafé im Bootshaus.

Café Isarlust im Alpinen Museum – Bergfeeling im Liegestuhl und mein Lieblingsplatz in München fürs Outdoor-Büro

Die Alpen sind von München aus nicht fern – bei Föhn kannst du sie hier und da sogar erspähen. Kein Wunder, dass es viele Münchner regelmäßig zum Bergwandern oder Klettern in die Berge zieht. Die Geschichte des Alpinismus erzählt das Alpine Museumdes Alpenvereins auf der Praterinsel, die sich in der Isar breitmacht, und sorgt damit für ein bisschen Bergfeeling mitten in der Stadt. 

Die spannende Ausstellung kannst du im riesigen Museumsgarten bei Kaffee und Kuchen nachwirken lassen. Eine wunderbare grüne Oase, bestückt mit Tischgruppen und Liegestühlen. Ein echtes Paradies für Freiberufler ohne eigenen Garten. Für mich wird das Café Isarlust an Sommernachmittagen oft zum Outdoor-Büro. Einziges Manko: Das Museum ist Wifi-freie Zone. Aber „mit“ wäre es garantiert viel voller.

Ab Sommer 2021 sind Museum und Café leider für zwei Jahre wegen Umbau geschlossen.

Die Alte Utting, Bahnwärter Thiel und der Schlachthof

Ein Schiff auf einer Brücke – welcher Wahnsinnige hat sich das ausgedacht? Der Ausflugsdampfer MS Utting, 1950 gebaut, schipperte jahrzehntelang über den Ammersee, bis er 2016 der Verschrottung entgegensah. Seinen neuen Platz fand er nach spektakulärer Rettungsaktion auf einer Eisenbahnbrücke am Rande des trendigen Dreimühlenviertels

Schiff auf der Brücke: die Alte Utting
Schiff auf der Brücke: die Alte Utting

Als ich zum ersten Mal von dem Projekt hörte, fiel mir sofort „Fitzcarraldo“ ein. Der Film von Werner Herzog aus den 1980er-Jahren, in dem Klaus Kinski ein Schiff über Berge ziehen lässt, um eine Oper am Amazonas zu bauen. Was wäre die Welt ohne die Wahnsinnigen und die Beharrlichen, die an das Unmögliche glauben? 

Das Projekt „Alte Utting“ realisierte ein Team junger Münchner, das die Stadt schon um etliche coole Projekte bereichert hatte. Im Juli 2018 gingen die ersten Gäste an Bord. Innen erinnert die Utting ein bisschen an einen Jugendtreff, außen gibt’s einen Biergarten, im Winter einen Mini-Weihnachtsmarkt mit Glühweinbuden und Live-Musik. 

Vor allem aber ist man Partylocation mit Kulturprogramm. Und einer der Plätze, an denen München nicht in erster Linie in Schönheit stirbt, sondern richtig cool ist. Das war sogar der New York Times eine Meldung wert. Am schönsten ist’s am Abend, wenn die Schiffsbeleuchtung über der Lagerhausstraße am Großmarkt angeht. Schiff ahoi! 

Münchner Bäuche

Nur einen kurzen Spaziergang entfernt liegen die „Bäuche Münchens“. Auf der einen Seite der Großmarkt am Gotzinger Platz in Sendling, auf der anderen Seite der Schlachthof an der Ecke Tumblinger-/Zenettistraße in der Isarvorstadt. Zwei noch nicht gentrifizierte Ecken im schicken München.

Der Großmarkt ist einer der größten kommunalen Märkten Europas und internationaler Treffpunkt der Obst- und Gemüsehändler. Auf dem Schlachthofgelände auf der anderen Seite fand 2006 der letzte Münchner Pferdemarkt in München statt. 2007 fusionierte der Schlachthof München mit der Großmarkthalle München unter dem neuen Namen Markthallen München zu einem gemeinsamen Betrieb.

Eine Oase de Subkultur auf dem Schlachthofgelände ist der Bahnwärter Thiel. Ein Sammelsurium aus Tram- und U-Bahnwagen, Schiffscontainern und einem Kran – alles bunt bemalt – nutzen Künstler, Handwerker, Kreative. Ateliers, Proberäume, Open Workspaces und Werkstätten liegen zwischen Hochbeeten, auf denen Salate sprießen. Wenn nicht gerade Corona wütet, gibt es ein kunterbuntes Kulturprogramm. An der Open-Air-Galerie sind fast immer ein paar Sprayer:innen am Werk, um München ein bisschen bunter zu machen.

Bis vor ein paar Jahren gab es auf dem Schlachthofgelände außerdem eine Freifläche, auf der man sich wie im coolen Berlin und nicht wie im braven München wähnte. Mit tollen Events wie dem Viehhof-Kino, einem sommerlichen Open-Air-Event, und einem kuschelig-alternativen Weihnachtsmarkt im Winter. Perdu! Aber glücklicherweise wachsen keine Glaspaläste in den Himmel, sondern Wohnungen, die München dringend braucht, und ein Kulturtempel: das Volkstheater, das vom Stiglmaierplatz ins Schlachthofviertel zieht.

Westpark – Yogis, Asia-Tempel und ein Hipster-Café

Fast noch ein Newcomer unter den traditionsreichen Münchner Gärten ist der Westpark, 1983 für die internationale Gartenbauausstellung (IGA) angelegt. Sehr großzügig und somit perfekt zum Sporteln. Im Sommer sind Jogger, Radler und Skater unterwegs und so manche Yogagruppe übt sich im Sonnengruß. 

Auch grillende Großfamilien und Open-Air-Kinofans kommen hier auf ihre Kosten. Im Winter freuen sich Familien über die tollen Rodelhänge. 

Asienreise im Westpark

Ich gehe im Westpark am liebsten auf Asien-Reise zwischen einem Ensemble aus Tempeln und Gärten aus Fernost– perfekt gegen das Fernweh in Corona-Zeiten. 

Erste Station ist Japan. Ein japanischer Garten mit Pavillon, Wasserbecken und Raum für die Teezeremonie erinnert – wie das Teehaus im Englischen Garten – an die Städtepartnerschaft zwischen München und Sapporo, die Olympiastädte von 1972. Ein wunderbar stiller Platz, an dem sich morgens manchmal Menschen zum Tai Chi treffen. 

Von Japan geht es weiter nach China zum „Garten von Duft und Pracht“, der durch die Jahreszeiten führt. Dann steht Südostasien auf dem Programm: In einem See erhebt sich eine Thai-Sala mit Buddha-Skulptur. Als der Abt eines buddhistischen Klosters sie 1994 einweihte, war sie das erste öffentlich zugängliche buddhistische Heiligtum Deutschlands. Im Mai feiern Münchens Buddhisten hier das Vesakh-Fest, das an Geburt, Erleuchtung und Verlöschen Gautama Buddhas erinnert.

Die Asienreise endet schließlich im Himalaya. An der Münchner Nepal-Pagode, ein hölzernes Schmuckstück, schnitzten vor Ort 300 Handwerker. In Einzelteilen brachte man sie zur IGA 1983 nach München.

Asien in München: Nepaltempel im Westpark
Asien in München: Nepaltempel im Westpark

Nur einen Katzensprung entfernt wartet Exotik der etwas anderen Art: das Bayerwaldhaus, 1748 erstmals erwähnt. Die Hütte aus dem Bayerischen Wald fand ein neues Zuhause in der Millionenstadt.

Stärkung: Ein supernetter Newcomer zum Einkehren: das Hipster-Café Gans am Wasser – mit Biergarten im Sommer und Glühweinständen im Winter: Café Gans am Wasser.

Alter Südlicher Friedhof – Münchner Geschichte(n) am Glockenbach

Der historische Friedhof südlich vom Sendlinger Tor (Thalkirchner Straße 17) mit seinen fantasievollen, von Efeu umrankten Gräbern, die oft kleine Mausoleen sind, lädt zu einem Spaziergang durch die Münchner Geschichte ein. Wirtschaftsgrößen ruhen neben Geistesgrößen, dazu reichlich Privatiers und Privatierswitwen. 

Herbst auf dem Münchner Südfriedhof
Herbst auf dem Münchner Südfriedhof

Einst wurde der Südfriedhof vor den Toren der Stadt als Begräbnisstätte für Arme angelegt, später diente er als Pestfriedhof, von 1788 bis 1868 war er Zentralfriedhof der Stadt. Seit dem 2. Weltkrieg wird hier niemand mehr begraben.

An den Eingängen findest du einen Übersichtsplan mit den Gräbern vieler Münchner „Promis“ des 19. Jahrhunderts: Carl Spitzweg, Josef von Fraunhofer, Max von Pettenkofer, Clara Ziegler und viele andere. Menschen, nach denen Straßen in München benannt sind. Dazwischen gibt es Ruhebänke und Spazierwege, die auch mal als Übungsraum für Tai-Chi-Übungen dienen.

Ein Platz voller Schönheit und Melancholie für stille Momente – zu jeder Jahreszeit. 

Stemmerhof: der Sendlinger Bauernmarkt

Der Stemmerhof in Sendling war, als ich nach München zog, der wohl letzte Bauernhof der Stadt. Jahrhundertelang bewirtschaftete ihn die Familie Stemmer. 1992 war endgültig Schluss mit der Landwirtschaft in der Großstadt, aber ein Bebauungsplan schützte das Ensemble vor Baulöwen.

Heute ist der Stemmerhof ein Platz mitten in Sendling, der noch immer dörfliche Ruhe ausstrahlt. Mit ein paar Läden, die Kunsthandwerk und Biokost verkaufen, einer Kleinkunstbühne und Künstlerwerkstätten. Dazu ein österreichisches Restaurant mit wunderbarem Garten.

Hinter dem Hofareal liegt die Stemmerhofwiese, die nach der Auflösung des Bauernhofs heiß umkämpft war. Ein Teil zumindest blieb den Sendlingern erhalten – heute ein Treffpunkt für die Familien des Viertels.

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8 Kommentare

  • Julia
    3. Mai 2021 at 12:39

    Schöne Liste! Ich hab zum Studium gut fünf Jahre in München gelebt und der Alte Südfriedhof ist einer meiner liebsten Orte der Stadt.

    Antwort
    • Elke
      3. Mai 2021 at 13:09

      Liebe Julia,
      der Südfriedhof liegt glücklicherweise gleich bei mir um die Ecke – eine Oase zu jeder Jahreszeit!
      Liebe Grüße
      Elke

      Antwort
  • Nina (Kommrum-Reisen)
    3. Mai 2021 at 12:45

    Tolle Tipps! 😍 Nach München müssen wir auch unbedingt bald wieder (wenn möglich).

    Besonders das Café Gans mir Biergarten steht jetzt dann schon mal auf unserer Liste…☺️

    Antwort
    • Elke
      3. Mai 2021 at 13:08

      Liebe Nina,
      München ist immer eine Reise wert ;-). Und Café Gans ist wirklich sehr cool!
      Liebe Grüße
      Elke

      Antwort
  • Mandy
    3. Mai 2021 at 21:01

    Liebe Elke,
    ein wundervoll liebenswerter Beitrag über München. Danke für das Zeigen Deiner Lieblingsplätze.
    In München war ich erst zweimal und habe nur einen Bruchteil der Stadt gesehen. Besonders reizvoll finde ich in Deinem Bericht den Open-Air-Tanzsalon, dort ist bestimmt eine tolle Stimmung. Ich drücke die Daumen, dass die Zufallspaare bald wieder tanzen dürfen.
    Bei unserem nächsten Besuch in München planen wir den Hofgarten auf jeden Fall mit ein.
    Liebe Grüße
    Mandy

    Antwort
    • Elke
      3. Mai 2021 at 21:05

      Liebe Mandy,
      vielen Dank für den netten Kommentar und viel Spaß beim nächsten Besuch in München – inklusive Tanz im Diana-Tempel natürlich ;-)!
      Liebe Grüße
      Elke

      Antwort
  • Angela
    5. Mai 2021 at 21:29

    Sehr coole Tipps. Den Rosengarten kenne ich noch gar nicht, und auf Haidhausen hab ich mal wieder richtig Lust bekommen. Da hat meine Schwester früher mal gewohnt. Aber seit sie dort weggezogen ist, war ich nicht mehr dort. Der Dampfer ist natürlich echt spektakulär. Den muss ich mir auch mal ansehen!
    Liebe Grüße
    Angela

    Antwort
    • Elke
      5. Mai 2021 at 21:33

      Unbedingt, liebe Angela! München hat schon ein paar coole Plätze zu bieten ;-).
      Liebe Grüße
      Elke

      Antwort

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